Baltic Pride trotzt homophoben, gewalttätigen Protesten – 28 Festnahmen

Zunächst versuchten die Behörden die Durchführung der diesjährigen ‚Baltic Pride‘ in der litauischen Hauptstadt Vilnius zu verhindern, doch letztlich siegten fundamentale Grundrechte und die ‚Baltic Pride‘ zog mit rund 600 TeilnehmerInnen, darunter Abgeordnete zum Europäischen Parlament, durch die Straßen und setzten ein friedliches, fröhliches Zeichen der Vielfalt und Toleranz.

Im Vorfeld der „Baltic Pride“, die jährlich in einem anderen der baltischen Staaten durchgeführt wird,  haben lokale PolitikerInnen mehrfach versucht, die Durchführung des CSD in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, zu verhindern, in dem die Demonstrationsroute mehrfach untersagt wurde. Letztlich entschied jedoch das Höchstgericht, dass die „Baltic Pride“ stattfinden müsse.

Hunderte TeilnehmerInnen setzen ein Zeichen für Vielfalt

Am 27. Juli zogen rund 800 Personen durch die Innenstadt von Vilnius. Es war erst die zweite CSD-Demonstration in der Geschichte der litauischen Hauptstadt. Die erste CSD-Kundgebung fand im Jahr 2010. 2010 war „Baltic Pride“ von homophoben Gegendemonstrationen und gewalttätige Übergriffe auf die Sicherheitskräfte (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Unter den rund 800 TeilnehmerInnen der „Baltic Pride“ befanden sich zahlreiche MenschenrechtsaktivistInnen und auch Mitglieder des Europäischen Parlaments, wie Sophie in’t Veld und Ulrike Lunacek von der „Interfraktionellen Arbeitsgruppe für LGBT-Rechte im Europäischens Parlament (LGBT-Intergroup)“.

Sophie in’t Veld twitterte unter anderem:

„Und erraten, wer mehr Spaß an diesem Samstag Nachmittag hat: jene, die Vielfalt feiern oder jene, die von Hass und Angst getrieben sind ;)“

Homophobe GegendemonstratInnen versuchen CSD zu stürmen

Wie schon 2010 musste der CSD in Vilnius auch in diesem Jahr von einem Großaufgebot an Polizei gesichert werden – gesichert vor mehreren hundert homophoben GegendemonstrantInnen, die erneut mit Gewalt versuchten, den CSD zu stören. Auch die CSD-TeilnehmerInnen wurden angegriffen, in dem sie unter anderem mit Flaschen und Eiern beworfen wurden.

Von den geworfenen Eiern wurden unter anderem die litauische Politikerin Giedre Purvaneckiene und die schwedische EU-Ministerin Birgitta Ohlsson getroffen. Purvaneckiene erklärte:

„Es zeigt, dass wir solange demonstrieren müssen, bis keine Eier mehr geworfen werden und Menschen frei und ohne Angst marschieren können.“

Rund 50 Personen waren derart radikal, dass sie versuchten, die Bühne des CSD, auf der AktivistInnen sprachen, zu stürmen.

„Amnesty International Dänemark“ postete auf Twitter:

„Eine Menge von wütenden DemonstrantInnen ist erschienen, um Flaschen und Eier zu werfen, aber die Baltic Pride war dennoch ein großer Erfolg.“

Die Polizei gab laut Medienberichten an, dass 28 DemonstrantInnen festgenommen wurden und 1 Polizist verletzt wurde.

(Bild: Twitter/Sophie in’t Veld)
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1 Comment
  1. Andreas Moser says

    Hier mein Augenzeugenbericht von der Baltic Pride 2013: http://mosereien.wordpress.com/2013/07/29/baltic-pride-2013/

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