HOSI Linz: Cafe Julius muss zusperren und CSD-Straßenfest abgesagt

Schlechte Neuigkeiten gibt es für die LGBT-Community in Oberösterreich. Das Cafe der HOSI Linz, das „Julius“ muss leider seine Pforten schließen und auch das für den 30. Juni geplante Straßenfest, der Linzer Christopher-Street-Day, musste abgesagt werden. Der Grund für diese radikalen Maßnahmen sind die finanziellen Sorgen, mit denen die Homosexuelle Initiative Linz zu kämpfen hat.

Bereits im Herbst 2011 berichtete thinkoutsideyourbox.net über die finanziellen Nöte, mit denen die HOSI Linz, die seit 30 Jahren für die Belange und Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen kämpft, konfrontiert ist. Aus diesem Grund startete die HOSI Linz eine Spendenaktion, um den laufenden Betrieb und die Angebote weiterhin in vollem Umfang betreiben zu können.

Spendenaktion brachte Hoffnung

Der Verein schöpfte Hoffnung, als unter anderem mit Hilfe der Spenden der LGBT-Community ein weitestgehend ausgeglichener Jahresabschluss geschafft und die benötigten 45.000 Euro aufgestellt werden konnten. Jedoch stellte die Stadt Linz dann eine vorgeschriebene Mietnachzahlung für die Jahre 2009 bis 2011 fällig, die dazu geführt hat, dass die HOSI Linz dann wieder am Ausgangspunkt angelangt war.

Seidem fallen weiterhin monatlich Kosten, wie Mietkosten, Strom und Heizung sowie Personalkosten, an, die mithilfe der Einnahmen und der Subvention nicht zu begleichen waren. Wie die HOSI Linz schreibt, sind es monatlich gut und gerne 12.000 Euro, die es gilt, zu erwirtschaften. Die Subventionen betrugen bislang jedlich 39.000 Euro.

Cafe Julius schließt und CSD-Straßenfest abgesagt

In Anbetracht dieser Lage blieb der HOSI Linz nichts anderes übrig, als radikale Schritte zu setzen und jene Angebote, die in keinster Weise kostendeckend sind, zu beenden. So heißt es weiters auf der Homepage der HOSI Linz zur Schließung des Cafe „Julius“:

„Also bleibt uns gar keine andere Möglichkeit mehr, als alle Kosten verursachenden Projekte gegen Null zu fahren. Daher mussten wir das Personal kündigen, aber ohne Personal lässt sich der Café-Betrieb nicht weiter aufrechterhalten…“

Die HOSI Linz bedauert zutiefst, dass sie diese gravierenden Einschnitte machen musste – einerseits weil das „Julius“ ein Anlaufpunkt für LGBTs gewesen ist und andererseits die öffentliche Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen durch die Absage des Straßenfestes massiv leidet.

Zwar wurde durch eine radikale Umstrukturierung versucht, das bestehende Angebot zu halten (thinkoutsideyourbox.net berichtete), doch der HOSI Linz lief die Zeit davon. Und so heißt es:

„Die versuchten Restrukturierungsmaßnahmen brauchen Zeit um zu greifen, Zeit die wir leider nicht mehr haben.“

Schade, dass gerade im Jubiläumsjahr der HOSI Linz, mit derlei Problemen zu kämpfen ist. Zukünftig wird das Cafe „Julius“ nur mehr zu bestimmten Veranstaltungen geöffnet werden, wie bespielsweise für das Benefizkonzert am 9. Juni.

Abschiedsparty „say goodbye to Julius – the last order“

Nachdem das Cafe „Julius“ heute zum letzten Mal seinen regulären Betrieb hat, lädt das Team der HOSI Linz und des Cafe „Julius“ zu einer Abschiedsparty ein. Wenn schon geschlossen werden muss, dann wenigstens mit einer ordentlichen Party – so das Motto. Und so gibt es ein kleines „Special“:

„Ein Shot oder Sekt gratis (solange der Vorrat reicht) für alle die sich an der Bar ihres Oberteils entledigen (Frauen dürfen natürlich den BH anbehalten ^^) „

Für heiße Beats sorgt an diesem Abend DJ T.Cane (House-Music De Luxe). Das HOSI Linz Zentrum und das Cafe „Julius“ befindet sich in der Fabrikstraße 18, 4020 Linz.

(Bild: © HOSI Linz)
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