Exklusiv: Backstage-Report zu Dreharbeiten des Kurzfilmprojekt „Homophobia“

Die vergangenen Tage wurde in Oberösterreich das Kurzfilmprojekt „Homophobia“ rund um Gregor Schmidinger gedreht. „Project Homophobia“ hat mittels einer Crowd-Funding Kampagne den Film zu Teilen finanziert. Auch wurde das Projekt im Rahmen des „queeren Kleinprojektetopfes“ der Stadt Wien im ersten Halbjahr 2012 gefördert. Die Schauspieler wurden ebenfalls Online gecastet. Exklusiv bietet euch thinkoutsideyourbox.net einen Backstage-Report von den Dreharbeiten mit Fotos, Statements und zwei Making-Of-Videos.

Die Dreharbeiten zu Gregor Schmidingers Kurzfilm „Homophobia“ sind 29. Februar in der Früh zu Ende gegangen. Insgesamt wurde im Zeitraum von 24. bis 28. Februar in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz und Umgebung das Kurzfilmprojekt des Oberösterreichers realisiert. Nach der langen Planungs- und Finanzierungsphase konnte das Team rund um Gregor Schmidinger endlich taten walten lassen und in die Drehphase starten. Gedreht wurde im Detail in Linz in der Tabakfabrik und die Eishalle wurde kurze kurzerhand zur Kaserne umfunktioniert – handelt der Film doch im Umfeld des österreichischen Bundesheeres. Ein weiterer Drehort war Gregors Heimatort Zwettl an der Rodl, wo ein Waldstück die Kulisse für das große Finale des Films bildet.

Casting der Hauptdarsteller

Nachdem bereits die Finanzierung des Kurzfilmprojektes „Homophobia“ zum Teil mittels Crowd-Funding erfolgte (thinkoutsideyourbox.net berichtete) sowie die Stadt Wien im Rahmen des „queeren Kleinprojektetopfes“ ebenfalls einen Zuschuss leistete (thinkoutsideyourbox.net berichtete), so ungewöhnlich erfolgte auch das Casting der Schauspieler – nämlich online (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Auf den im November gestarteten Online-Casting-Aufruf haben sich etwa 30 Jungschauspieler aus Österreich und Deutschland beworben. Nach einer Vorselektierung fand dann ein weiteres Casting in Wien statt. Schließlich hat sich das Filmteam für die Jungschauspieler Michael Glantschnig aus Kärnten, Josef Mohamed aus Tirol und Günther Sturmlechner aus Niederösterreich entschieden.

Gregor Schmidinger zu der Entscheidung:

„Was man oft vergisst ist, dass die Gruppendynamik sehr wichtig ist. Ich glaube, wir haben Schauspieler gefunden, die als Gruppe gut funktionieren. Es haben sich sehr viele gute Schauspieler beim Casting beworben, aber ich glaube, dass die Gruppe, die wir schlussendlich gecasted haben, am besten zusammen funktioniert, was auch sehr wichtig für die Dynamik der Charaktere im Film ist.“

Für die Jungschauspieler standen nicht nur erste Kameraerfahrungen im Vordergrund, sondern auch die Thematik des Filmes, der Homophobie und Suizidgedanken aufgrund der gesellschaftlichen Ablehnung aufgreift und zum Nachdenken anregen soll, hat sie bewogen, sich für diesen Kurzfilm zu bewerben. So meinte beispielsweise Günther Sturmlechner zu „Homophobia“:

„Ich hab viele Freunde, die homosexuell sind und die sind alle extrem nett. Und ich hab auch viele Bekannte, die sind, ich sag mal, rechts angehaucht – aber einfach, weil sie es nicht besser kennen, aus Unwissenheit eben. Deswegen kenne ich beide Seiten und ich finde es super einen Film zu machen, um genau auf das Aufmerksam zu machen – dass man durch die Angst, sich selbst zu akzeptieren, in den Tod getrieben wird und dass das ein großes Problem der Gesellschaft ist, einfach zu sagen  – hey, ich bin so, wie ich bin.“

Reaktionen der Darsteller zum Dreh von „Homophobia“

Nachdem ausschließlich Jungschauspieler für die Rollen besetzt wurden, war es natürlich eine Herausforderung, allfällige Hemnisse zu überwinden. Gregor war jedoch schon vorab überzeugt, dass sein Team und er den richtigen Cast mit der richtigen Gruppendynamik gefunden haben.

