Alabama: In weiterem US-Bundesstaat fällt Ehe-Verbot wegen Verfassungswidrigkeit

(Bild: Jennifer Morrow - CC-BY-2.0 - Flickr)Am Freitag wurde das in der Verfassung stehende Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare in einem weiteren US-Bundesstaat aufgehoben – Alabama. Die Bundesrichterin erklärte das Ehe-Verbot für verfassungswidrig und sofern den Aussetzungsantragen nicht zugestimmt wird, werden ab Montag Ehelizenzen ausgegeben.

Alabama wäre der 37. US-Bundesstaat, das gleichgeschlechtliche Paare im Eherecht gleichstellt bzw. gleichstellen muss, da Gerichte das Ehe-Verbot für diskriminierend und verfassungswidrig erklärt haben.

Bundesrichterin in Alabama: Ehe-Verbot verfassungswidrig

Anders als in vielen anderen Bundesstaaten hat die Bundesrichterin Caillie V. Granade ihr Urteil zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nicht ausgesetzt hat. So könnten ab Montag bereits die ersten Ehelizenzen an heiratswillige Lesben und Schwule ausgegeben werden, sofern nicht noch der „11th Circuit Court of Appeals“ oder der „US Supreme Court“, der sich bereits mit den Ehe-Verboten in 4 US-Bundesstaaten befasst, die von GleichstellungsgegnerInnen angekündigten Aussetzungsantragen noch genehmigt.

Die Verteidigung des Ehe-Verbots für gleichgeschlechtliche Paare versuchte vor dem Gericht dieses Verbot mit dem Kindeswohl in heterosexuellen Ehe zu begründen, da dieses bei gleichgeschlechtlichen Ehen nicht gegeben sein würde.

Bundesrichterin: Kinder in Regenbogenfamilien genauso schutzwürdig

Bundesrichterin Caillie V. Granada hat diese Argumentation deutlich zurück gewiesen und erklärte in ihrer Urteilsbegründung (siehe auch wissenschaftliche Fakten zum Kindeswohl):

„Wenn überhaupt, dann schmälert Alabamas Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe ihr Ziel der Förderung einer optimalen Umgebung für Kinder. Die Kinder, die derzeit von gleichgeschlechtlichen Eltern in Alabama aufgezogen werden, sind ebenso staatliche Anerkennung schutzwürdig, wie auch jene Kinder, die von verschiedengeschlechtlichen Eltern aufgezogen werden. Doch Alabamas heilige Gesetze schaden den Kindern gleichgeschlechtlicher Paare aus den gleichen Gründen, wie  dies der Oberste Gerichtshof beim ‚Defense of Marriage Act‘ festgestellt hat, welcher die Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren verletzt hat.“

In 36 US-Bundesstaaten ist die Ehe bereits für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, in Missouri ist die Ehe-Öffnung teilweise vollzogen (Ehelizenzen werden nicht im gesamten Bundesstaat ausgegeben) und der US-Supreme Court wird sich im Frühjahr mit den Ehe-Verboten in Michigan, Ohio, Kentucky und Tennessee befassen und womöglich eine historische Entscheidung treffen (thinkoutsideyourbox.net berichtete)

(Bild: Jennifer Morrow – CC-BY-2.0 – Flickr)
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