‚Brutstätte der Sodomie‘: Weißrussland fordert Songcontest-Absage wegen Conchita Wurst

Im September verkündete der ORF, dass Tom Neuwirths Kunstfigur Conchita Wurst Österreich beim ‚Eurovision Songcontest‘ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen vertreten wird. Die Folge war ein kleines Skandälchen in Österreich von einigen Mitmenschen, die ein offenbar ein Problem damit haben, dass jemand mit den sozial konstruierten Geschlechterrollen spielt. Noch viel größer ist die Aufregung nun in Weißrussland, das gar die Absage des ESC fordert.

Nachdem der ORF im September verkündete, dass für Österreich Conchita Wurst, die vom ehemaligen „Starmania“-Teilnehmer Tom Neuwirth geschaffene Kunstfigur beim „Eurovision Songcontest“ 2014 im dänischen Kopenhagen antreten werde, brach im sozialen Netzwerk und auf zahlreichen Onlinemedien der Tageszeitungen ein kleiner „Skandal“ los.

Zahlreiche Menschen gaben ihre Homophobie im Internet „zum Besten“, tarnten diese jedoch als Ablehnung dessen, dass der ORF dieses Jahr keine Vorausscheidung zur Kürzung des österreichischen Beitrages durchführte. Auf Facebook hatte die Fanpage „NEIN zu Conchita Wurst beim Songcontest“ innerhalb weniger Stunden einige tausend Likes gesammelt. Der ORF jedoch blieb bei seiner Entscheidung.

Damit hat Österreich die Chance – abhängig vom Song – endlich einmal wieder einen Beitrag beim größten Gesangswettbewerb der Welt zu bieten, der definitiv in Erinnerung bleiben wird. Tom Neuwirth ist es auf elegante Art und Weise gelungen, durch die Kunstfigur Conchita Wurst, mit Geschlechterrollen und sozialen Zuschreibenden zu spielen und diese auch zu hinterfragen.

„Beleidigend“: Weißrussland fordert Absage des ESC

Doch dass damit viele Menschen noch immer ein Problem haben und in Conchita Wurst ein passendes Ventil fanden, um ihre Ablehnung von sexuellen Orientierungen bzw. geschlechtlichen Identitäten abseits der (vermeintlichen) Heteronormativität zu verkünden, zeigten nicht nur die Reaktionen in Österreich, sondern zeigt sich nun auch an Weißrussland.

Weißrussland fordert, dass der „Eurovision Songcontest“ in einer anderen Form stattfinden soll, da derzeit alle TV-Sender zur vollständigen Show verpflichtet sind oder abgesagt werden müsse. Als Grund wird die Nominierung von Conchita Wurst genannt. So wurde eine Petition ins Leben gerufen, wo behauptet wird, dass die Wahl von Conchita Wurst „beleidigend“ ist und

„eine Lebensweise propagiert wird, die für die weißrussische Gesellschaft inakzeptabel ist“.

Neuwirths Kunstfigur, die zuletzt auch in Deutschland durch das RTL- Wüstencamp Bekanntheit errang, ist laut Weißrussland eine Gefahr für die Kinder. So heißt es weiter:

„Dank der europäischen Liberalen hat sich der populärste internationale Wettbewerb, der von unseren Kindern gesehen wird, zu einer Brutstätte der Sodomie entwickelt.“

Bislang wurde von den weißrussischen Behörden nicht angegeben, wieviele Unterstützungen die Petition bislang erzielt hat. Es wird jedoch erwartet, dass der weißrussische Sender „BTRC“, der den ESC 2014 in Weißrussland übertragen wird, die Petition wegen der zu erwartenden hohen Einschaltquoten ignorieren wird.

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2 Comments
  1. Christian Högl says

    Bleibt zu hoffen, dass sich der etwas irreführende Titel dieser Meldung nicht noch bewahrheitet. Die Forderung wurde bisher weder von der Belarusian Television and Radio Company (BTRC) noch von der weißrussische Regierung oder einem Repräsentanten dieses Staates, sondern in einer von fanatischen Homophoben ins Leben gerufenen Petition gestellt.

  2. CrashBandicoot says

    Zur Berichtigung: der Skandal ist losgebrochen, weil die Songcontest-Auswahl grundsätzlich im bürgerlich bezahlten öffentlich rechtlichen Rundfunk per Publikumswahl stattfindet.

    Diesmal hat der ORF keine Ausscheidung veranstaltet sondern Tom autokratisch aufgestellt.

    So soll es natürlich nicht sein, man sieht ja schließlich welch eine Lawine da jetzt losbricht.

    beste Grüße

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