3 Muslime in England verurteilt: Forderten auf Flyern Todesstrafe für Homosexuelle

Am 10. Jänner begann im englischen Derby der Prozess gegen fünf muslimische Männer, die im Jahr 2010 Flugblätter vor der Jamia-Moschee sowie diese in Briefkästen eingeworfen haben, auf denen sie die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle gefordert hatten. Drei der fünf Männer wurden von der Jury schuldig gesprochen. Die beiden anderen Männer wurden vom Vorwurf der Verhetzung freigesprochen. Den verurteilten Männern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren.

Die Jury urteilte in dem Prozess, dass drei Männer mit der auf den Flyern geäußerten Forderung nach der Todesstrafe für Homosexuelle, da dies eine schwere Sünde sei und Allah die „Vernichtung“ dieser „bösen Menschen“ erlaube, Verhetzung entsprechend der neuen Gesetzgebung zum besseren Schutz von Minderheiten betrieben habe. Die Forderungen auf den Flyern waren mit einer aufgehängten Schaufensterpuppe untermalt. Es stünde dem Staat lediglich frei, die Form der Bestrafung festzulegen. Die Staatsanwältin bezeichnete die Flyer als „widerlich“ (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Schutz vor Verhetzung von Minderheiten versus Recht auf freie Meinungsäußerung

Die entsprechende Gesetzgebung trat im März 2010 in Kraft, um Minderheiten, dazu zählt auch die sexuelle Orientierung, besser vor Verhetzung zu schützen und die Verhetzung ausdrücklich unter Strafe stellt. Laut britischen Medien war dies der erste Prozess, wo die neue Gesetzgebung angewendet wurde.

Zu Prozessbeginn gaben die Männer islamischen Glaubens zu, die Flyer verteilt zu haben. Sie erklärten sich jedoch für nicht schuldig und bestritten im Sinne des neuen Gesetzes, mit den Flyern Homosexuelle bedrohen zu wollen. Wie queer.de berichtet erklärte einer der Angeklagten:

„Es war meine Pflicht als Muslim, das Wort Gottes zu verbreiten, auch über Homosexualität. Auf dem Flyer sind nur historische Tatsachen zu lesen und Zitate aus dem Koran.“

Während des Verfahrens sagte auch  ein homosexueller Mann aus, der einen derartigen Flyer in seinem Briefkasten vorfand. Er erklärte, dass er diesen Flyer als gezielte Morddrohung aufgefasst habe und daraufhin die Wohnung aus Panik umgehend verlassen habe.

Das Strafmaß der drei verurteilten Männer wird der Richter am 10. Februar 2012 verkünden. Die Höchststrafe, die den Männern droht, beträgt sieben Jahre.

Sky News interviewte einen Homosexuellen, der sich durch die Flyer bedroht gefühlt hat:

Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Minderheiten vor Verhetzung bestmöglich geschützt werden und radikal, fundamentalistische Strömungen verschiedenster Religionen oder Weltanschauungen keinen Platz in der westlichen, aufgeklärten (Werte)Welt haben (dürfen).

(Bild: findethepostcode.com/ Russ Hamer)
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2 Comments
  1. […] 3 Muslime in England verurteilt: Forderten auf Flyern Todesstrafe für Homosexuelle […]

  2. […] des neuen Gestzes, das in Großbritannien Minderheiten besser vor Verhetzung schützen soll (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Nun hat der Richter John Burgess die drei schuldig gesprochenen Männer zu Haftstrafen von bis zu […]

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