Deutsche Bischofskonferenz: Ehe muss Verbindung zwischen Mann und Frau bleiben

In der zu Ende gehenden schwarz-gelben Regierungszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Fraktion die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren verhindert und nur auf Anweisung des deutschen Bundesverfassungsgerichts widerwillig die von den HöchstrichterInnen geforderte Gleichstellung in der Minimalvariante umgesetzt. Nun ruft die deutsche Bischofskonferenz zur Teilnahme an der Bundestagswahl am 22. September auf und warnt gleichzeitig vor der Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.

Angela Merkel und ihre konservative Union hat die längst überfällige völlige Gleichstellung von homosexuellen PartnerInnenschaften verhindert und ihr Koalitionspartner, die liberale FDP, hat stets mit dem Koalitionspartner mitgestimmt.

Die CDU/CSU hat vieles mit der römisch-katholischen Kirche gemein. Sowohl die Union als auch die römisch-katholisch Kirche sind noch immer nicht im 21. Jahrhundert angekommen und verweigern sich auch weiterhin, dies zu tun.

Bischofskonferenz: Ehe Verbindung zwischen Mann und Frau

In einem Hirtenbrief hat nun die deutsche Bischofskonferenz zur Teilnahme an der Bundestagswahl am 22. September aufgerufen. Gemäß den Umfragen wird Angela Merkel auch nach dem 22. September Bundeskanzlerin bleiben. Die Frage ist nur, mit welchem Koalitionspartner.

Zwar hat die Bischofskonferenz keine genaue Wahlempfehlung bzw. Präferenz für eine Partei abgegeben, doch gerade der im Hirtenbrief wieder ausgeführte Standpunkt zur Definition der Ehe macht deutlich, welche Partei die deutschen Bischofe präferieren. So heißt es:

„Mit Sorge beobachten wir politische Bestrebungen, den Ehebegriff auf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften auszuweiten. Seit jeher gilt die Ehe als Verbindung von Mann und Frau, die prinzipiell offen ist für Nachkommen. An diesem Verständnis sollte festgehalten werden.

Weiters führt im Hirtenbrief die Bischofskonferenz aus, dass die Gesellschaft die Familie für die Zukunftsentwicklung benötigt. So schreiben die Bischöfe weiter:

„Unsere Gesellschaft braucht für ihre Zukunftsfähigkeit Ehepaare und Familien, die das Zusammenleben tragen und bereit sind, Leben weiterzugeben. Das Grundgesetz stellt sie unter einen besonderen Schutz, der Beachtung verlangt.“

Bischofskonferenz negiert gesellschaftliche Realität

Damit negiert die Bischofskonferenz, dass tagtälich Lesben und Schwulen in ihrem Familien Höchstleistungen erzielen und den Kindern in den Regenbogenfamilien ein Zuhause bieten. Diese Leistungen von Lesben und Schwulen sind nicht weniger wertvoll, wie es in traditionellen Familien der Fall sein kann.

Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat in der Vergangenheit regelmäßig die Rechte von Lesben und Schwulen gestärkt und 2013 beispielsweise das Verbot der Sukzessivadoption für grundgesetzwidrig erklärt, da hier „die Grundrechte, die für die Persönlichkeitsentfaltung der Kinder wesentlich sind, berührt“ waren  (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Das Urteil des BVerfG implizierte auch, dass das Kindeswohl in Regenbogenfamilien gegeben sein kann, da dieses – wie sämtliche wissenschaftlich anerkannten Studien belegen – nicht von der Familienzusammensetzung abhängig ist. Damit ist die Verweigerung der vollständigen Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Absicherung von Regenbogenfamilien wider dem Kindeswohl.

Linktipp: Wahlprüfsteine des LSVD zu LGBT-Rechten

(Bild: Pfarrei St. Bonifatius Berlin – CC-BY-2.0 – Flickr)
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