Frankreich: Senat stimmt auch für Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

Der französische Senat hat am Mittwochabend, während in Paris rund 5.000 Personen gegen Homophobie demonstrieren, nach der Zustimmung zur Ehe-Öffnung auch dem noch umstritteneren Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare zugestimmt. Damit setzt die sozialistische Regierung mit Hilfe anderer Linksparteien im Senat konsequent die Beendigung der Diskriminierung von Lesben und Schwulen fort.

Nachdem der Senat bereits am Dienstag die wichtigste Gesetzesänderung, nämlich die Neudefinition der Ehe, mit Mehrheit beschlossen hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete), ist am Mittwoch am Abend der nächste Schritt erfolgt – die Änderung beim Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

Senat stimmt Adoptionsrecht für Lesben und Schwule zu

Am Mittwoch schließlich hat der Senat, in dem die sozialistische Regierung von Präsident Francois Hollande keine Mehrheit hat und somit auf die Stimmen von anderen Fraktionen, allen voran den Kommunisten und Grünen angewiesen ist, ebenfalls mit Mehrheit ein weiteres Gesetz angenommen.

Damit wird zukünftig auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare gewährt. Das Gesetz sieht zukünftig vor, dass gleichgeschlechtliche Paare bei der Adoption gleich wie heterosexuelle Paare behandelt werden müssen.

Die Debatte wurde erneut sehr intensiv geführt und es gab heftige Kritik – wie schon zuvor – von der oppositionellen UMP-Fraktion. Im Besonderen wird kritisiert, dass die Änderungen auch zu Leihmutterschaft und künstliche Befruchtung für Lesben führen würden. Diese Aspekte hat Hollande bei seinem aktuellen Gesetzespaket ausgeklammert.

Eine der AntreiberInnen bei der Gleichstellung von Lesben und Schwulen ist die Justizministerin Christiane Taubira. Diese beklagte laut der Zeitung „Le Monde“, dass sie von GleichstellungsgegnerInnen ständig die gleichen Fragen im Parlament gestellt bekomme.

5.000 demonstrieren zeitglich gegen steigende Homophobie

Während der Senat über die nächsten Gleichstellungsschritte beraten hat, fand in Paris eine Demonstration statt, um gegen die steigende Homophobie, die wohl ein Resultat der Hetze von GleichstellungsgegnerInnen ist und es zuletzt bei der Massendemo in Paris auch zu gewalttätigen Übergriffen gegen die Polizei gekommen ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete), zu demonstrieren.

Trotz strömenden Regens folgten 5.000 Personen dem Aufruf von „SOS Homophobia“ und skandierten unter anderem

„Homophobie tötet!“

Aktueller Anlass war der gewalttätige Übergriff auf zwei Männer, die durch Paris Hand-in-Hand gingen und deswegen von homophoben Jugendlichen verprügelt wurden (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Gleichzeitig wurde das LGBT-Frühlingsfest in Paris von homophoben Vandalen verunstaltet.

(Bild: Screenshot YouTube-User MediaQuickPress)
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3 Comments
  1. […] Gegen diese homophe Gewaltrhetorik und bereits erfolgten homophob motivierten Übergriffe demonstrierten diese Woche in Paris rund 5.000 Personen – friedlich, lebensfroh und bunt (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

  2. […] in Paris, am Place de la Bastille auf. Bereits vor einigen Tagen demonstrierten in Paris rund 5.000 Personen – friedlich – während der Senatsdebatte zur Ehe-Öffnung in Paris gegen die umgreifende Homophobie (thinkoutsideyourbox.net berichtete) […]

  3. […] demonstrieren Lesben und Schwule friedlich für die ihnen zustehenden Rechte und gegen Homophobie (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und ein neues Kapitel dieses friedlichen Protests gegen Homophobie und Intoleranz, schreibt nun […]

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