Prüderie: Facebook zensiert Pride Girls und sperrt Regenbogenparade-Fanpage

Regenbogenparade_BodypaintingTraditionell wird in Wien die Regenbogenparade von ‚Pride Girls‘ und ‚Pride Boys‘ angeführt, die zuvor ein Ganzkörper-Bodypainting erhalten. Die beiden Paare zählen alljährlich zu den am meist fotografierten TeilnehmerInnen der Wiener Christopher-Street-Day-Variante. Facebook hat jedoch mit diesem bunten Signal der Toleranz ein Problem und zensierte das Bild und sperrte gleich dazu die Fanpage der Regenbogenparade.

Noch am Vortrag wurde Facebook gelobt, da das größte weltweite soziale Netzwerk passend zur Pride Saison im Sticker-Shop der Messenger-App ein „Pride-Emoticon“-Set kostenlos zum Download bereit gestellt hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Doch in Wahrheit dürfte Facebook ein Problem mit dem menschlichen Körper haben, wie Facebook – nicht zum ersten Mal – am Montag bewies.

Facebook zensiert Bodypainting-Bild der Regenbogenparade

Am Montag berichtete die „HOSI Wien“ als Veranstalterin der Regenbogenparade, die im Rahmen der Vienna Pride am 14. Juni über die Wiener Ringstraße ziehen wird, dass Facebook ein Foto mit den „Pride Boys“ und „Pride Girls“ zensiert hat. Facebook dürfte sich an „den nackten Tatsachen“ stoßen, obwohl es sich hier um Kunst, nämlich um ein Ganzkörper-Bodypainting handelt.

Doch Facebook hat nicht nur das Bild gelöscht, die Zensur von Zuckerbergs Firma ging noch viel weiter. So wurde auch zusätzlich die Fanpage der Regenbogenparade und das dazugehörige Facebook-Event der Parade am 14. Juni deaktiviert. Christian Högl, Obmann der HOSI Wien dazu auf Facebook:

Ahhhhh, prüdes Facebook! Wegen eines harmlosen Bodypainting-Fotos gleich die ganze Regenbogenparaden-Seite und das Event deaktivieren. Nackte Frauenbrüste – wie furchtbar! Sodom! Gomorrha!“

Die neuerliche Zensur ist ein Armutszeugnis für das soziale Netzwerk und zeigt, dass Facebook ungeniert zensiert und den
Meldungen von Ewiggestrigen und Homophoben nachkommt, die offenbar das Bild und die dazugehörige Seite bei Facebook als „anstößig“ gemeldet haben.

Update: 03.06.2014 08:00 Uhr:

Am Nachmittag des 02.06.2014 wurde die Sperre der Facebook-Fanpage der Regenbogenparade aufgehoben. Um ca Mitternacht jedoch wurde die Facebook-Seite jedoch ein zweites Mal gesperrt. Es ist einfach beschämend, was Facebook-„Zensierer aufführen“, aber auf tolerant und LGBT-freundlich tun, indem sie „Pride-Sticker“ für den Messenger anbieten (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Auch ist befremdlich, dass Recht(extrem)e Hetzseiten online bleiben und nicht gesperrt werden, doch eine Fanpage, die für Akzeptanz und Toleranz steht, wird zensiert…

Update 03.06.2014 15:00 Uhr:

Die Facebook-Seite der Regenbogenparade und die dazugehörige Event-Veranstaltung sind seit ca 15:00 Uhr wieder online. Hoffentlich nicht wieder nur temporär. Facebook soll erkennen, dass es sich möglicherweise um eine konzentrierte Aktion von homophoben Ewiggestrigen (diese Behauptung sei in den Raum gesetllt) gegen eine Seite die Gleichheit, Toleranz und Akzeptanz für alle einfordert.

Update 04.06.2014 09:00 Uhr:

In den Nachtstunden hat Facebook erneut vor den Meldungen „kapituliert“ und die Fanpage der Regenbogenparade gesperrt. Mittlerweile wird es wirklich lächerlich und peinlich, was Facebook aufführt. Anstatt die Fanpage zu sperren, sollte Facebook jene Seite bzw. jene User sperren, die offenbar zum „Melden“ der Regenbogenparade aufrufen und die Facebook-Nutzungsbestimungen missbrauchen für ihre Homophobie und Transphobie.

Update 05.06.2014 09:00 Uhr:

Die Fanpage der Regenbogenparade wurde am Nachmittag des 04.06.2014 von Facebook wieder freigeschaltet. Bislang erfolgte keine weitere Sperrung.

(Bild: HOSI Wien)
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2 Comments
  1. Stefan says

    Rassistische Hetze und Morddrohungen sind für Facebook ok, aber eine Brust ist unmoralisch.

  2. thinkoutsideyourbox.net says

    Für diese Zensur gibt es wirklich kein Verständnis. Vermutlich – diese Behauptung sei erlaubt – steckt eine konzentrierte Aktion von homophoben Ewiggestrigen dahinter, die gegen die Regenbogenparade, die für eine Welt frei von Diskriminierung und für gleiche Rechte für alle steht, kampagnisieren.

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