ÖVP-Wien Kandidatin: Sympathie für homophobe Fundamentalchristin

Der „US Supreme Court“ hat in einem wegweisenden Urteil die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Eherecht für verfassungswidrig erklärt, doch eine Standesbeamtin im US-Bundesstaat Kentucky verweigert dennoch die Ausstellung von Ehelizenzen. Eine ÖVP-Kandidatin in Wien erklärte nun ihre Sympathie für diese Diskriminierung.

Kim Davis aus dem US-Bundesstaat Kentucky verweigert die Ausführung des Urteils des Höchstgerichts und ging dafür nun sogar ins Gefängnis, aus der sie nun wieder entlassen wurde.

Ihre Diskriminierung von LGBTIQ begründet sie damit, dass die Ehe für sie gemäß ihrem Glauben eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist und sie daher keine Ehelizenzen für die Zivilehe an ein Männer- bzw. Frauenpaar ausstellen könne.

ÖVP-Politikerin Kugler zeigt Sympathie für LGBTIQ-Diskriminierung

Obwohl Kim Davis in den USA geltendes Recht bricht, Menschen diskriminiert, die Entscheidung des Höchstgerichts nicht umsetzt und somit zurecht ins Gefängnis musste, erhält sie Sympathie von der für die ÖVP in Wien kandidierenden Gudrun Kugler.

Auf Facebook postete sie, dass die Christin aufgrund ihres Glaubens diskriminiert werden würde:

Kugler mit Opfer-Täter-Umkehr

Kugler betreibt die typische Opfer-Täter-Umkehr, wie sie regelmäßig von GleichstellungsgegnerInnen praktiziert wird. Mangels Argumenten müssen diese eben nicht haltbare Behauptungen aufstellen, ohne Beweise zu lierfern, was nicht möglich ist, da  diese ohnehin schlicht nicht stimmen.

Mit den Aufstellen von Behauptungen wird vielmehr versucht, die Homophobie zu tarnen, wie Kugler bereits im August bei „Argumenten“ gegen die Gleichstellung von LGBTIQs bewiesen hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Kim Davis negiert die Trennung von Religion und Staat, macht ihren Glauben zur Voraussetzung, die säkularen Aufgaben, die sie im Job als Standesbeamtin für die Zivilehe (!!) hat, auszuführen und Gudrun Kugler befürwortet dies auch noch.

Das Leben von und der Glauben stehen Kim Davis selbstverständlich frei. Davis wird nicht wegen ihrem Glauben diskriminiert, denn diesen kann sie im privaten ausleben, aber ihr Glauben darf keine anderen Menschen diskriminieren und das tut die Christin aber mit dieser Verweigerung. 

Das ist vehement abzulehnen, zeugt von religiös motivierter Homophobie und einer Ablehnung des säkularen Staates. Die Inhaftierung von Davis war daher völlig richtig und sie gehörte fristlos entlassen, weil sie sich weigert, die ihr übertragenen Aufgaben auszuführen.

Die von Gudrun Kugler geäußerte Sympathie für Kim Davis bestätigt nur, dass auch Kugler die Trennung von Religion und Staat ablehnt und somit keine politischen Aufgaben übertragen bekommen sollte, da auch Kugler somit die Grundfesten moderner Demokratien ablehnt.

Mit Kugler zeigt die ÖVP, welch‘ „liberales“ Weltbild sie hat. Diskriminierung im Namen der Religion.

Der Schauspieler und LGBTIQ-Rechtsaktivitst George Takei hat die absolut richtige Einschätzung getroffen:

So schrieb er auf Facebook:

„Also, das ist ein bisschen wie ein Zirkus. Also lassen wir uns deutlich sein: Diese Frau ist keine Heldin, die es gilt zu feiern. Sie brach ihren Eid, die Verfassung zu wahren und widersetzte sich einer gerichtlichen Anordnung und lehnte Bundesdienste für Paare ab, die gesetzlich berechtigt sind, verheiratet zu sein. Sie ist berechtigt, ihren religiösen Glauben zu haben, aber nicht diese Überzeugungen anderen aufzuzwingen. Wenn sie Heiratsurkunden zwischen verschiedenen ethnischen Paare abgelehnt hätte, würden die Leute ihr applaudieren? Würden sich Präsidentschaftskandidaten auf ihre Seite stellen? In unserer Gesellschaft gehorchen wir bürgerlichen Gesetzen, keinen religiösen. Anderes zu behaupten, ist einfach ausgedrückt, ganz unamerikanisch.“

Mit diesem Statement hat Takei alles gesagt, was es zu sagen gilt. Wie „biblisch“ und religiös das Leben von Kim Davis ist, zeigt sich in ihrem Lebenslauf mit 4 Scheidungen, Ehebrüchen. Das ist ihr Recht, so zu leben, aber es ist nicht ihr Recht, im falschen Namen der Glaubensfreiheit andere zu diskriminieren.

Ehe-Öffnung auch in Österreich überfällig

Das darf sich auch Fr. Kugler und die ÖVP-Wien auf die Fahnen schreiben. Die Zivilehe ist ein BürgerInnenrecht und Gläubige haben kein Recht, die religiöse Ehedefinition auch für die zivilrechtliche Ehe zu beanspruchen.

Wer will, dass die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Eherecht auch in Österreich endlich beendet wird, sollte unbedingt die „Parlamentarische BürgerInneninitiative“ unterzeichnen:

BürgerInneninitiative #EheGleich online unterschreiben.

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3 Comments
  1. […] Auch zeigte Kugler Sympathie für Kim Davis, die sich in den USA weigert, das Urteil des „US Höchstgerichts“ umzusetzen und Ehelizenzen an gleichgeschlechtliche Paare auszustellen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

  2. […] Irgendwer hat immer etwas gegen die Ehe von zwei Personen einzuwenden. Ein sehr gelungener Spot thematisiert dies und persifliert die haltlosen Argumente von (religiösen) GleichstellungsgegnerInnen. […]

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