USA: Sitcom-Star Roseanne Barr tritt als Präsidentschaftskandidatin an

Die Schauspielerin Roseanne Barr, die weltweit mit ihrer Sitcom „Roseanne“ Bekanntheit erhielt, wird im November bei der Präsidentschaftswahl in den USA antreten. Bei der Convention der „Peace and Freedom Party“, die von 4. bis 5. August in Los Angeles stattgefunden hat, wurde sie offiziell als Präsidentschaftskandidatin gewählt. Barr ist seit langem eine starke Stimme für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen.

Vor einem Jahr hat die Schauspielerin Roseanne Barr in der „The Tonight Show“ die Ankündigung gemacht, dass sie sich für das Amt als erste Präsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten bewerben möchte. Zunächst wollte sie für die us-amerikanischen Grünen, sie fordert unter anderem auch die Legalisierung von Marijuana, ins Rennen gehen, doch erhielt sie beim Parteitag der Grünen nicht genügend stimmen. Stattdessen schicken die us-amerikanischen Grünen nun Dr. Jill Stein ins Rennen. Also wechselte sie die Partei

Roseanne Barr: „Ich bin die einzig wahre Komödiantin“

Bei der Parteiveranstaltung zur Nominierung der KandidatInnen für die Präsidentschaftswahl im November 2012, erhielt Barr von den Delegierten der „Peace and Freedom Party“ nun das Vertrauen.

Roseanne Barr scherzte wie CNN berichtete am Parteitag der „Peace and Freedom Party“:

„Ich bin die einzig seriöse Komödiantin in dieser Kampagne. Die beiden anderen sind Clowns.“

Als Kandidatin für das Amt der Vize-Präsidentin schickt die Partei die Anti-Kriegs-Aktivistin Cindy Sheehan, die Mutter eines im Irak gefallenen US-Soldaten. Sheehan wurde bekannt, nachdem sie ein Protestcamp vor der Ranch des Ex-US-Präsidenten George W. Bush im US-Bundesstaat Texas aufschlug.

Vor der Abstimmung am Parteitag erklärt Barr weiter:

„Cindy und ich sind das ‚Werft die Gammler raus‘- und das Wahlgang-Ticket. Das amerikanische Volk ist und krank und müde von diesem ‚kleineren Übel‘-Müll und wie sie bei jeder Wahl damit gefüttert werden. Sowohl die Demokraten als auch die Republikaner tun das gleiche Übel, sobald sie einmal im Oval Office sind.“

Barr mit durchaus seriösen Forderungen

Das Antreten von Barr hat durchaus seriöse Hintergründe und so hat die Kandidatin der „Peace and Freedom Party“ Forderungen, die sich – neben der Legalisierung von Marijuana als Medikament, um dem „Drogenkrieg“ Einhalt zu geben – mit dem Problemen der heutigen Zeit beschäftigen.

Weiters fordert sie die Umverteilung von Vermögen, das den BürgerInnen von den Banken genommen wurde und „damit die Zukunft und den amerikanischen Traum“ zerstört haben. Es müsse laut ihr Schluss mit der Versklavung der Menschen durch das gescheiterte Finanzsystem sein.

Ganz dem Namen der „Peace and Freedom Party“ fordert Barr auch den Weltfrieden, die Schaffung neuer grüner Arbeitsplätze sowie die gleichen Rechte für alle und die Bewahrung der natürlichen Wasserquellen.

Barr seit langem Unterstützerin von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen

Roseanne Barr ist eine langjährige Unterstützerin und Verfechterin der gleichen Rechte für LGBTs in den USA. Im Jahr 1994 wurde sie vom US-Magazin „The Advocate“ zur „Person des Jahres“ gekürt und in die „Heroes“-Liste eingetragen, für ihren erfolgreichen Kampf bei ProduzentInnen und Film-ManagerInnen für eine realistische Darstellung von Homosexuellen im TV.

Barrs Einsatz für die Belange von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen hat auch familiäre Gründe. Sie hat zwei Geschwister, die beide homosexuell sind und in langen Beziehungen leben, die seit 25 bzw. 26 Jahren zusammen sind.

Gegenüber „The Advocate“ sagte Barr:

„Sie verdienen jede Unze der Gleichstellung mit allen anderen AmerikanerInnen. Sie sind wunderbar, produktive Menschen und sie sind der Grund, warum ich eine Aktivistin für LGBT-Themen bin und immer sein werde.“

Außerdem scherzte sie, dass sie sich wünschen würde, dass auch „nur eine meiner Beziehungen so lange gehalten hätte, wie ihre„.

Auch wenn Barr und die „Peace and Freedom Party“ kaum mathematische Chancen hat, die Wahl für das Weiße Haus zu gewinnen oder einen großen Einfluss auf das endgültige Wahlergebnis hat, da die Partei historisch betrachtet kaum Präsenz außerhalb des Heimatbundesstaates Kalifornien hat, so ist es das Ziel, möglichst viele WählerInnen für spätere Wahlen zu mobilisieren.

(Bild: Archman8 – CC-BY-NC-ND-2.0 – Flickr)
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3 Comments
  1. Georg Pichler says

    Finde ich einerseits gut, weil es zur Sichtbarkeit des Anliegens beiträgt.

    Andererseits bin ich aber wieder skeptisch, weil es bei einem knappen Wahlausgang – so unbekannt ist Roseanne Barr ja nicht, auch wenns ihre Sitcom schon länger nicht mehr gibt – dem Obama-Lager wichtige Stimmen kosten und den Wahlausgang im November entscheiden könnte.

  2. thinkoutsideyourbox.net says

    @Georg:

    Stimme voll und ganz zu. Und auch die KandidatInnen der Grünen sind eine Konkurrenz für Obama, die ihm entscheidende Stimmen in den Swing States kosten könnten.

    Für Romney sind weder Barr noch die Grünen eine Gefahr, weil er rechts der Mitte fischt.

  3. […] USA die Präsidenschaftswahl statt. Neben aussichtslosen KandidatInnen der Grünen und der “Peace and Freedom Party” (Roseanne Barr) ist es eine Richtungswahl, in welche Richtung sich die USA in den nächsten 4 Jahren entwickeln […]

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