Australien: Premierminister Rudd verspricht Ehe-Öffnung bei Wiederwahl

Am 7. September wählt Australien ein neues Parlament. Zur Wahl stehen der derzeit amtierende Premierminister der regierenden ‚Labor‘, Kevin Rudd, sowie sein größter Herausforderer von der ‚Liberal Party of Australia‘, Tony Abbott. Rudd erklärte bei einer TV-Debatte mit Abbott, dass er die Ehe für Lesben und Schwule im Falle einer Wiederwahl öffnen werde.

Kevin Rudd, übernahm das Amt des Premierministers am 27. Juni von seiner Vorgängerin Julia Gillard, die er zuvor in einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz der „Labor“-Partei bezwang. Bereits von Dezember 2007 bis Juni  2010 Premierminister und Parteivorsitzender der Partei. Im Juni 2010 trat er nach Querelen durch das rechte Parteilager zurück und überließ Gillard den Parteivorsitz und sie wurde Premierministerin.

Rudd übernahm das Amt des australischen Premierministers bis zur planmäßigen Wahl am 7. September 2013.

Kevin Rudd für Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule

Anders als die Vorgängerin, Julia Gillard, die sich gegen das Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen hat, hat Kevin Rudd nun in einer TV-Debatte sein Engagement für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Eherecht untermauert.

Dabei war Rudd früher ebenfalls anderer Meinung. So lehnte er die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule in seiner ersten Amtszeit ab, doch erklärte er, dass er durch viele Gespräche und auch Gespräche mit seiner Tochter seine Meinung geändert habe.

Bei der ersten von noch folgenden TV-Debatten erklärte Rudd:

„Ich unterstütze die Ehe-Gleichstellung. Ich glaube, das ist ein Zeichen von Achtung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren im ganzen Land, das diese anerkannt werden.“

In der Debatte mit dem Herausforderer der „Liberal Party of Australia“, Tony Abbott, erklärte Rudd weiter, dass er für den Fall der Wiederwahl am 7. September die Ehe für Lesben und Schwule innerhalb von 100 Tagen öffnen werde, während Abbott  zwar dies als wichtiges Thema im Wahlkampf ansieht, jedoch die Ehe-Öffnung ablehnt.An seinen Herausforderer Abbott, dessen Partei laut Umfragen derzeit vor der regierenden Labor-Partei von Rudd liegt, gerichtet, erklärte er:

„Wir werden eine Abstimmung nach dem Gewissen ermöglichen und ich appelliere an Herrn Abbot, das gleiche zu tun.“

Ehe-Öffnung: Für junge Bevölkerung wichtigstes BürgerInnenrechtsthema

Christliche Gruppen in Australien übten auf Rudds Aussagen zur Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche paare heftige Kritik. So bezeichneten sie seinen Meinungswechsel als Betrug an den WählerInnen und einen politischen Fehler.

Während als christliche Gruppierungen gesellschaftspolitisch im Mittelalter verarren und BürgerInnen weiterhin die ihnen zustehenden BürgerInnenrechte vorenthalten wollen, ist die Mehrheit der jungen Bevölkerung in Australien längst im 21. Jahrhundert angelangt.

Eine Umfrage von „Galaxy“ fand heraus, dass 54 % der 18 bis 24-jährigen Wahlberechtigten eher die „Labor“-Partei von Kevin Rudd wählen wollen, aufgrund seiner Haltung zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Eherecht.Im knappen Rennen um den nächsten Premierminister kann diese WählerInnengruppe, die rund 4 % aller Wahlberechtigten ausmacht, das Zünglein an der Wage sein.

Gebrochen über alle Bevölkerungsgruppen befürworten laut Analysen der Umfragen im Zeitraum 2009 bis 2012 rund zwei Drittel der Bevölkerung das Eherecht für Lesben und Schwule.  In der Altersgruppe der 18 bis 24-jährigen befürworten über 80 % die Ehe-Öffnung.

(Bild: Eva Rinaldi Celebrity and Live Music Photographer – CC-BY-SA-2.0 – Flickr)
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1 Comment
  1. […] Anders als die Vorgängerin als Premierministerin und Vorsitzende der “Labor”-Partei, Julia Gillard, sowie seinem größten Herausforderer und in Umfragen knapp führenden Tony Abbott, die sich beide gegen das Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen haben, unterstützt Kevin Rudd die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. Im August hat er dies für den Fall seiner Wiederwahl versprochen – innerhalb von 100 Tagen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

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