Krone.at: Homophobe „Trolle“ mal wieder unter sich

Das Onlineportal der größten Tageszeitung Österreichs, Die Kronen Zeitung, ist in regelmäßigen Abständen ein Sammelpunkt der ausländerfeindlichen, rassistischen, xenophoben, homophoben Internettrolle. Kaum berichtet krone.at über ein gesellschaftspolitisch relevantes Thema, sehen sich viele Trolle bemüßigt, ihre hetzerischen Parolen in die weite Welt des WWW zu transportieren. So auch diesmal. Thema des Beitrages waren eine Steigerung der standesamtlichen Eheschließungen im ersten Halbjahr 2010 und die Anzahl der geschlossenen „Eingetragenen Partnerschaften“ von Lesben und Schwulen.

Laut vorgelegten Zahlen der Statistik Austria wurden im ersten Halbjahr 2010 in Österreich insgesamt 16.588 standesamtliche Eheschließungen. Seit 1.1.2010 können Lesben und Schwule eine „Eingetragene Partnerschaft“ in Österreich eingehen – insgesamt nutzten 429 lesbische und schwule Paare diese Möglichkeit der „Verpartnerung“ (siehe Beitrag hier)

Und genau darin sehen einige homophobe, intolerante und/oder ewiggestrige Internettrolle im krone.at-Forum ihren Aufhänger, um mit längst widerlegten Behauptungen, mit Beleidigungen um sich zu schmeißen. thinkoutsideyourbox.net hat sich durch das Forum gelesen und zitiert hier die „worst-of“ der homophoben Internettrolle auf krone.at:

User andreashofer234 (27.8.10/14:49 – 21 Zustimmungen)

ein glück das hier wieder die homos hervorgehoben werden, bekommen die kinder? homosexualität ist nun mal nur eine alternative lebensform, aber sicherlich nicht natürlich

User pipopa (27.8.10/15:55 – 15 Zustimmungen)

Na gott sei dank dürfen sich die schokostecher eintragen lassen jetzt sinds endlich glücklich das sies gleich dreimal hintereinander machen also wenns ein hohes jaulen hörts kennst euch aus.. weiiii

User nemesisrache (27.8.10/18:28 – 17 Zustimmungen)

…also ihr warmen brüder der winter steht vor der türe,popscherl schön warmhalten das ist alles nur illusion-in der realität sind sie am ar…! die welt würde ohne euch auch weiterleben……

User nemesisrache (27.8.10/18:44 – 9 Zustimmungen)

…und wenn diese themen im parlament nocht weiter diskutiert werden dann gibs bald kindergeld für pfürze…..

User euramis (27.8.10/20:08 – 2 Zustimmungen)

@nemesisrache :-))) Vielleicht auch schmutzförderung,schmerzförder ung,von Bund bzw Land.

User richard77 (24.8.10/04:46 – 18 Zustimmungen)

CHRISTENTUM ZUERST; STOPPT DIE ISLAMISIERUNG

User nemesisrache (28.8.10/08:11 – 1 Zustimmung)

..was ist flüssiger als wasser – die warmen den sie sind wie ihre meinung andere für blöd zu halten – überflüssig. mit den typen ist das thema undiskutabel da sie nicht einsichtig sind nutzlos zu sein für die natur…… also ihr warmen,ende der diskussion ihr kapiert es doch nicht. und greift euch erst mal selbst ans hirn…….

User noarglbaer (28.8.10/09:43 – 1 Zustimmung)

zumselchen…homosexualität ist angeboren ? …ja , mag in wenigen fällen schon stimmen…aber auch krankheiten können angeboren sein . leider ist homosexualität für die betroffenen höchst angenehm und deshalb wollen die betroffenen diese seelisch-psychische störung auch nicht behandeln lassen.

(Zeitpunkt der Durchsicht: 28.8.10/11:00 Uhr)

Facebook-Initiative: a comment a day keeps the meanies away

Wenn mensch sich diese intoleranten und teilweise homophoben Kommentare ansieht, fragt mensch sich, in welchem Jahrhundert diese „Internettrolle“ eigentlich leben? Eine sachliche Diskussion ist mit diesen Usern im Prinzip (vielfach) nicht möglich. Gleichzeitig sollte man sich dem „Hindreschen“ nicht geben (Stichwort: Don’t feed the trolls). Es geht vielmehr darum, diesem rechtskonservativen Weltbild das Forum nicht allein zu überlassen, denn häufig kundgetanene Meinungen können sich durchaus bei Usern verfestigen.

Genau hier setzt eine Facebook-Initiative nach dem Motto „An Apple A Day Keeps The Doctor Away“ an. Einmal am Tag sollte jeder weltoffene  Internetuser sich den (rechts)konservativen und/oder intoleranten Forumtrollen stellen und seine Meinung sachlich kundtun um diese in die Schranken zu weisen und das Forum nicht „kampflos“ zu überlassen.

