Umfrage: CSD für zwei Drittel eine Demonstration

Mitte Februar stellte thinkoutsideyourbox.net die Frage, ob die Christopher-Street-Days wieder politischer werden. Es ist zu vernehmen, dass viele CSDs sich bei der Findung des Mottos wieder verstärkt auf (gesellschafts)politische Forderungen besinnen, um auf die Situation von LGBTs aufmerksam zu machen und nicht nur eine große Party zu feiern. Wie die LeserInnen von thinkoutsideyourbox.net über CSDs denken, wurde daher gefragt. Insgesamt haben deutlich über 400 LeserInnen abgestimmt. Für viele ist der CSD eine Kombination aus Party und Demonstrationen, für fast gleich viele jedoch ist der CSD im besonderen eine Kundgebung für LGBT-Rechte.

Der Christopher-Street-Day ist vieles. Er ist ein Gedenktag, ein Festtag und eine Demonstration, um auf die Belange von LGBT-Personen aufmerksam zu machen. Viele, vor allem jüngere Menschen, dürften jedoch bei den Paraden in erster Linie nur mehr den Funfaktor sehen. Einmal im Jahr in ausgeflippten Klamotten durch die Straßen von großen und kleineren Städten zu ziehen und eine ordentliche Party zu feiern. Das ist auch gut so, doch sollte der gesellschaftspolitische Aspekt nicht vergessen werden.

Gefragt: Was bedeutet der CSD für die LeserInnen von thinkoutsideyourbox.net?

Da viele CSDs in ihren Slogans wieder verstärkt gesellschaftspolitische Forderungen in den Fordergrund stellen, wollte thinkoutsideyourbox.net wissen, was die LeserInnen über den CSD denken. Ist der CSD eine Party? Eine Kundgebung? Ist ihnen der CSD egal? Oder ist der CSD eine Kombination aus Party und Demo.

Insgesamt haben 434 LeserInnen von thinkoutsideyourbox.net an der Umfrage teilgenommen. Für 20 % der TeilnehmerInnen ist der CSD hauptsächlich eine Fun-Event und bedeutet für sie eine große Party. 15 % ist der CSD überhaupt egal.

Für eine knappe relative Mehrheit von 33 % ist der CSD eine Kombination aus Party und Demonstration. Sehr erfreulich ist, dass für 32 % der Christopher-Street-Day in erster Linie eine politische Demonstration für LGBT-Rechte ist. Damit dürfte sich auch bestätigen, dass sich nicht nur die CSDs, sondern – so scheint es – auch die ParadenteilnehmerInnen dem Ursprung des Christopher-Street-Day besinnen. In den vorangegangenen Jahren hatte es nämlich den Eindruck, dass es beim CSD in erster Linie nur mehr um die Party ging.

Auch wenn diese Umfrage keinen Anspruch auf Repräsentation der Community hat, so ist dennoch ein erfreulicher Trend abzulesen. Nämlich, dass insgesamt zwei Drittel im CSD hauptsächlich oder in Kombination mit einer Party eine Demonstration für LGBT-Rechte sehen.

Ursprung des Christopher-Street-Day

Die alljährlich weltweit stattfindenen Christopher-Street-Day-Paraden gehen auf die Unruhen in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village im Jahr 1969. Am Morgen des 28. Juni 1969 nahm in der Bar “Stonewall Inn” in der Christopher Street der erstmalige Aufstand von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen  ihren Anfang. Erstmals wehrte sich die sexuelle Minderheit gegen Polizeiwillkür und Polizeiübergriffe.

In dieser Zeit fanden immer wieder willkürliche und gewalttätige Razzien der Polizei in Bars und Lokalen statt, die von einem LGBT-Publikum besucht wurden oder Besuche vermutet wurden. In den folgenden Tagen kam es rund um die Christopher Street in New York zu Kämpfen von LGBT-Personen und der Polizei, da sich die Bevölkerung diese Willkür und Gewalt nicht länger gefallen lassen wollte.

Zum ersten Jahrestag des erstmaligen Aufstandes gegen Polizeiübergriffe wurde schließlich das “Christopher Street Liberation Day Committee” gegründet, um dem Aufstand zu gedenken. Seit dem wird in der US-Metropole New York jedes Jahr Ende Juni der Christopher-Street-Day abgehalten, um an die erstmaligen Aufstände im Jahr 1969 zu erinnern und für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen zu demonstrieren. Heuer findet die große “NYC Pride Parade” am Sonntag, 24. Juni 2012 statt.

(Bild: David Goehring – CC-BY-2.0 – Flickr)
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