Conchita Wurst will ein Baby. PR-Gag oder ernsthafter Wunsch?

Tom Neuwirth, der bei der ORF-Castingshow „Die große Chance“ als Kunstfigur „Conchita Wurtst“ mitmachte und es bis in die Finalshow geschafft hat, tüftelt weiter an der Karriere. Die erste Single wird gerade produziert. Nun verkündet sie in der Tageszeitung „Österreich“, dass sie mit ihrem Mann Jacques Patriaque eine Regenbogenfamilie gründen will. Für Wurst und Patriaque wäre die Adoption eines Kindes eine Option. PR-Gag oder ernsthafter Wunsch?

Die „Frau mit Bart“ polarisierte und zog im Vorfeld der Finalsendung den Großteil der Aufmerksamkeit auf sich. Gewonnen hat jedoch – und auch verdientermaßen – die Singer-/Songwriterin Christine Hödl. Die lesbische Künstlerin lebt mit ihrer Partnerin in Wien und gründete vor paar Monaten eine Regenbogenfamilie. Ihre Partnerin hat sich im Ausland künstlich befruchten lassen, nachdem dies in Österreich für verpartnerte lesbische Frauen nicht erlaubt ist. Hoffentlich, ändert sich dies bald…

Conchita Wurst: „Ich will ein Baby.“

In der Tageszeitung „Österreich“ verkündet Conchita Wurst nun, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Familie gründen möchte. So berichtet die Tageszeitung in der Ausgabe vom 30.11.2011, dass Wurst gegenüber „Österreich“ verriet:

„Ich will ein Baby haben. Natürlich mit meinem Schatz. Und das schon bald.“

Wie Neuwirth und sein Ehemann das umsetzen möchten? Für Neuwirth und Patriaque wäre demnach die Adoption eines Kindes eine Option. Weiters schreibt die Tageszeitung, dass die Gründung einer Regenbogenfamilie für die beiden Männer die „Krönung für das ungewöhnliche Paar“ wäre.

Was an dem Paar ungewöhnlich ist, beantwortet die Tageszeitung nicht. Ist es ungewöhnlich, wenn ein Paar nicht der vermeintlichen Heteronormativität entspricht? Oder wenn ein Mann sich in Frauenkleider wirft und das klassische Frauenbild mit Bart konterkariert? Bei allem Fortschritt der letzten Jahre, es ist noch ein weiter Weg, bis Personen, die nicht in klassische Rollen- und Geschlechterbilder passen, nicht mehr als „ungewöhnlich“ bezeichnet werden.

PR-Gag oder ernsthafter Wunsch?

Ob dies jedoch auch wirklich umgesetzt wird bzw. werden kann, ist (noch) nicht bekannt und wird sich zeigen. Einerseits verbietet der österreichische Gesetzgeber derzeit die gemeinsame Adoption von (Fremd)Kindern von homosexuellen Paaren, die in einer Eingetragenen Partnerschaft leben. Es könnte maximal – unter Vorraussetzung der Erfüllung aller Adoptionskriterien – nur einer der beiden Männer ein Kind adoptieren. Einer der beiden würde rechtlich gesehen, derzeit nicht als Elternteil anerkannt werden.

Doch vordergründig stellt sich die Frage, ob es sich hier um einen PR-Gag wünscht, um weiterhin im Gespräch zu bleiben und der Karriere einen neuerlichen Schub zu geben. Diese Frage muss (vorest) jedoch unbeantwortet bleiben. Es ist jedoch sehr zu hoffen, dass es sich um keinen PR-Gang, sondern um einen ernsthaften Wunsch der beiden Männer handelt.

Denn für einen PR-Gag wäre diese ernste Thematik, die zahlreiche Regenbogenfamilien betrifft, welche tagtäglich mit Rechtsunsicherheiten aufgrund der ideologischen Ignoranz bestimmter politischer Kräfte zu kämpfen haben, völlig verfehlt.

Update 01.12.2011:

Auf Facebook hat Jaques Patriaque einen Kommentar abgegeben, der hier zur Klarstellung ebenfalls erscheint.

Also dazu möchte ich nur kurz ein Kommentar abgeben: Es Wurde von Conchita lediglich gesagt, dass Sie gerne mal Kinder hätte, so in 10 Jahren mit 33 . NICHT, dass Sie jetzt auf der Stelle ein Kind will. Das ist typisch für Zeitungen wie „Österreich“ und Konsorten… nur die Schlagzeile und die Verkaufszahlen zählen! Also ruihig Blut, wenn es tatsächlich soweit ist, werden WIR euch das schon wissen lassen ;) Danke jedenfalls an euch, die Fans, die stets hinter uns stehen und uns unterstützen! Je vous aime  euer Jacques

Demnach hat die Tageszeitung „Österreich“ ein kleines aber wichtiges Detail „ausgelassen“ haben und es ist ein ernsthafter Wunsch der beiden Männer, in einigen Jahren eine Regenbogenfamilie zu gründen. Auch „vergisst“ die Tageszeitung, dass die Hochzeit nur die beiden Kunstfiguren betrifft, im „echten Leben“ sie „nur“ Freunde sind…

(Bildquelle: TZ „Österreich“, Ausgabe Nr 1881 vom 30.11.2011)
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