Update: Russland: Homosexueller Teenager stirbt nach Neonazi-Folter – Falschmeldung?

Im Juli schockte die Nachricht, dass russische Neonazis in schwulen Datingplattformen Fake-Profile anlegen, um gegzielt Jagd auf Homosexuelle zu machen, sie öffentlich outen, missbrauchen und auch foltern. Die russischen Behörden haben bislang trotz Anzeigen von Opfern und LGBT-Organisationen kaum reagiert. Nun vermeldet die Organisation ‚Spectrum Human Rights Alliance‘ das eines der von Neonazis gefolterten Opfer an den erlittenen Verletzungen erlegen ist.

Die von Präsident Wladimir Putin staatlich „veordnete“ Homophobie sorgt für ein immer bedenklicheres Klima des Hasses, der Verfolgung und Gewalt gegen LGBTs. Im Juli schockten Meldungen, dass Rechtsextreme auf Datingplattformen Fake-Profile anlegen, um gezielt Homosexuelle zu verfolgen. Genannt wurde vor allem das weit verbreitete Portal VK.com.

Ultra-Nationalist startet LGBT-Verfoglung auf Sozialem Netzwerk

Der Ultra-Nationalist Maxim Martsinkevich startete eine landesweite Kampagne gegen LGBT-Jugendliche im Sozialen Netzwerk VK.com, wo er mittels personalisierter Werbung gezielt LGBT-Jugendliche ausfindig machen will. Die „Fans“ von Martsinkevich waren sogleich enthusiastisch und starteten die beiden Projekte „Occupy Pedophilyaj“ und „Occupy Gerontilyaj“.

Mittlerweile wurden auf VK.com, wie „SHRA“ berichtet, über 500 Gruppen gegründet, die Jagd auf schwule Jugendliche machen und um illegale militante Gruppen in russischen Städten zu organisieren.

Sobald der Jugendliche auf die Werbung einsteigt und sich ein Date ausmacht, folgen die Übergriffe durch die Rechtsextremisten.

Opfer von rechtsextremer Folter lt. Berichten verstorben

Im Juli sorgte ein Video, das auf YouTube hochgeladen wurde für Ensetzen. Darauf zu sehen ist ein junger Homosexueller, der von Neonazis öffentlicht geoutet, gedemütigt und gefoltert wird. Das Video und Bilder der Gewaltakte wurde in Sozialen Netzwerken verteilt, sowie eben auch auf YouTube hochgeladen.

Nun wurde bekannt, dass das Opfer der rechtsextremen Folter an den erlittenen Verletzungen gestorben ist, wie der Menschenrechtsaktivist Dr. Valentin Degtyarev gegenüber „Spectrum Human Rights Alliance“ berichtet. Laut Degtyarev verstab das Opfer an den Folgen der erlittenen Verletzungen.

Weiters beklagt er, dass die russischen Behörden bislang keinen der Täter verhafteten. Viel mehr habe es den Anschein, dass Putins Gesetz diese mörderische Gewalt legitimiert bzw. sich die Täter legitimiert sehen.

Russische Behörden bleiben lt. SHRA tatenlos

Darüberhinaus berichtet er, dass er zahlreiche Beschwerden und Anzeigen an die russischen Behörden verfasst hat, diese jedoch bislang untätig geblieben sind. Anstatt die Täter auszuforschen und für ihre Taten zu bestrafen, wurde Dr. Degtyarev selbst Opfer von Verfolgung und Drohungen.

Lokale russische Behörden erklärten laut Degtyarev, dass es sich für sie um

„Bürgerbewegungen im Kampf gegen die Sünden gegen die Gesellschaft“

handelt. Dies zeigt, dass für die russischen Behörden LGBTs ganz offensichtlich keine Lebensberichtigung haben und keinen Schutz vor Gefahren für ihr Leben verdienen.. Unfassbar.

Bislang hat er jedes Telefonat, jeden Schriftverkehr protokolliert und aufgenommen, wo gegen ihne oder seine Mutter Drohungen ausgesprochen wurden und sie den russischen Behörden vorgelegt. Doch bislang haben diese keine Schritte unternommen, um ihn und seine Mutter zu schützen, sowie die Täter auszuforschen oder zu verhaften.

Update 06.08.2013 22:00 Uhr:
Eine definitive Bestätigung oder Dementi durch Behörden und/oder andere Organisationen steht noch aus. Der Artikel bezieht sich auf den Artikel von „Spectrum Human Rights Alliance“ und anderen LGBT-Medien.

