Albanischer Premierminister unterstützt geplante Gay Pride Tirana und rüffelt homophoben Minister

Am 17. Mai, dem weltweit begangenen „Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie“ (IDAHO) soll in der Hauptstadt von Albanien, in Tirana, zum ersten Mal eine Gay Pride stattfinden. Die Bekanntgabe des ersten CSDs in Albanien sorgte für scharfe und offen homophobe Reaktionen von verschiedenen Glaubensvertretern, aber auch vom stellvertretenden Verteidigungsministers Ekrem Spahiu. Nun hat sich der albanische Premierminister in einer Rede vor dem Parlament demonstrativ hinter die Parade gestellt, seine volle Unterstützung angekündigt und das Mitglied seiner Regierung scharf „gerüffelt“.

Die Ankündigung von LGBT-Organisationen am 17. Mai in Tirana zum ersten Mal die Regenbogenfahne zu hissen und einen CSD zu veranstalten sorgte für heftige Reaktion in dem Land am Balkan. Verschiedene Glaubensvertreter wetterten offen gegen den CSD. Die schärfste Reaktion kam vom stellvertretenden Verteidigungsminister Ekrem Spahiu, der gar zu Gewalt gegen die TeilnehmerInnen aufrief (thinkoutsideyourbox.net berichtete). So sagte der Vorsitzende der kleinen monarchistischen Partei:

“Mein einziger Kommentar zu dieser Lesben- und Schwulenparade ist, dass sie mit Gummiknüppeln verprügelt werden sollten”.

Premierminister Sali Berisha: Aussagen Spahius sind „inakzeptabel“

Der albanische Premierminister Sali Berisha stellte sich in einer Parlamentssitzung demonstratitiv hinter die OrganisatorInnen der geplanten „Tirana Gay Pride“ am 17. Mai. Für den Premierminister sind die Aussagen seines Regierungskollegen schlichtweg „inakzeptabel“.

Berisha verdeutlichte in der Parlamentssitzung, dass Albanien, das 2010 ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verabschiedete, dass Tirana eine Stadt und Albanien ein Land der Toleranz und der Freiheit sein soll. Das sei das erklärte Ziel. Auch kritisierte er die scharfen Proteste der Glaubensgemeinschaften gegen die geplante Gay Pride in Tirana:

„Verschiedene sexuelle Orientierungen sind so alt die wie Antike selbst und sie existieren undabhängig von religiösen Überzeugungen.“

Trotz der scharfen Kritik des Premierministers am Vorsitzenden der kleinen monarchistischen Partei, steht die Partei hinter ihrem Vorsitzen Ekrem Spahiu. In einer Presseaussendungen legt die Partei nach und bezeichnet Homosexualität als

„Laster, ein Unglück und einen Fluch“.

LGBT-Organisationen reichen Strafanzeige gegen Ekrem Spahiu

Nach den Aussagen von Spahiu haben zwei albanische Homosexuellen-Organisationen, „Aleanca LGBT“ und „Pro LGBT“ Strafanzeige gegen Spahiu erstattet. Sie führen aus, dass seine Kommentare Artikel 266 des Strafgesetzbuches des Landes verletzen.

Weitere LGBT-Gruppen fordern den Rücktritt des stellvertretenden Verteidigungsministers oder die Entlassung durch den Premierminister.

(Bild: Foxtongue – CC-BY-2.0 – Flickr)
Anzeige
1 Comment
  1. Kovaqi says

    Traurig.

Leave A Reply

Your email address will not be published.

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.