Irland: Flugblatt behauptet Homosexualität verursacht Krebs

Radikal-klerikale und fundamentalistische Gruppierungen blasen zum letzten Gefecht gegen die gesellschaftliche Realität und der Anerkennung dieser vor dem Gesetz. Wenn in Irland in drei Monaten über die Öffnung der Ehe abgestimmt wird, so ist das nicht nur eine Abstimmung über die Gleichbehandlung aller BürgerInnen, sondern auch über den Einfluss von Glaubensgemeinschaften.

Am 22. Mai wird Irland über eine geschlechtsneutrale Definition der Ehe abstimmen (thinkoutsdieyourbox.net berichtete) und laut Umfragen spricht sich eine große Mehrheit für die Öffnung der Ehe aus, doch ein Ja der Volksabstimmung ist dennoch nicht sicher, da GleichstellungsgegnerInnen in den kommenden Wochen mit allen möglichen – auch verhetzenden – Mitteln für einen Meinungsumschwung in letzter Minute kämpfen werden.

Homosexualität verursacht Krebs

Wie verhetzend, radikal, menschenverachtend und homophob dieser Kampf von radikal-klerikalen Gruppierungen, aber auch von der Kirche geführt werden wird, zeigte sich bei der Konferenz der „Divine Mercy Apostolate Conference“ in „Royal Dublin Society“, wo ein Flugblatt der „Alliance for the Defence of the Family and Marriage (ADFAM)“ verteilt wurde, das an Verabscheuungswürdigkeit kaum noch zu überbieten ist.

 So heißt es auf dem Flugblatt unter anderen, dass Homosexuellen mit der Ehe-Öffnung „kein Gefallen“ getan werde, wie „Pinknews“ berichtet. Schließlich wird behauptet, dass Homosexualität zu Erkrankungen führt:

„Sie werden früher im Leben an Krebs erkranken. Die durchschnittliche Lebenserwartung von gleichgeschlechtlichen Paaren ist 60 Jahre. Statistisch betrachtet, haben sie eine höheren Alkoholismus, illegalen Drogenmissbrauch, Depressionen und Selbstmordraten.“

Damit werden altbekannte Fakten genannt, die zwar teilweise stimmen, jedoch nicht an der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität ihre Ursache haben, sondern in mangelnden sozialen und gesellschaftlichen Rückhalt begründet liegen (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Genau betrachtet ist also nicht die Homosxualität die Ursache für Alkoholismus oder eine höhere Suizidrate unter LGBTs, sondern die von GleichstellungsgegnerInnen geschürte intolerante und stereotypisierende Gesellschaft, wie dies diese HetzerInnen dieses Flutblattes sind.

Kindern droht Schaden bei gleichgeschlechtlichen Eltern

Des weiteren wird in dem hetzerischen Fluglbatt ausgeführt, dass LGBTs kein Eherecht und kein Adoptionsrecht erhalten sollen, da ohnehin

„nur eine Minderheit ein Kind adoptieren will, aber Kinder, die nicht von einem Mann und einer Frau adoptiert wurden, droht achtmal mehr Schaden und sind 50 mal häufiger von Verletzungen betroffen.“

Mit diesen Aussagen werden erneut Behauptungen aufgestellt, die einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht standhalten, denn alle (!!) wissenschaftlich anerkannten Studien und Untersuchungen belegen, dass das Kindeswohl in Regenbogenfamilien gegeben sein kann, da dieses nicht von der Familienzusammensetzung abhängig ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Abstimmung über Ehe-Öffnung mit Scharia verglichen

Schließlich erläutert das Flugblatt, dass von der Abstimmung über die Ehe-Öffnung eine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht, denn:

„Für die gleichgeschlechtliche Ehe zu stimmen, ist wie Abstimmen für das islamische Recht, als Scharia bekannt.“

Darüberhinaus wird beklagt, dass mit der Öffnung der Ehe für LGBTs eine kleine Minderheit der Mehrheit diktiert, wie die Ehe definiert sein muss. In letzter Konsequenz führt all das zur

„Verfolgung von ChristInnen und es wird ein Verbrechen werden, christliche Werte zu predigen.“

Laut der „Alliance for the Defence of the Family and Marriage (ADFAM)“ ist genau das in anderen Regionen bereits passiert.

Dieses hetzerische Flugblatt ist der beste Beweis dafür, dass es wichtig ist, den Einfluss von Religionen auf die Gesetzgebung strikt zurückzuweisen und den HetzerInnen klar zu machen, dass die Mehrheit der BürgerInnen dafür eintritt, dass alle – unabhängig der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität – die gleichen Rechte haben.

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1 Comment
  1. […] Die Chancen stehen gut, dass das nächste Land die Ehe für Lesben und Schwule öffnet, trotz massiver Kampagne von Glaubensgemeinschaften religiös-fundamentalen Kreisen. Erst im Februar wurde auf übelste Weise gegen LGBTs gehetzt, als auf einem Flugblatt behauptet wurde, dass Homosexualität Krebs verursache würde (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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