Homosexuellen-Aktivistin erhält posthum ‚Präsidiale BürgerInnenmedaille‘ von US-Präsident Obama

In Washington DC im Weißen Haus hat am vergangenen Freitag der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, die ‚präsidiale BürgerInnenmedaille‘ an Jeanne Manford für ihren unermüdlichen Einsatz und Kampf für LGBT-Rechte verliehen. Jeanne Manford verstarb erst vor wenigen Wochen am 8. Jänner 2013. Die von ihr mitgegründete Organisation trägt den Namen ‚PFLAG‘ und steht für ‚Parents, Families and Friends of Lesbians and Gays‘.

Jeanne Sobelson Manford wurde am 4. Dezember 1920 in Flushing in Queens (Stadtteil von New York City) geboren. Sie war eine Lehrerin in den USA und mit Charles Sobelson verheiratet, mit dem sie drei Kinder, darunter Morton, hatte. Ihr Leben änderte sich im April 1972 auf dramatische Art und Weise.

Im April 1972 erhielt sie einen Anruf aus dem Krankenhaus, wo ihr mitgeteilt wurde, dass ihr Sohn Morton, ein Schwulenrechtsaktivist, zusammengeschlagen und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, als er in New York während dem 50. „Inner Circle Dinger“ Flyer für Homosexuellen-Rechte verteilte. Berichte besagen, dass ihr Sohn Morty getreten und geschlagen wurde.

Ihre ersten Schritte als Homosexuellen-Rechts-Aktivistin

Als erste Reaktion schrieb sie einen Protestbrief an die „New York Post“, wo sie sich als die Mutter ihres schwulen Sohnes „outete“ und die Polizei heftig über das Nichteinschreiten der Polizei beschwerte. Daraufhin gab sie – teilweise in Begleitung ihres Ehemannes oder ihres Sohnes – in den folgenden Wochen in zahlreichen Radio- und TV-Sendungen Interviews in verschiedenen Städten der USA.

Im Juni des gleichen Jahres nahm sie gemeinsam mit ihrem Sohn am „New York’s Christopher Street Liberation Day March“, dem Vorgänger der „New York Pride Parade“, teil, wo sie einen Banner mit der handgeschriebenen Aufschrift

„Parents of Gays Unite in Support for Our Children“

stolz in die Höhe hielt. Zu dieser Zeit wurde Homosexualität in den USA noch immer als psychische Krankheit eingestuft und auf einer Stufe mit Sodomie gestellt wurde.

Co-Gründerin von PFLAG (Parents, Families and Friends of Lesbians and Gays)

Als Reaktion auf ihren Einsatz für ihren homosexuellen Sohn kamen schließlich zahlreiche Lesben und Schwule auf Jeanne Manford zu und baten sie, mit deren Eltern zu sprechen. Das war schließlich dar Grund, zu beschließen, eine Gruppe zu gründen. Das erste formale Meeting fand schließlich am 26. März 1973 in der „Metropolitan-Duane Methodist Church“ in Greenwich Village in New York statt, an dem ca 20 Personen teilnahmen.

Im Jahr 1979 folgten zwischen 75.000 und 125.000 Menschen dem „National March for Gay and Lesbian Rights“ in Washington DC. und es folgte das erste landesweite Treffen der in den Jahren davor in den ganzen USA aus dem Boden gesprossenen Gruppen von Eltern, die für ihre homosexuellen Söhne und Töchter kämpften und einen „sicheren Hafen“ boten..

Im darauffolgenden Jahr begann „PFLAG“, zunächst als „Parents FLAG“ Informationsmaterialien landesweit an Ausbildungsstätten und auch an Glaubensgemeinschaften zu verteilen, wo sie sich als Informationsquelle für die Allgemeinheit präsentierten.

Im Jahr 1981 wurde schließlich die landesweite „PFLAG“-Organisation gestartet und das erste Büro wurde in Los Angeles unter dem Gründungspräsidentin Adele Starr. In den folgenden Jahren wuchs die Organisation immer weiter und schließlich wurde unter dem Namen „PFLAG“ auch Bisexuelle und Transgender Personen inkludiert. 1998 wurde darüberhinaus nicht nur die sexuelle Orientierung, sondern auch geschlechtliche Identität in ihre Grundsätze aufgenommen.

Eine landesweite Kampagnen in den USA von „PFLAG“ war beispielsweise jene aus dem Jahr 2006 unter dem Titel „Stay Close„, die dazu aufrief, Familie und FreundInnen von LGBT-Personen aufzurufen, ihre LGBT-FreundInnen zu untersützen. In den mittleren 1990er-Jahren sorgte das „Project Opend Mind“ für Kontroversen und der Republikaner und Baptist, Pat Robertson drohte, PFLAG und alle TV-Stationen, die die Kampagne ausstrahlten zu klagen. Anlass war, dass in diesen Spots homophobe Aussagen von verschiedenen Personen, unter anderem von Robertson selbst, gezeigt wurden.

Posthume Verleihung der Ehrenmedaille durch US-Präsident Barack Obama

Eine der wichtigsten Homosexuellen-AktivistInnen der USA, Jeanne Sobelson Manford verstarb am 8. Jänner 2013. Nach ihrem Tot wurde ihre Wirken und ihr Handeln für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen auch von US-Präsident Barack Obama, ein Unterstützer von LGBT-Rechten (thinkoutsideyourbox.net berichtete), posthum mit der BürgerInnenmedaille für große Verdienste in den USA geehrt.

Die Verleihung der „Presidential Clitizens Medal“ fand vergangenen Freitag im Weißen Haus in Washington statt. Die Verleihung dieser Ehrenmedaille wurde von US-Präsident Barack Obama persönlich vorgenommen.

Der Einladung zur Ehrung folgten neben zahlreichen PFLAG-VertreterInnen auch die Urenkelinnen von Jeanne Manford, Jules, Clara und Grace. Die Medaille nahm die Tochter von Jeanne, Suzanne Manford Swan im Namen ihrer Mutter von Präsident Barack Obama entgegen.

Möge PFLAG auch weiterhin vielen Eltern und LGBTs in den USA eine Hilfe sein und weiterhin eine laute Stimme im Kampf für die völlige rechtliche Gleichstellung von LGBTs – denn es geht um BürgerInnenrechte.

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