Rechtspopulist und Weihbischof hetzen gegen Homosexuelle – mal wieder

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun und der Nationalratsabgeordnete Christoph Hagen vom „Team Stronach“ hetzen gegen Homosexuelle. Für Laun ist die sexuelle Orientierung veränderbar und Haagen zieht einen Vergleich mit Schnecken im Tierreich.

War es zuletzt verhältnismäßig ruhig mit homophoben Geistesblitzen aus den fundamentalkatholischen und rechtspopulistischen Kreisen, so kommen diese nun wieder geballt.

Nachdem erst diese Woche die Neo-ÖVP Wien-Politikerin und Theologin Gudrun Kugler in einer Zeitschrift mit längst widerlegten Behauptungen gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften gewettert hat und ihre UnterstützerInnen diese unrefkletiert nachbeteten (thinkoutsideyourbox.net berichtete), hat sich nun auch mal wieder der Salzburger Weihbischof Andreas Laun mit seiner Homophobie hervor getan.

Laun: Sexuelle Orientierung veränderbar

Während die gesamte anerkannte Wissenschaft die Heilung von Homosexualität ablehnt, da es sich um keine Störung, sondern um eine natürliche Veranlagung handelt, behauptet der zur Enthaltsamkeit verpflichtete Weihbischof Andreas Laun dennoch, dass die sexuelle Orientierung veränderbar ist und Homosexuelle also geheilt werden können.

Auch Andreas Laun behauptet wieder, dass Homosexualität veränderbar und somit heilbar wäre, was er zwar nicht direkt ausspricht, aber mit seiner Aussage impliziert. So heißt es in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Profil“ weiter:

„Ich habe mit einem holländischen Arzt gesprochen, der sich sehr viel mit diesem Thema beschäftigt. Er schätzt, dass 40 Prozent der Betroffenen eine solche Veränderung erfahren könnten, wenn sie das wollen und wenn sie mittun.“

Das „Christliche Medienmagazin pro“ wirbt in seiner neuen Ausgabe ebenfalls erneut für die „Beratungsstelle“ Wüstenstrom für deren Heilungsangebote. Ein Aussteiger warnte in den „Stuttgarter Nachrichten“ vor diesem Programm, als er erkannte, dass er keine Heilung für seine Homosexualität benötigt:

„Die wollten mir dann nicht mehr helfen – die wollten aus mir mit aller Macht einen Heterosexuellen machen.“

Konversionstherapien heilen Menschen nicht von ihrer Homosexualität, sondern stellen eine fundamentale Gefahr für das Seelenheil und die Gesundheit von LGBTIQs dar, die sich dennoch derartigen Therapien unterziehen. Und dennoch, klerikalfundamentale Kreise propagieren diese weiterhin.

„Team Stronach“-Politiker vergleich Homosexualität mit Schnecken

Auch wenn sich der Gründe des „Team Stronach“, der schrullige Milliardär Frank Stronach vor der Nationalratswahl grundsätzlich für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen hat, sind von diesen Werten in der der übrig gebliebenen Rumpfpartei nicht viel über, nachdem zuvor die ÖVP Abgeordnete abgeworben hat und so selbst ihr homophobes Profil geschärft hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Christoph Hagen, einer der wenigen verbleibenden „Team Stronach“-Abgeordneten im Nationalrat vergleich im Interview mit den „Vorarlberger Nachrichtren“ Homosexuelle mit Schnecken, denn in seinen Augen spricht es gegen die GLeichstellung im Eherecht, da gleichgeschlechtliche Paare keinen Nachwuchs auf natürlichem Weg zeugen können, wie es beispielsweiese viele Schecken tun können:

„Es gibt einen Grund, warum nur Mann und Frau ein Kind zeugen. Sonst wären wir wie Schnecken, da geht es bei beiden.“

Damit führt auch Hagen das altbekannte – und nicht stichhaltige – Argument ins Feld, dass in gleichgeschlehtlichen PartnerInnenschaften kein Nachwuchs auf natürlichem Weg gezeugt werden könne. Hagen sei daran erinnert, dass die Zeugungsfähigkeit bzw. der -wille keine Voraussetzung für die Schließung einer Ehe sind.

Auch fühlte sich Hagen durch Conchita Wurst und den Songcontest in Wien als heterosexueller Mann schon fast diskriminiert:

„Zur Zeit des Song Contest in Wien bin ich mir als Heterosexueller fast diskriminiert vorgekommen. (…) Man hat gemeint, ganz Österreich ist schwul. Ich bin froh, dass jetzt wieder Normalität eingezogen ist.“

Bedauerlich, wenn sich ein Mann einzig aufgrund der Tatsach, dass viele Menschen unabhängig der sexuellen Orientierung Toleranz und Akzeptanz für alle einfordern, diskriminiert fühlt. Da sollte der Politiker seine eigene Persönlichkeit mal von Grund auf hinterfragen, wieso ihn dies so dermaßen zusetzt…

Es ist Zeit für gleiche Rechte und gleichen Schutz

Es ist Zeit, dass Homosexualität kein Thema mehr ist und alle BürgerInnen unabhängig der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität die gleichen Rechte haben.

Die jüngsten homophoben Aussagen aus reaktionär-konservativen, konservativreligiösen und rechtspopulistischen Kreisen zeigen nur zu deutlich, es ist Zeit, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen und der Diskriminierungsschutz auszuweiten (Levelling-Up).

Unterstütze mit deiner Unterschrift die „Parlamentarische BürgerInneninitiative Ehe Gleich“ zur Aufhebung des diskriminierenden Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare.

 (Bild: Uwe Potthoff – CC-BY-2.0 – Flickr)
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