LSVD-Seminar: Regenbogenfamilien – eine junge Familienform mit Innovationspotential

Der „Lesben- und Schwulenverband Deutschland“ (LSVD) veranstaltet gemeinsam mit der „Friedrich-Ebert-Stiftung“ vom 28. bis 30. September 2012 in Berlin ein Seminar unter dem Motto „Regenbogenfamilien – eine junge Familienform mit Innovationspotential“. Das Seminar richtet sich an lesbische und schwule Eltern, sowie ein gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch.

Im Rahmen des Seminars werden thematisch drei Themenschwerpunkte behandelt, nämlich Schule, gendersensible Erziehung und dem Umgang mit der Herkunftsgeschichte. Umfangreiche Informationen hat der „Lesben- und Schwulenverband Deutschland“ und die „Friedrich-Ebert-Stiftung“ zum geplanten Seminar-Programm bereitgestellt.  So heißt es darin:

Regenbogenfamilien“ haben sich als eigenständige Familienform etabliert, wie Eineltern- oder Patchworkfamilien, im wissenschaftlichen Kontext ebenso wie in den Medien und im deutschen Sprachschatz. 2009 wurde der Begriff „Regenbogenfamilien“ in den Duden aufgenommen.

Rechtlich wurden Eingetragene Lebenspartnerschaften mit Kindern in den vergangenen Jahren sukzessive besser gestellt, bis heute ist jedoch ihre Gleichstellung mit Ehepaaren speziell bei der Familiengründung, aber auch im Familienalltag nicht erreicht.

Im Alltag von Familien spielt die Schule eine zentrale Rolle. Schule ist ein Ort, an dem Normen vermittelt und Strukturen verfestigt oder in Bewegung gebracht werden. Angesichts der zunehmenden Pluralisierung in unserer Gesellschaft kommt gerade der Schule eine besondere Aufgabe dabei zu, die Vielfalt der Lebensweisen und Familienformen zu vermitteln und diskriminierenden Einstellungen zu begegnen. Kinder aus Regenbogenfamilien finden ihre Familienform jedoch mehrheitlich weder in Unterrichtsmaterialien noch im pädagogischen Alltag wieder. 90% aller Diskriminierungen, die Kinder aus Regenbogen erleben, ereignen sich im schulischen Umfeld.

Eine junge unkonventionelle Familienform zu sein, bietet auch Vorteile: In Ermangelung ausgetretener Pfade und erprobter Rollenmodelle haben lesbische Mütter, schwule Väter und ihre Kinder nicht nur die Notwendigkeit, sich Wege zu ebnen, sondern auch die Freiheit, neue Wege zu gehen. Das bietet Mütter- und Väterpaaren in Regenbogenkernfamilien die Möglichkeit, individuelle Beziehungsstrukturen und Rollendefinitionen zu entwickeln, erproben und etablieren.

Wo stehen lesbische Mütter, schwule Väter und ihre Kinder heute in Recht, Politik und Gesellschaft? Welche Erfahrungen machen Regenbogenfamilien derzeit in Schulen und wie können sie den Herausforderungen im schulischen Kontext begegnen? Welche Handlungsspielräume bieten sich Regenbogenfamilien bei der Definition und Gestaltung von Elternschaft und Erziehung? Welche Ansätze können bei der Orientierung hilfreich sein?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Familienseminars. Lesbische (Co)Mütter, schwule (Co)Väter und ihre Kinder sowie Lesben und Schwule, die über Familiengründung nachdenken, sind herzlich eingeladen, sich in Vorträgen und Arbeitsgruppen zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen.

Kinder und Jugendliche aus Regenbogenfamilien sind herzlich willkommen, gemeinsam mit ihren Eltern am Seminar teilzunehmen.

Parallel zu den Arbeitsphasen wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Weitere Informationen zum Programm und das Anmeldeformular gibt es in diesem Info-Dokument (PDF).

(Bild: Lesben- und Schwulenverband Deutschland)
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