Verlobung: Schwuler Sohn schreibt Familie und erntet religiösen Hass

In den USA wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durch ein historisches Urteil des US Höchstgerichts geöffnet. Ein schwuler Sohn verkündet in einem Brief an seinen Vater die Verlobung mit seinem Partner. Als Antwort erhält er religiösen Hass.

Die USA sind durch das Urteil der HöchstrichterInnen im 21. Jahrhundert angekommen (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und gleichgeschlechtliche Paare können nun landesweit heiraten.

Doch GleichstellungsgegnerInnen, meist aus religiös, fundamentalen Kreisen, führen noch immer einen Kampf gegen die Liebe. Dies musste auch ein homosexueller Mann erfahren.

Sohn verkündet Verlobung in liebevollem Brief 

3 Jahre, nachdem der Kontakt mit seiner religiösen Familie aufgrund seiner sexuellen Orientierung abgebrochen ist, schrieb der Mann, der seinen Namen mit BG abkürzt, einen Brief an seinen Vater – Anlass ist das freudige Ereignis, dass er und sein Partner verlobt sind und demnächst ihre Liebe besiegeln lassen.

Nach 3 Jahren hoffte er, dass das Verhältnis wieder aufleben könne und so schrieb er:

„Ich hoffe, dieser Brief erreicht dich. Ich liebe dich und vermisse dich sehr. Ich schreibe diesen Brief, um das, was in den letzten drei Jahren passiert ist, dir zu erzählen.

„Vor drei Jahren hatte ich mein Coming-Out vor dir. Dies war keine Rebellion, Bosheit, oder der Einfluss einer sexualisierten Welt. Es war das Ergebnis jahrelanger sorgfältiger Selbstwahrnehmung über mein Leben, meine Gefühle und mein Glück. Ich wusste, dass mein Coming-Out in einer tiefen und dauerhaften Trennung zwischen mir und meiner Familie resultieren würde, die ich zutiefst bedaure, aber ich bereue meine Entscheidung, das Coming-Out vor dir zu haben, überhaupt nicht. Ich weiß, dass nichts, was ich sagen kann, deine Meinung über das ändern wird, was ich nicht versuche. Stattdessen möchte ich die Freude, die ich gefunden habe, mit dir teilen.

Vor drei Jahren traf ich jemanden, der mir den Atem nahm. Diese Person war unglaublich freundlich, fürsorglich, schön und smart. Wir hingen für mehrere Monate zusammen mit FreundInnen rum und unsere Freundschaft wurde enger, bis wir jeden Tag miteinander redeten. Wir begannen auszugehen, und mir wurde klar, dass es etwas außerordentlich Besonderes an dieser Person gibt. Ich wurde zu einer besseren, stärkeren Person, als wir uns näher kamen. Wir zogen ein Jahr nach der wir uns trafen zusammen. Jeden Tag wurde unsere Bindung stärker. Gemeinsam haben wir gelernt, wie wir unsere Stärken und Schwächen ergänzen, und unsere Liebe wurde tiefer. Wir teilten gemeinsam erstaunliche Abenteuer als ein weiteres Jahr verging. Wir reisten, fanden Jobs, trafen und verbanden uns wieder mit der Familie. Wir wuchsen als Paar zusammen. Es dauerte nicht viel länger, um zu erkennen, es würde keine andere Person geben, um den Rest meines Lebens zu verbringen.Vor ein paar Monaten, fragte mich, BK, ihn zu heiraten. Ich sagte ja, und seitdem ist meine Zeit mit viel Freude erfüllt, dass ich nicht aufhören kann, zu lächeln.

Ich erwarte nicht, dass du meiner Beziehung zu B. zustimmen wirst. Ich erwarte nicht, dass du zu unserer Hochzeit im nächsten Jahr kommst. Vielleicht bist du eines Tages bereit, ihn zu treffen und wieder unsere Familien zusammen zu bringen, aber bis dahin hoffe ich, du kannst uns  Glück und Wohlergehen wünschen, und wissen, dass, ich der beste und glücklichste Mensch bin, der ich je gewesen bin, wenn ich mit B zusammen bin.

Mit Liebe,
BG

Vater antwortet mit religiösem Hass

Anstatt seinen Sohn als jenen Menschen anzunehmen und lieben, der er ist und das Wohlergehen und Glück zu fördern, antwortet der Vater mit einem hassefüllten Brief. Anstatt christliche Nächstenliebe zu zeigen, zeigt der Vater den Hass von Fundamentalchristen.

Der Vater schreibt – unbeeindruckt vom liebevollen und von Respekt für die religiöse Anschauung getragenen Brief:

„Was planst du mit deinem Namen…? Mein Name war nie gedacht, einem anderen Mann zu geben. Nur an eine göttliche Frau, als deine Gattin. Du bist der letzte männliche G und ich will nicht, dass mein Name mit dieser „Ehe“ verbunden wird. Ich will auch nicht, das der Name mit einem Bindesstrich mit dem Namen eines anderen Mannes verbunden wird. Entferne diesen vollständig und lass mein Vermächtnis mit dir sterben.“

Liebe ist stärker als Hass

Der Sohn postete auf Reddit, dass er nicht glauben könne, welcher Hass ihm entgegen gebracht werde von seiner Familie. Er habe nun endgültig mit seiner Familie gebrochen und er braucht sie nicht, um glücklich zu sein.

„Ich heirate den Mann, den ich liebe und wir verbringen den Rest unseres Lebens zusammen. Unsere Ehe wird genauso real sein, wie seine es heute ist.“

Auch betonte er, dass er den Nachnamen  oder die Familie nicht benötigt, um glücklich zu sein:

„Ich brauche nicht meine Eltern oder meinen Nachnamen. Es ist erstaulich, ich fühle mich nicht traurig. Es fühlt sich eher an, als wäre eine schwere Last von mir genommen worden und ich kann jetzt weitermachen. Meine Blutfamilie muss mich nicht unterstützen, da ich die Familie mit FreundInnen gefunden habe, die nach meinem Coming-Out größer, besser wurde und mich so liebt, wie ich bin.“

Liebe ist stärker als Hass. Die – oft fundamentalreligiösen – GleichstellungsgegnerInnen sollten ihre Energie anstatt in Hass in Liebe investieren, damit die Welt gerechter für alle wird.

#LoveIsLove #LoveWins #EheGleich

(Bild: Robert Couse-Baker – CC-BY-2.0 – Flickr)
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