Motte der Initiative:

Wir grenzen die „Trolls“ ein und setzen KampfposterInnen eine respektvolle Stimmung entgegen. Wir stellen uns gemeinsam gegen rassistische, antisemitische, minderheitenfeindliche, frauenfeindliche, islamophobe, homophobe und transphobe Aussagen. Mit wenig Aufwand können wir dazu beitragen, dass konstruktive und respektvolle Online-Kommunikation nicht nur möglich, sondern selbstverständlich ist.

Link: Facebook-Seite „a comment a day

Die Initiative ist im Umfeld der Wiener Grünen entstanden. Dennoch geht es nicht darum, grüne Meinungen zu vertreten, sondern lediglich seine/ihre Stimme zu erheben.

Im besagten Krone.at-Forum des betreffenden Artikels scheint es jedenfalls so zu sein, dass sich mittlerweile einige User gegen die gezeigte Intoleranz und Homophobie wehren. Gut so.

Bild 2: Facebook/A Comment a Day
Anzeige
7 Comments
  1. digiom (Jana Herwig) says

    +1!

  2. www.erstaunlich.at says

    @Oliver
    Wird es Dir nicht schon fad, alle als Trolle zu bezeichnen die sich mit der Homosexualität nicht abfinden können. Noch dazu das Zitieren aus einem Forum! Echt billig, Oliver. Klingt nach Sommerlochbefüllung.

    Schreibe einmal wieder einen zünftigen Beitrag, den ich auf ERSTAUNLICH dann wieder ordentlich zerlegen kann.

    Beim User Jana Herwig stellt sich bei mir eine Frage: Was ist der
    Vor- und was ist der Nachname?

    MfG
    Erich Reder

  3. thinkoutsideyourbox.net says

    @ Erich Reder:

    Ich muss dich leider enttäuschen, denn – wie du es nennst – „zerlegt“, wurde noch kein einziger meiner Beiträge von dir. Vielmehr wurde – wohl auch unbewusst – genau das bestätigt, was ich vielfach kritisiere.

    Wenn ich mich richtig entsinne, hast du in der Vergangenheit mehrfach davon gesprochen, dass sich Lesben und Schwule den heterosexuellen „aufdrängen“ und ihre Sexualität zur Schau stellen. Zugespitzt formuliert:

    „Homosexualität ist ok, solange Lesben und Schwule dies nicht öffentlich zeigen.“

    Damit bestätigst du aber genau das, was ich kritisiere. Nämlich, dass homosexuelle Menschen ihre normale sexuelle Orientierung verbergen müssen um ja nicht, die heterosexuellen zu „belästigen“. Ein homosexueller Mensch würde sich aber kaum daran stoßen, wenn auf der Straße sich ein heterosexuelles Pärchen einen Kuss geben oder Händchen halten würde. Andersrum ist’s eine „Provokation“…

    Daher „zerlegst“ du meine Kritik in keinster Weise, sonder vielmehr bestätigst du diese.

  4. www.erstaunlich.at says

    @Oliver
    Vor Dir steht ein ein Glas, welches zur Hälfte mit Flüssigkeit befüllt ist. Ein Pessimist würde sagen, das Glas ist halb leer. Der Optimist dagegen behauptet, dass dieses noch halb voll ist.

    Es freut mich, dass Du meine Beiträge so optimistisch siehst.
    MfG
    Erich Reder

  5. www.erstaunlich.at says

    Nachtrag:
    Nachdem ich auf Deinem Blog kein einziges Wort über die letzte VfGh-Entscheidung bzgl. Eingetragene Partnerschaften gelesen habe, widme ich Dir folgenden Beitrag, den ich extra heute verfasst habe:
    http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=832:ein-daempfer-fuer-homosexuelle&catid=1:erstaunliches
    Damit sind wir wieder beim halbvollen oder halbleeren Glas. Viel Vergnügen beim optimistischen Lesen.

    MfG
    Erich Reder

  6. thinkoutsideyourbox.net says

    Auch wenn du es nicht so sehen möchtest, dein Artikel bestätigt erneut meine Kritik. Ich zitiere:

    Schön langsam sollten auch Homosexuellengruppen erkennen, dass das Maß an stetig geforderten Extrawürsten voll ist und die Gesellschaft offenbar dementsprechend zu reagieren beginnt.

    1. Ist das nicht richtig. Es geht nicht um Extrawürste, sondern um die gleichen Rechte, die heterosexuelle Menschen immer schon haben..
    2. Ich kann nicht erkennen, dass die Menschen genervt sind. Genervt sind nur die ewiggestrigen, erzkonservativen, streng religiösen,… und/oder schlicht homophoben Menschen. Das können sie ruhig sein. Die LGBTI-Interessensverbände werden erst dann eine Ruhe geben, wenn die Forderungen erfüllt sind und kein Unterschied mehr wegen der sexuellen Orientierung gemacht wird.
    3. Die Mehrheit unterstützt die Forderungen der LGBTI-Community, nur Teile der Politik kapiert’s nicht (oder will es nicht verstehen).

  7. […] Schritt müssen viele weitere folgen. Gleichzeitig haben sich in den letzten Monaten homophobe Ausritte von verschiedenen Kreisen gehäuft. Auch die Forderung nach einer “Reparatur” (weniger […]

Leave A Reply

Your email address will not be published.

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.