Italien: Mahnwache nach Selbsttötung eines jungen Homosexuellen

Erneut hat ein junger Homosexueller den Freitod gewählt, da er keinen Ausweg mehr für sein Leben gesehen hat. Damit setzt sich die traurige Serie in Italien fort, denn erst im Sommer hat ein junger Schwuler in der italienischen Hauptstadt Rom seinem Leben ein Ende gesetzt, wegen andaueren homophonen Mobbings und Angst, wie er seiner Familie seine sexuelle Orientierung ‚beichten‘ könne. Gestern gedenkten LGBT-AktivistInnen in Rom bei einer Mahnwache und forderten die Politik zum Handeln auf.

Erst vor wenigen Monaten hat sich in Rom ein erst 14-jähriger Teenager das Leben genommen, da er aufgrund andauernden Mobbings aufgrund seiner sexuellen Orientierung keinen Ausweg mehr gesehen hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Nun ist ein weiteres Leben eines jungen Mannes zu betrauern.

Mahnwache vor Kolosseum

In der Nacht auf Samstag vergangener Woche hat sich der 21-jährige Simone das Leben genommen, indem er sich vom Balkon der Wohnung seiner Eltern in die Tiefe stürzte. In einem Abschiedsbrief schrieb der verzweifelte junge Schwule, dass er wegen seiner Homosexualität ständig Mobbing ausgesetzt ist. Weiters heißt es:

„Es tut mir Leid. Ich kann so nicht weiterleben. Mir geht es nicht gut.“

In der Nähe des Kolosseum im LGBT-Viertel der italienischen Hauptstadt Rom versammelten sich Mittwoch Abend viele Personen mit Kerzen, um dem Tod von Simone zu gedenken und eine Mahnwache gegen Homophobie abzuhalten.

Forderung nach Gesetzen gegen Homophobie

Der Freitod von Simone zeigt auf ein neues, dass Italien dringend Maßnahmen gegen Homosexuellenfeindlichkeit notwendig sind, denn in Italien gibt es derzeit weder einen Schutz gegen Anti-Diskriminierung beim Bezug von Gütern und Services oder gegen Hassreden für Lesben, Schwule und Transgender-Personen.

Weiters gibt es – mit Ausnahme einzelner lokaler Anerkennungen – keine landesweiten Rechtsinistitute für die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften. Von einer Öffnung der Ehe im von der katholischen Kirche geprägten Land ganz zu schweigen.

Daher forderten LGBT-AktivistInnen und Organisationen ein weiteres Mal, dass die Rechtslage in Italien dringend verbessert werden muss und LGBTs besser vor Anfeindungen, Mobbing und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität geschützt werden müssen.

(Bild: ilmessagero.it)
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