1. schwul-lesbischer Fanclub von Hertha BSC Berlin mit Banner gegen Homophobie

Die ‚Hertha-Junxx – der 1. schwul-lesbische Fanclub‘ des deutschen Zweitligisten Hertha BSC Berlin hat beim Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin mit einem gelungenen Banner gegen Homophobie für Aufsehen gesehen. Der Banner war auch eine Reaktion gegen eine Provokation von FC Union Berlin-Fans bei einem vorangegangenen Derby, wo Homosexualität mit Pädophilie in Zusammenhang gebracht wurde.

Am Sonntag stieg in Berlin das Stadtderby in der zweiten deutschen Bundesliga zwischen Hertha BSC Berlin und dem 1. FC Union Berlin im Berliner Olympiastadion vor 74.244. Bei diesem Spiel entfaltete der Fanclub „Hertha Junxx – der 1. schwul-lesbische Fanclub“ ein gelungenes Banner gegen Homophobie und Intoleranz, welche im Besonderen im Fußball leider nach wie vor weit verbreitet ist.

Banner „Schwule Fans sind Hertha als man denkt!“ als Reaktion gegen Provokation

Der neu produzierte Banner des schwul-lesbischen Fanclubs des deutschen Zweitligisten Hertha BSC Berlin wurde vergangenen Sonntag erstmals im Berliner Olympiastadtion beim Derby gegen den 1. FC Union Berlin angebracht und setzte ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und Intoleranz (im Fußball).

Auf dem Banner stand der Slogan

„Schwule Fans sind Hertha als man denkt!“.

Der Spruch greift gleich mehrere Vorurteile und Stereotype auf, wonach homosexuelle Männer „Weicheier“ oder keine richtigen Männer sind. Alles Quatsch und Humbug zum Quadrat.

Das Banner war eine Reaktion auf eine homophobe Provokation durch „Fans“ des 1. FC Union Berlins beim ersten Spiel nach der Winterpause der deutschen zweiten Bundesliga als auf einem Banner stand

„Hertatreff am Knabenstrich – Alte Liebe rostet nicht!“

Mit diesem Banner wurde Homosexualität in den Dunstkreis von Pädophilie stellt und ebenfalls in den Raum gestellt, dass Homosexualität grundsätzlich schlecht sei.

Gespräch zwischen Fanclubs und Verein

Der Fanclub „Hertha-Junxx“ fragte aufgrund dieser Provokation beim 1. FC Union Berlin um Stellungnahme an. Dieser lud VertreterInnen der „Hertha-Junxx“, der  „Aktion-Libero“ und dem „No Dice Magazin“ zu einem Gespräch ein.

Zwar sah der Verein in dem Banner der eigenen Fans keine Beleidung, jedoch eine Provokation. Auch erkannten Vereinsvertreter, dass der Spruch am Banner Raum für weitere Interpretationen lässt, wie dies von den „Hertha Junxx“, „Aktion Libero“ und dem „No Dice Magazin“ vorgebracht wurde.

Vertreter des 1. FC Union Berlin sahen – im Gegenzug zu den anderen – den verwendeten Begriff „Knabenstrich“ als Bezug zu der örtlichen Nähe des Bahnhofs Zoo, jedoch keine – wenn auch nicht offen kommunizierte – Homophobie.

Ergebnis des Gespräches zwischen dem Verein und dem Fanclub, samt der „Aktion Libero“ und dem „No Dice Magazin“ war, dass ein Audioguide zum Thema „Diskriminierung im Stadion“ vorgestellt wurde.

Die Vertreter von Union Berlin bezogen klar Stellung gegen Homophobie, konnten aber natürlich nicht das Fehlverhalten anderer entschuldigen. Darüber hinaus wurde ein Audio-Guide zum Thema „Diskriminierung im Stadion“ (Link) vorgestellt. Weiters wurde vereinbart, dass bei weiteren vergleichbaren Aktionen erneut eine Gesprächsrunde angesetzt werden würde. Einig waren sich alle, dass im Sinne des Sportes für Diskriminierungen kein Platz sein dürfe, wenn auch in einem bestimmten Rahmen Provokationen üblich seien.

Nicht erste Aktion gegen Homophobie

Die Banner-Aktion der „Hertha Junxx“ ist nicht die erste Aktion gegen Homophobie und Intoleranz in deutschen Fußballstadien.

Im April 2012 verwandelte der offizielle schwul-lesbische Fanclub des deutschen Erstligisten „FSC Mainz 05“, die „Meenzelmänner“ die Ränge des Stadions in eine riesige Regenbogenfahne.

Zusätzlich wurde ein riesiges Banner “5 Jahre Meenzelmänner – Fans gegen Homophobie” hochgehalten (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

(Bild: Hertha-Junxx)
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2 Comments
  1. […] ist, verbergen wohl viele Spiele ihre sexuelle Orientierung. Auch Aktion wie zuletzt in Berlin (thinkoutsideyourbox.net berichtete), helfen nur Stück für Stück Vorurteile und Homophobie abzubauen. Robbie Rogers tat nun diesen […]

  2. Werbebanner says

    Eine tolle Aktion, wir brauchen mehr davon ;-) Daumen Hoch !

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