Kanton Genf will Homophobie in Schweiz unter Strafe stellen

Der Kanton Genf will Homophobie in der Schweiz in der Bundesverfassung verankern und unter Strafe stellen. Dazu will das Kantonsparlament sein Initialrecht ausnutzen, um Homophobie zu bekämpfen und wie beim Straftatbestand des Rassismus mit bis zu drei Jahren Haft bestrafen. Damit soll Lesben und Schwulen in ihrer schwierigen Lebensphase des Coming-Outs geholfen werden, um sich gegen schwulen- und lesbenfeindliche Aussagen wehren zu können.

In einer Resolution des Kantonsrates Genf fordert dieser die Strafbarkeit von Homophobie in der Schweizer Bundesverfassung zu verankern. Gleichlautend zum Straftatbestand des Rassismus sollen homosexuellenfeindliche Aussagen und (verbale) Übergriffe mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.

Verfassungsergänzung angestrebt

Mit Hilfe des Initiativrechtes will der Kanton Genf Lesben und Schwulen gegen Homophobie besser schützen. Im Kantonsrat wurde ein entsprechender Beschluss mit nur einer Gegenstimme angenommen. Bereits zuvor hat die Menschenrechtskommission einstimmig die Pläne abgesegnet und angenommen.

Ziel des Kantons Genf ist es, wie „Tuckenalarm“ berichtet, dass die Rassismusstrafnorm in der Verfassung und das Strafgesetzbuch entsprechend geändert wird. Bislang ist laut Rassismusstrafnorm nur die Diskrimnierung von Menschen aufgrund der Diversitätsmerkmale Alter, Ethnizität, Sprache und des Geschlechts erfasst. Der Kanton Genf will den Diversitätsfaktor sexuelle Orientierung hinzufügen.

Besserer Schutz für Lesben und Schwule

Ziel ist es, Lesben und Schwule besser vor Homophobie zu schützen, indem diese unter Strafe und mit bis zu 3 Jahren Haft geahndet wird. Anlass dieser Initiative ist auch eine neue Studie der Universität Zürich mit der Schwulen- und Lesbenorganisation dialogai“, die belegt, dass das Selbstmordrisiko unter jungen Lesben und Schwulen um ein vielfaches höher ist, als unter gleichaltrigen heteroexuellen Teenagern.

Gerade während der emotional schwierigen Coming-Out-Phase benötigen Lesben und Schwule einen besonderen Schutz vor Homophobie, damit sie sich als Menschen akzeptieren können, wie sie sind und keine Suizidgedanken oder gar Suizidversuche durchführen. Der fehlende rechtliche Schutz vor derartigen Übergriffen macht es Lesben und Schwulen (unnötig) schwerer.

(Bild: Felipe Santos – CC-BY-2.0 – Flickr)
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2 Comments
  1. Judith says

    Da ist ein Tippfehler im letzen Satz des vorletzten Absatzes:
    „als unter gleichaltrigen *hetero*sexuellen Teenagern.“

  2. thinkoutsideyourbox.net says

    Judith, vielen Dank für den Hinweis. Ist nun korrigiert.

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