CDU-Politiker bedauert Entkriminalisierung von Homosexualität

Die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das homophobe Bollwerk im Bundestag und verhindert die völlige Gleichstellung von LGBTs. Manchem in der CDU reicht aber die fortdauernde Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen nicht aus und geht noch viel weiter. So bedauert der CDU-Lokalpolitiker Sven Heibel, dass vor 20 Jahren in Deutschland § 175 des Strafgesetzbuches abgeschafft wurde und sehnt sich nach der Kriminalisierung von Homosexuellen.

Am 11. Juni 1994, vor genau 20 Jahren, wurde in Deutschland der sogenannte „Schwulenparagraph“ im Strafgesetzbuch gestrichen. Dieser sah unter anderem vor, dass gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Männern mit Gefängnisstrafen von bis zu 5 Jahren zu ahnden seien.

CDU-Politiker bedauert Abschaffung von § 175 StGB

Dass einige Personen noch immer Menschen, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen, diskriminieren wollen, ist keine Neuigkeit, aber umso bedenklicher ist es, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität kriminalisiert werden sollen.

So ein homophober Zeitgenosse ist Sven Heibel, CDU-Parteichef von Wallmerod im Westerwaldkreis und Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union (sic!). Auf seinem Facebook-Profil postete der homophobe CDU-Politiker:

„Vor 20 Jahren wurde die Strafbarkeit der Homosexualität, § 175 StGB, abgeschafft. Ich weiß nicht, ob das ein Grund zum Feiern ist. In einem Seminar fragte mich mein Strafrechtsprof mal, ob dies mein Ernst sei? Ich sagte natürlich: klar! – in meinem StGB immer noch vorhanden…und es bleibt es auch!“

Versehen war dieser Beitrag mit einem Auszug aus seinem Kodex des Strafgesetzbuch. Nach Kritik an seiner Homophobie und der untragbaren Forderung nach der Rekriminalisierung von homosexuellen Handlungen verteidigte der gläubige Christ seine Aussagen und versuchte, diese mit Bibelzitaten zu begründen.

Hetzer beruft sich auf „Meinungsfreiheit“

Wie üblich bei derlei ewiggestrigen homophoben Hetzern versuchen sie sich in der Opfer-Täter-Umkehrung und berufen sich auf das Recht auf Meinungsfreiheit. So sieht sich Heibel als Opfer von „Diffamierungen“ gegen seine Person und seine Überzeugung, wie er in einem späteren Beitrag untermauert und erklär weiter, dass“ § 175 StGB:

in meinem StGB immer noch vorhanden ist…und es es auch bleibt!

Weiters erklärt er, dass er den Beitrag, den er am 20-jährigen Jahrestag der Abschaffung von § 275 StGB veröffentlicht hat, nicht löschen werde, denn:

Mit meinem Poste wollte ich auch nicht Homosexuelle diskriminieren, sondern vielmehr zum Ausdruck bringen, dass man nicht alles in unserer (angeblich so liberalen) Gesellschaft auch gut finden muss. Toleranz ja, aber Toleranz heißt nicht, dass man alles gut heißen muss. 

Wenn man seine Meinung nicht mehr sagen darf, dann gute Nacht Deutschland!“

Also ist alles ein Missverständnis? Und er wolle Homosexuelle auch nicht diskriminieren? Nein, der Ansatz des CDU-Hetzers ist ein anderer: Nein zu Diskriminierung, aber ein klares JA zur Kriminalisierung von Homosexuellen und ab in den Knast.

Der Teilzeitblogger“ schrieb zu den homophoben Ergüssen von Sven Heibel:

„Wenn Liebe kriminell ist, dann ist Herr Heibel ebenfalls kriminell.“

Der homophobe Erguss und die Hetze von Sven Heibel erinnert LGBTs jedenfalls erneut daran, dass die CSD-Paraden keine reinen Spaßveranstaltungen sind und „wir gemeinsam“ jeden Tag auf’s neue für die uns zustehenden und noch immer vorenthaltenen Rechte kämpfen und erreichtes verteidigen müssen.

Das sind „wir“ all jenen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität kriminalisiert wurden und gegen die Kriminalisierung von LGBTs gekämpft haben, schuldig und ihnen gebührt großer Dank.

Update 13.06.2014 10:30 Uhr: „Nicht CDU-Position“

(Bild: Screenshot Facebook.com/Sven Heibel)
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