Zustimmung für Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule in USA weiter gestiegen

Bei der Präsidentschaftswahl am 6. November und den Volksabstimmungen in vier US-Bundesstaaten über die Gleichstellung von Lesben und Schwulen wurde ein historischer Sieg erzielt. Erstmals wurden diese Abstimmungen für die Ehe-Öffnung gewonnen. Eine neue Umfrage des ‚Pew Research Center‘ bestätigt nun, dass die Zustimmung zur Gleichstellung von Lesben und Schwule im Eherecht in den USA weiter gestiegen ist – einzig in einigen Südstaaten, wo die Mehrheit der Befragten weiterhin klar gegen die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften eintritt.

Der 6. November 2012 war ein voller Erfolg für LGBT-AktivistInnen und deren UnterstützerInnen. Nicht nur, dass der LGBT-Freund Barack Obama die Wiederwahl gewann und die erste offen lesbische Senatsabgeordnete gewählt wurde, konnten auch die Volksabstimmungen über LGBT-Rechte in vier US-Bundesstaaten gewonnen werden (thinkoutsideyourbox.net berichtete). In Maine, Maryland und Washington stimmte eine Mehrheit für das Eherecht für Lesben und Schwule und in Minnesota wurde eine homophobe, weil diskriminierende, Verfassungsänderung abgelehnt.

Damit wurde in weiteren US-Bundesstaaten die Diskriminierung von Lesben und Schwulen im Eherecht beendet. Doch die Ehe-Öffnung ist nicht nur gesellschaftspolitisch wichtig (und längst überfällig), sondern sie ist auch ein Wirtschaftsfaktor, wie eine US-Studie heraus fand (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Umfrage: Zustimmung zu Ehe-Öffnung weiter gestiegen

Nach den erfolgreichen Tagen für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen veröffentlichte kürzlich das „Pew Research Center“ eine neue landesweite Umfrage zum Thema Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare, die ebenfalls Grund zur Freude zeigt.

Bei der zuletzt veröffentlichten Umfrage im Frühjahr 2012 sprachen sich 47 % der Befragten dafür aus, dass Lesben und Schwule im Eherecht gleichgestellt werden sollten (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Zum Vergleich waren es  im Jahr 2004 erst 31 % und im Jahr 2008 39 % der Befragten.

Die nun veröffentlichte Umfrage des „Pew Research Center“ zeigt einen weiteren Anstieg der Zustimmung zum Eherecht für Lesben und Schwule. Gegenüber dem Frühjahr 2012 erhöhte sich die Zustimmung zur Ehe-Öffnung um einen weiteren Prozentpunkt auf nun 48 %. Der Anteil jener US-BürgerInnen, die die Ehe-Öffnung ablehnen, ging drastsich zurück. So lehnen nun nur mehr 43 % das Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare ab.

Große Unterschiede zwischen Regionen

Die Zahlen beziehen sich auf den landesweiten Schnitt. Unter den einzelnen Bundesstaaten gibt es große Unterschiede und auch unter den einzelnen ethnischen Gruppen gibt es unterschiedliche Zustimmungs- bzw. Ablehnungsraten.

Die größten Zustimmungsraten gibt es in den Neu-England-Staaten im Nordosten der USA, wo 62 % die Ehe-Öffnung befürworten und nur 29 % der Befragten sich dagegen aussprechen. Gefolgt werden die Neu-England-Staaten von den Staaten am mittleren Atlantik, an der Pazifikküste, den Staaten um die großen Seen und dem mittleren Westen.

Die größte Ablehnung des Eherechts für Lesben und Schwule gibt es im US-Bundesstaat Texas, wo 56 % der Befragten dagegen und nur 35 % für das Eherecht votieren. Generell ist in den südatlantischen und zentralen Südstaaten die Ablehnung am größten. Im Südosten der USA dagegen steigt die Zustimmung zur Ehe-Öffnung aufgrund der zunehmden Diversität der Bevölkerung von Florida, Virginia und North Carolina.

Große Unterschiede je nach Bevölkerungsgruppe

Doch nicht nur zwischen den US-Regionen gibt es große Unterschiede, auch unter den einzelnen Bevölkerungsgruppen der USA gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.

Eines der bemerkenswertesten Ergebnissen der aktuellen PEW-Studie ist, dass unter afro-amerikanischen WählerInnen die Zustimmung zur Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule bei 51 % liegt, wogegen nur 41 % diese ablehnen. Erstaunlich deswegen, weil in der Vergangenheit afro-amerikanische BürgerInnen vehemente GegnerInnen des Eherechts für Lesben und Schwule waren.

Ein Umdenken dürfte auch die Aussage des ersten afro-amerikanischen US-Präsidenten Barack Obama gebracht haben, als dieser als erster amtierender US-Präsident die Ehe für Lesben und Schwule befürwortete (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Aber auch die Thematisierung des Eherechts als BürgerInnenrechtsthema durch LGBT-AktivistInnen dürfte einen beträchtlichen Anteil beigetragen haben.

Weiße WählerInnen dagegen lehnen im landesweiten Schnitt das Eherecht knapp mit 49 % zu 47 % ab. Die größte Zustimmung zum Eherecht für Lesben und Schwule gibt es unter der lateinamerikanischen Bevölkerung der USA mit einer Zustimmungsrate von 59 %.

 Die Studie ergab weiters, dass seit 2003 die Zustimmung zum Eherecht für Lesben und Schwule zwischen 11 und 19 Prozentpunkte gestiegen ist.

(Bild: Jennifer Morrow – CC-BY-2.0 – Flickr)
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