Zwei Drittel für Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare

Die konservative ÖVP verhindert das, was eine große Mehrheit der ÖsterreicherInnen seit vielen Jahren fordert und befürwortet: gleiche (Ehe-)rechte für gleichgeschlechtliche Paare. Rund zwei Drittel der ÖsterreicherInnen befürworten die Öffnung der Ehe für LGBTIQ.

Seit Jahren fordert die SPÖ unter verschiedenen Bundeskanzlern die Öffnung der Ehe und gibt seit ebenso langer Zeit gegenüber dem Juniorpartner ÖVP klein bei. Die Ankündigungspolitik fand ihren jüngsten Höhepunkt, als Sozialminister Alois Stöger gegenüber der APA erklärte, dass er die Öffnung der Ehe umsetzen wolle (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Während von der ÖVP keine Stellungnahme erfolgte, mit Ausnahme vom ehemaligen ÖVP-Generalsekretär Helmut Kukacka, der heute Präsident der rechtskonservativen „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV)“ ist, bekräftigen zahlreiche  SPÖ-PolitikerInnen die Forderung Stögers.

Große Mehrheit für Ehe für alle

Es ist bedauerlich, dass die SPÖ es nach vielen Jahren der Zusammenarbeit nicht und nicht schafft, eine ihrer Kernforderungen gegenüber dem Juniorpartner ÖVP umzusetzen. Die ÖVP betreibt seit etlichen Jahren – wie zahlreiche Umfragen und Erhebungen zeigen – eine Diskriminierungspolitik für den rechtskonservativen und (fundamental-)christlichen Rand, abseits der Mehrheitsmeinung.

Eine große Mehrheit in Österreich, nämlich fast zwei Drittel der ÖsterreicherInnen befürworten die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, wie eine Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2015 zeigt (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Damit liegt Österreich im europäischen Mittelfeld, knapp vor Deutschland, wo ebenfalls die Christkonservativen Politik gegen die BürgerInnen betreiben und für die noch immer bestehende Ungleichbehandlung und Diskriminierung von LGBTIQ verantwortlich zeichnen.

Mit der Umsetzung der Ehe könnte dagegen endlich für gleiche Rechte für alle gesorgt werden und man könnte sich – um den Argument zahlreicher GegnerInnen zu folgen – sich „endlich wichtigeren Angelegenheiten widmen“.

Die ÖVP soll sich nach den vielen Jahren der Homophobie und Diskriminierung von LGBTIQ einen Ruck geben und gemeinsam mit der SPÖ, den Grünen und den NEOS für gleiche Eherechte für alle sorgen – es wäre wirklich an der Zeit.

Anerkennung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften wichtig

Die Anerkennung von gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften ist nicht nur ein Zeichen der Anerkennung von Grund- und Menschenrechten für LGBTIQ, es ist auch für die Haltung der Gesellschaft zu Homosexualität wichtig, denn die Zustimmung, wonach Homosexualität nichts verwerfliches wäre, korreliert mit der rechtlichen Anerkennung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften.

Die Haltung der ÖVP ist daher nicht nur gröblich benachteiligend und diskriminierend, sie ist auch unter Beachtung der Menschenwürde und der Akzeptanz, die LGBTIQ verdienen, grob fahrlässig, den gesellschaftspolitischen Gestaltungsrahmen nicht auszunutzen.

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nimmt niemanden etwas weg. Im Gegenteil, die Ehe für alle sorgt für mehr Gerechtigkeit, gewährt LGBTs jene Anerkennung ihrer Liebe die sie verdienen und ist ein Statement für mehr Demokratie, Akzeptanz und mehr Freiheit für alle.

Gleiches Eherecht für gleiche Liebe! #LoveIsLove

(Bild: Hotlanta Voyeur – CC-BY-2.0 – Flickr)
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