Nach Merkels YouTube-Interview und Nein zur Ehe für alle: Wie lange müssen wir SIE noch aushalten?

Screenshot YouTubeAm Montag hat in Berlin das YouTube-Interview mit einem der erfolgreichsten deutschen YouTube-Stars mit Bundeskanzlerin Angela Merkel stattgefunden. Das Interview wurde mit hohen Erwartungen erwartet, doch letztlich war es ein Interview unter vielen und Merkel betonte erneut ihre diskriminierende Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren.

Das Interview mit dem deutschen YouTube-Star LeFloid, im bürgerlichen Namen Florian Mundt, wurde mit Spannung erwartet, doch die Erwartungen wurden enttäuscht.

Anstatt mit erfrischender Lockerheit und unbequemen Fragen bzw. einem anderen Fragestil führte LeFloid das Interview im Stil von klassischen Journalisten.  Einzig der Kleidungsstil verriert, dass es sich um keinen Journalisten im klassischen Sinn, sondern um einen Vlogger handelt. Enttäuschend.

Merkel bekräftigt Diskriminierung – ohne Sachargument

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), deren Partei im Bundestag die SPD mit Verweis auf die Koalitionstreue an sich bindet und so eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare verhindert, erklärte zunächst, dass sie jemand ist,

„der sehr stark dafür ist, dass wir alle Diskriminierung abbauen“.

Damit hat sich Angela Merkel bereits in ihrer ersten Ausführung widersprochen, denn zwei Rechtsinstitute bedeuten nie eine vollständige Gleichstellung und die unterschiedliche Behandlung von Menschen bzw. das Vorenthalten von Rechten ist Diskriminierung.

Danach betonte die Bundeskanzlerin, dass Deutschland in den letzten 25 Jahren viel geschafft habe und sich LGBTIQs nun outen können, ohne Angst haben so müssen.

„Da sind wir gottseidank darüber hinweg.“

Weiter betonte die Kanzlerin, dass bestehende Diskriminierungen von Eingetragenen Lebenspartnerschaften mit Ehe wie zB. im Steuerrecht abgebaut werden würden. Dies geschah jedoch nicht auf Wunsch der Union, sondern auf Druck des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe.

Weiter versprach sie:

„Und wo immer wir noch Diskriminierung finden, werden wir die auch weiter abbauen.“

Merkel bekräftigt Nein zur Ehe für alle

Wenig verwunderlich auch ihre Haltung zur Debatte über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Partei im Bundestag bislang „erfolgreich“ verhindert.

Merkel forderte Respekt gegenüber den Haltung von GleichstellungsgegnerInnen ein, denn man müsse akzeptieren

„dass es dazu verschiedene Meinungen gibt. Ich sage meine. Und für mich ist die Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau. Und ich möchte keine Diskriminierung – und eine mögliche Gleichstellung – aber mache dann eben an einer Stelle einen Unterschied. Darüber gibt es halt in der Gesellschaft unterschiedliche Meinungen.“

Man müsse also akzeptieren, dass ihre Partei und Regierung ohne Sachargumente Menschen die gleichen Rechte verbiete, weil sie „Befindlichkeiten“ haben? Dazu lieferte die Kanzlerin auch eine etwas ruppige Antwort:

„Das muss man ’ne Weile dann einfach auch aushalten.“

YouTube-Interview zum Nachsehen

Gegenfrage Frau Merkel: Wie lange müssen „wir“ noch Sie aushalten?

Die Begründung ist eine Bankrotterklärung der Union, aber letztlich nichts neues. Die Debatte wird seit Wochen in der Partei ohne rationale Basis geführt, sondern laufend nur persönliche Befindlichkeiten ins Feld geführt.

Schließlich stellt sich die Frage:

„Wie lange müssen LGBTIQs noch diese Diskriminierung und Frau Merkel aushalten?“

Es ist Zeit, dass die Union endlich die Realitäten akzeptiert und ihre unsägliche idelogisch-homophobe Politik beendet oder aber die SPD ihre Verantwortung gegenüber allen BürgerInnen wahrnimmt und gegen die Union im Sinne von gleichen Rechte für alle im Bundestag mit den Oppositionsparteien die Ehe für alle ermöglicht.

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