Budapest Pride: 20.000 marschierten für Liebe und gegen Homophobie

In Ungarns Hauptstadt Budapest fand am Samstag unter enormen Polizeischutz und in einem abgesicherten Stadtgebiet die diesjährige „Budapest Pride“ statt. Die Rekordbeteiligung von 20.000 Personen setzte ein starkes Zeichen für Toleranz und gegen Homo- und Transphobie.

Nachdem es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu gewalttätigen Gegendemonstrationen gegen die friedliche „Budapest Pride“ gekommen ist, waren auch heuer die Sicherheitsvorkehrungen enorm.

Rekordbeteiligung bei Buapdest Pride

In einem abgesperrten Stadtviertel sammelten sich rund 20.000 TeilnehmerInnen und stellten somit einen neuen TeilnehmerInnenrekord bei der Budapest Pride auf – passend zum 20. Jubiläum des Christopher-Street-Days in Budapest.

Die Demonstration wurde vom international renomierten Dirigenten Ivan Fischer eröffnet. In seiner Eröffnungsrede erklärte er:

„Die Welt ist nicht schwarz oder weiß, sondern bunt.“

Milanovich Dominica, Sprecherin der „Budapest Pride“ betonte, dass es sich bei der Demonstration in Bundapest um die ältere Kundgebung der Region handelt und es das Ziel ist, keine Mauern zwischen den Gesellschaftsgruppen zu errichten, sondern im Gegenteil, diese abzubauen. Daher zeige die „Budapest Pride“ auch ihre Solidarität mit Flüchtlingen.

 

Eine Sprecherin der den CSD unterstützenden PolitikerInnen erklärte:

„Es ist Zeit, die Liebe zur Macht durch die Macht der Liebe zu ersetzen.“

Damit wurde deutliche Kritik am autoritären Regierungsstil des rechtskonservativen ungarischen Premierminister Viktor Orbans geäußert.

Auf der bekannten Kettenbrücke hielt die CSD-Demonstration kurz inne und skandierte lautstark:

„Alle sind gleich!“

Zahlreiche Gegendemonstrationen gegen Pride

Gegen die „Budapest Pride“ wurden zahlreiche Gegendemonstrationen angemeldet – von religiösen über rechts-populistische bis zu rechts-nationale Gruppen. Am Erzsebet-Platz war eine Gegendemonstration von rund 30 bis 40 Personen.

Einer der Protestierenden hatte, wie „NOL“ berichtet, ein T-Shirt an, auf dem eine antisemitische Parole aufgedruckt war:

„Gute Nacht, jüdische Parasiten.“

Immer wieder versuchten GegendemonstrantInnen die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen, was jedoch nicht gelangt, wie „NOL“ weiter berichtet.

Die Rekordbeteiligung von rund 20.000 Personen (laut Angaben der VeranstalterInnen) zeigt, dass auch die LGBTIQ-Community in Ungarn mit den jüngsten weltweiten Ehe-Öffnungen in Irland oder den USA einen Aufschwung erlebt und immer mehr aktiv für ihre Rechte kämpfen wollen.

Bürgermeister will „Budapest Pride“ aus Innenstadt vertreiben

Doch Ungarns regierende Politik fährt einen offen homophoben und verhetzenden Kurs. Regierungschef Viktor Orbán meinte etwa vor wenigen Wochen bei einer Pressekonferenz auf das Thema Homophobie angesprochen, dass ihm dazu „Witze einfallen könnten„.

Der Oberbürgermeister von Budapest, Istvan Tarlos zeigte erst kürzlich offen seine Homophobie und Menschenverachtung:

„Das ganze Phänomen (der Homosexualität) ist widernatürlich und ekelhaft.“

Ginge es nach ihm, dann würde die „Budapest Pride“ aus der Innenstadt verbannt werden. Aufgrund des Versammlungsrechts und dem Recht auf freie Meinungsäußerung gebe es dafür keine Möglichkeit.

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