Jubiläum: 20 Jahre RosaLila PantherInnen

Der Verein „Rosa Lila PantherInnen“, die Interessensvertretung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in der Steiermark, feiert dieser Tage das 20-jährige Jubiläum. In den vergangenen Jahren hat sich vieles zum Positiven gewandelt. In den ersten Vereinsjahren standen der Kampf für Änderungen im Strafgesetzbuch (§ 209), im Jubiläumsjahr gibt es nun die Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule, die jedoch mit einigen Diskriminierungen aufwartet, gegen die nun ebenfalls gerichtlich vorgegangen wird. Erfolgreich, wie sich erst bei dem VfGH-Urteil hinsichtlich des fehlenden Bindestriches bei Doppelnamen zeigte (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

In den ersten Jahren der Vereinstätigkeit standen Änderungen des Strafgesetzes im Zentrum. Heute sei das Partnerschaftsgesetz in aller Munde und das Thema Outing oft schon für 15-Jährige abgehakt, so Vorsitzender Kurt Zernig bei einer Pressekonferenz am 21. November in Graz. Früher hätten sich die meisten Homosexuellen erst im Alter zwischen 20 bis 25 Jahren geoutet.

„Vor 40 Jahren gab es für homosexuelles Verhalten noch den Kerker“, nun gebe es ein Partnerschaftsgesetz, was ein „großer Wurf“ sei. In den 20 Jahren ist u.a. der Paragraf 209 des Strafgesetzes gefallen, doch all der Fortschritt bedeute nicht, dass die ARGE nicht mehr benötigt werde. Noch immer gebe es im Gesetz Diskriminierungen: Eingetragene Partnerschaften dürften nicht am Standesamt geschlossen werden und bedeuteten außerdem, dass statt Familiennamen „Nachnamen“ geführt werden müssen.

Auch der im Doppelnamen von „eingetragenen“ Schwulen und Lesben verbotene Bindestrich zählte zu den Diskriminierungen. Dazu gab es aber erst vergangene Woche die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH). Mitglieder der „Rosalila PantherInnen“ hatten die Beschwerde eingereicht und recht bekommen. Ab sofort dürfen Homosexuelle, die ihre Partnerschaft eintragen lassen, auch den Bindestrich führen. Jene, die bereits einen Doppelnamen ohne Bindestrich angenommen haben, müssten sich noch gedulden: „Die Änderung in einen Doppelnamen mit Bindestrich soll ohne Kosten möglich sein, da der Staat zuvor ja einen rechtswidrigen Namen ohne Bindestrich ausgegeben hat“, meinte Hans-Peter Weingand von den „PantherInnen“. Dies müsse aber noch geklärt werden.

Nicht nur rechtlich habe sich seit 1991 viel getan: Martina Weixler – die seit fünf Jahren Schul-Workshops zum Thema Homosexualität veranstaltet – meinte, dass sich Jugendliche heutzutage früher outen als in den 90ern. Diese Erfahrung bestätige sich bei den bis zu zehn Workshops, die ihr Team pro Jahr in Schulen abhalte. Zuletzt habe sich dabei eine 16-Jährige im Bundesschulzentrum Hartberg vor rund 200 Schülern und Lehrern als Transgender geoutet. Sie wünschte sich von Lehrern, dass das Thema Homosexualität ähnlich wie Aids fix eingeplant werde.

Das jährliche Budget der „Rosalila PantherInnen“ beträgt derzeit rund 40.000 Euro. Etwa die Hälfte kommt über Subventionen von Stadt und Land. Der Großteil der anderen Hälfte sind Einnahmen aus dem alljährlich stattfindenden beliebten „Tuntenball“ in Graz. Der kommende am 25. Februar im Grazer Congress steht übrigens unter dem Motto „Auf ins Paradies“. Zernig erklärte, dass die finanzielle Situation nicht zufriedenstellend sei: „Wir wollen das Geld vom Tuntenball eigentlich für Projekte verwenden und nicht um unsere Fixkosten zu decken.“

Link: RosaLila PantherInnen

(Text: APA; Bild: homo.at)
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