Stronach-Klubchefin Nachbaur: Nein zu Ehe und Adoption für Lesben und Schwule

Das ‚Team Stronach‘ zeigt weiter konsequent, dass die von Frank Stronach gegründete Partei einzig ein Zusammenwürfniss von Personen ist, aber inhaltlich nichts konkretes abliefert und stattdessen auch in der Partei zerstritten ist. Im Wahlkampf erklärte Frank Stronach, dass er für die Ehe für Lesben und Schwule sei, doch nun scheint alles ganz anders.

Inhaltlich fanden sich im Wahlprogramm der Partei von Frank Stronach, das mehr nach einem Flyer vom Flohmarkt wirkte, wo eben auf wenigen Seiten die beschworenen „Werte verkauft“ werden sollten, keine Aussagen zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen.

Auch gegenüber thinkoutsideyourbox.net blieb die Partei sehr vage und hat erst auf mehrere Nachfragen geantwortet. Im Wahlkampf hat der Parteigründer Frank Stronach aber dann dennoch aufhorchen lassen, als er sich für das Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare aussprach.

Team Stronach-Klubchefin Nachbaur verteidigt homophobe Franz-Aussagen

Nach der Wahl glänzte die Partei jedoch bislang mit ganz anderen – homophoben – Aussagen. Der Neo-Abgeordnete zum Nationalrat, Dr. Marcus Franz hetzte gegen Homosexuelle und sprach davon, dass Homosexualität „amoralisch“ sei (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Anstatt sich klar und deutlich davon zu distanzieren, verteidigt die Team Stronach-Klubchefin Kathrin Nachbaur im Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ den Parteikollegen. Zwar sei sie über die Wiedergabe und die Aussage „nicht glücklich“ gewesen, aber:

„Er hat sich nicht negativ darüber geäußert, sondern festgestellt, dass das in einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht Standard ist.“

Kathrin Nachbaur bezeichnet sich im Interivew als „liberal„, wäre aber gut beraten, sich die Ausführungen des Wiener Ärztekammerpräsidenten durchzulesen, denn dieser erklärte in einem offenen Brief, dass die Aussagen von Franz in keinster Weise dem wissenschaftlichen Standard entsprechen würden. Auch wird Homosexualität beispielsweise seit Jahren von der WHO nicht mehr als Krankheit eingestuft. Die Aussagen von Franz haben dies aber inhaltlich impliziert.

Naubaur gegen Ehe und Adoption für Lesben und Schwule

Ein weiteres Beispiel, dass Kathrin Nachbaur ganz offensichtlich keine liberale Weltanschauung hat und ganz offensichtlich nicht weiß, was „liberal“ bedeutet, liefert sie damit ab, indem sie sich auch gegen die Öffnung des Rechtsinstituts der Zivilehe für Lesben und Schwule ausspricht.

So erklärt sie im Interview, dass sie sich zwar eine Gleichstellung von Lesben und Schwulen vorstellen könne, aber:

„Ich würde sie aber nicht Ehe nennen.“

Schließlich bekennt sie klar und deutlich, dass für sie die Eingetragene Partnerschaft „eine gute Lösung“ ist. Damit versteht Nachbaur nicht, dass es keine vollständige Gleichstellung geben kann, wenn es zwei unterschiedliche Rechtsinstitute gibt.

Auch bei der Frage des Adoptionsrechts zeigt Nachbaur, ihre reaktionäre, wenig liberale und dem Kindeswohl entegen stehende Sichtweise, denn:

„Vom Adoptionsrecht bin ich aber noch nicht ganz überzeugt.“

Team Stronach vertritt diskriminierende Werte

Damit ist klar, dass auch das vor der Wahl zusammengewürfelte Team Stronach Werte vertritt, die einer weltoffenen Gesellschaft, wo alle BürgerInnen unabhängig der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität die gleichen Rechte haben, entgegen stehen.

Auch ist spätestens jetzt eindeutig, dass das Team Stronach eine weitere rechtspopulistische Partei im Nationalrat ist, die gegen die Interessen und die Rechte einer ganzen Bevölkerungsgruppe agiert, LGBTs auch weiter ungleich behandeln und somit diskriminieren will. Sie ist in trauriger „bester“ Gesellschaft mit den homophoben Bastionen im Nationalrat, ÖVP und FPÖ.

Und letztlich zeigen die Aussagen des Team Stronach, dass es wohl für den Antrag der Grünen im Nationalrat zur Öffnung der Ehe (thinkoutsideyourbox.net berichtete) leider keine Mehrheit wird geben können…

Dabei ist längst eine (deutliche) Mehrheit der ÖsterreicherInnen für die völlige Gleichstellung von Lesben und Schwulen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Zeit wäre es!

(Bild: © Parlamentsdirektion/Foto Simonis)
Anzeige

Leave A Reply

Your email address will not be published.

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.