Update 07.08.2013 13:00 Uhr:

Queer.de“ berichtet, dass es sich bei der Meldung, die von vielen LGBT-Medien, NGOs und Organisationen berichtet wurden, darunter zB. auch „The New Civil Rights Movement„, möglicherweise um eine Falschmeldung handelt. Doch auch russische LGBT-Organisationen können weder bestätigen noch dementieren. Gesichert ist jedoch, dass sich die Verfolgung Homosexueller in Russland immer weiter verschärft, sich weiter ausbreitet und mittlerweile auch ins Ausland überschwappt. Bei dem besagten Fall sollen die russischen Behörden sehr wohl wegen Körperverletzung ermitteln und sollen Hausdurchsuchungen stattgefunden, sowie Einvernehmen durchgeführt worden sein…

Eines ist sicher: Putin sorgt für ein Klima des Hasses, der Verfolgung und tritt Grundrechte mit Füßen. LGBTs sind in Russland in keinster Weise mehr sicher zu sein. Und die weltweite Staatengemeinschaft sieht weiterhin zu.

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8 Comments
  1. Werner Betzold says

    die Olympischen Spiele sollten auf gar keinen Fall in Russland statt finden … Unglaublich was die sich in der heutigen Zeit heraus nehmen. Die unterscheiden sich kein bischen von dem was früher mal war mit Holocaust etc. Judenverfolgung usw. Putin gehört vor ein Ordentliches Europäisches Gericht für Menschenrechte. Es gibt immer noch Regime auf dieser Welt die denken die seien mehr und Besser als Gott das wird hoffentlich bald mal ein Ende haben so das jeder egal welcher Rasse, welcher Gesinnung oder Hauptfarbe etc hier in Frieden auf Erden leben kann

  2. thinkoutsideyourbox.net says

    @Werner:
    Es ist zu hoffen, dass möglichst viele Delegationen klare Zeichen für LGBT-Rechte und Vielfalt setzen. So wurde beispielsweise auch beim Stockholm Pride die Forderung erhoben, dass die schwedische Delegation mit einer Regenbogenfahne bei der Eröffnungsfeier einmarschieren soll.

    In Österreich erhoben nun die Gründne diese Forderung in einem Brief an das ÖOC.
    https://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=32254

    LGBT-Organisationen in Russland sind gegen einen Boykott, weil sie die weltweite Öffentlichkeit für ihre Arbeit und ihren Kampf benötigen.

  3. rene says

    was glaubt ihr denn alle was das bringt…natuerlich wird es regenbogenfahnen geben bei den olympischen spielen….und natuerlich wird die russische regierung nicht eingreifen…sie haben doch schon eingelenkt und das gesetz fuer die zeit ausser kraft gesetzt (nur fuer besucher)…aber ma ehrlich…nachhaltig wird doch davon nichts bleiben…danach werden alle weiter verfolgt…wenn nicht gar schlimmer!!! wake up aus dem „regenbogentraumland“ MASSIVE proteste muessen her, regierungen, konzerne, die welt muss einschreiten…eine regenbogenflagge zu schwenken…darueber lacht putin und russland…und die betroffenen werden tränenen des schmerzes und der verfolgung weinen…

  4. thinkoutsideyourbox.net says

    @Rene:

    Zunächst haben russische Politiker und Minister bereits erklärt, dass Putin das Gesetz gar nicht außer Kraft setzen kann (https://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=32177) und außerdem, würde dies erst recht ein falsches Bild liefern.

    Es ist nur zu hoffen, dass VIELE Delegationen in Sotschi Sichtbarkeit für universell gültige Grund- und Menschenrechte setzen.

  5. Björn says

    Trotz aller Empörung empfehle ich Tipp- und Rechtschreibfehler zu korrigieren. Bitte.

  6. Stefan says

    Mein mitgefühl den Hinterbliebenen und ruhe in Frieden.
    ich hoffe es werden die Leute endlich begreifen das es nicht bei uns LGBT’s stoppen wird.

  7. […] Update: Russland: Homosexueller Teenager stirbt nach Neonazi-Folter – Falschmeldung? — Im Juli schockte die Nachricht, dass russische Neonazis in schwulen… […]

  8. […] (thinkoutsideyourbox.net berichtete), für ein Klima des Hasses und Verfolgung gegen LGBT sorgt (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und auch während der Winterolympiade in Sotschi im Februar 2014 gelten wird […]

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