Einig sind sich die Schauspieler, dass das abgehaltene Probewochenende in Linz sehr geholfen hat, wo Gregor den Film näher erläuterte und wie dieser bei den ZuschauerInnen Emotionen hervorrufen kann und soll. Dennoch war in einzelnen Szenen, wie die Schauspieler schildern, ein Herantasten „notwendig“. Dass sich das Team rund um Gregor Schmidinger gut auf die Dreharbeiten vorbereitet haben, bemerkte gleich Günther, der schilderte:

„Ich hab ein bisschen Angst gehabt vom Dreh,weil ich noch sehr wenig Kameraerfahrung habe. Aber das Team ist super, alle sind sehr nett, ich werde sehr gut verpflegt und alle sind sehr professionell.“

Alle drei Schauspieler haben sich unterschiedlich auf ihre unterschiedlichen Rollen im Film vorbereitet. Und so meinte Günther:

„Die Figur vorzubereiten ist eh schon sehr viel Arbeit gewesen. Ich hab mich so gut es geht vorbereitet. Ich hab z.B. Filme geschaut um mich auf die Rolle des Jürgen vorzubereiten – ein paar Bösewichte aus diversen Filmen. Marathon Man mit Dustin Hoffman, oder Inglorious Basterds mit Christoph Waltz, und hab geschaut, wie die das spielen, weil wenn man böse ist, geht man ziemlich selten in das schreien rein, sondern man bleibt meistens sehr ruhig und spielt die Machtkarte so aus.“

Für Josef Mohamed war vor allem der Dreh am Bahnhof eine Erfahrung und sehr spannend, weil im Film die Figur des Raphael erkennt, dass er in Michael einen wirklich guten Freund gefunden hat und es letztlich egal ist, ob er schwul ist oder nicht. Vor dem Dreh im Wald meinte Josef:

„Die Waldszene zwischen Michael und Raphael wird für mich sicher eine große Herausforderung werden, weil es wahrscheinlich sehr kalt sein wird im Wald und weil es emotional und schauspielerisch recht anspruchsvoll zu spielen sein wird.“

Michael Glantschnig sagte, er habe sich gar nicht so sehr auf den Film vorbereitet. Für ihn stand ein anderer Schwerpunkt im Vordergrund, nämlich:

„Was ist  davor in seinem Leben [Michael, seiner Rolle]passiert, was will er und wie reagiert Michael auf Leute. Ich hab mir einfach einpaar Fragen gestellt um mich in die Rolle hineinzuversetzen.“

Michael hat sich vor dem Dreh besonders auf die Szene nach dem Kuss gefreut, wo er emotional aufgeladen davon läuft. Ebenfalls Freude hatte er in der Szene mit dem Kommandaten. In seiner Schauspielausbildung hat er meistens nur mit jungen Leuten zu tun, hier jedoch stand ihm ein“Alterer“ gegenüber. Hier freute er sich besonders über diese Erfahrung.

Zum Kurzfilmprojekt „Homophobia“ hat er durch seine Schauspielakademie erfahren, die das Projekt ebenfalls bewarb. Auch wenn er – wie er sagt – noch nicht wusste, wie so ein Dreh genau abläuft, wollte er unbedingt Teil des Projekts werden:

„Dann hab ich die Projektseite durchgelesen und mir hat es sehr gut gefallen. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr für die Rolle [des Michael] gesehen habe, von der Beschreibung her. Die Thematik ist sehr spannend – ich wusste zum Beispiel nicht, was Homophobie ist, oder gay-bullying. Es war sehr spannend, das mal aus der perspektive zu hören. Der Leitspruch des Film gefällt mir am besten – Selbstakzeptanz führt zu Stärke. Der Slogen ist universell – nicht nur für Homosexualität. Durch Selbstakzeptanz wird man stark, dadurch kann man Sachen schaffen, man muss sich nicht permanent an etwas festklammern oder Hilfe von anderen erwarten.“

Alle drei Jungschauspieler lobten das tolle Umfeld und Klima während der Dreharbeiten, das ein wichtiges Fundament für einen erfolgreichen Dreh ist.. Da sich alle untereinander gut verstanden, machte es dem gesamten Team umso mehr Freude das Projekt abzudrehen und in die Kamera zu bekommen. Durch das gute Verhältnis konnte man sich gegenseitig helfen und was geben, wie Michael Glantnschnig, Josef Mohamed und Günther Sturmlechner betonen.

Backstage-Fotos von „Homophobia“



Making-Of Video „Homophobia“ Part 1:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Making-Of Video „Homophobia“ Part 2:

Nach dem erfolgreichen Dreh, geht es nun in der Post-Production mit dem Schnitt, dem Sounddesign und der Planung für die Premierenparty weiter, welche am 11. Mai 2012 in Wien stattfinden soll, kurz vor dem „International Against Homophobia“ am 16. Mai. Danach wird Homophobia dann im Internet auf diversen Videoplattformen abrufbar sein – so auch auf thinkoutsideyourbox.net.

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10 Comments
  1. Martin G. says

    Der Bericht, die Fotos und Videos lassen auf einen tollen Film hoffen. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, wenn der Film im Mai veröffentlicht wird.

  2. thinkoutsideyourbox.net says

    …ebenfalls schon sehr gespannt auf den Film.

  3. […] Exklusiv: Backstage-Report zu Dreharbeiten des Kurzfilmprojekt “Homophobia” […]

  4. Stephan says

    Wird der Film auch im Kino gezeigt werden? Zum Beispiel bei einem schwul lesbischen Filmfestival?

  5. tangophil says

    Wo wird die Premierenparty stattfinden?

  6. Manuel says

    @ Stephan – wir planen, den Film auch auf diversen Festivals zu zeigen. Einige Gespräche sind schon am Laufen, wenn wir was konkretes Erfahren, geben wir es bekannt :)

    @ tangophil – die genaue Location geben wir noch bekannt. Die Organisation läuft grad…es wir auf jeden Fall eine Premieren-Party in Wien geben und vielleicht einpaar Tage später auch eine Vorführung in Linz.

  7. thinkoutsideyourbox.net says

    Danke, Manuel für die Antworten. ;-)

  8. […] Die Dreharbeiten fanden im Februar im Mühlviertel in Oberösterreich statt. thinkoutsideyourbox.net hatte die Möglichkeit, einen exklusiven Backstage-Report zu den Dreharbeiten zu veröffentlichen, mit Fotos und Videos von den Dreharbeiten und Stellungnahmen der Darsteller. Den Backstage-Report findet ihr unter diesem Link. […]

  9. […] Die Dreharbeiten für “Homophobia” fanden im Februar in Oberösterreich statt – Gregors Heimat. thinkoutsideyourbox.net warf einen Blick hinter die Kulissen und konnte euch einen exklusiven Backstage-Report liefern, mit Interviews, Fotos und zwei Making-Of Videos (Hier geht es zum Backstage-Report). […]

  10. […] der Kurzfilm nun ab sofort online zu sehen. thinkoutsideyourbox.net ist erfreut, euch nach einem exklusiven Backstage-Report der Dreharbeiten (hier geht es zum Bericht) den Film “Homophobia” in voller Länge präsentieren zu […]

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