Weiterer Rückgang: 386 Eingetragene Partnerschaften im Jahr 2012 geschlossen

Am Mittwoch gab die ‚Statistik Austria‘ die Zahl der im Jahr 2012 geschlossenen Eingetragenen Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren bekannt. Wie bereits im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010, gab es auch 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen weiteren Rückgang der Eingetragenen Partnerschaften. Insgesamt schlossen im Jahr 2012 386 gleichgeschlechtliche Paare eine Eingetragene Partnerschaft. Auch 2012 zeichnete die Bundeshauptstadt Wien für die überwiegende Mehrheit der Eingetragenen Partnerschaften ‚verantwortlich‘. Schließlich ist es auch das rot-grüne Wien, das Lesben und Schwulen jene Würde bei der ‚Verpartnerung‘ ermöglicht, die sie verdienen.

Im Jahr 2010, dem ersten Jahr, wo Eingetragene Partnerschaften von Lesben und Schwule geschlossen werden konnten, schlossen noch insgesamt 705 gleichgeschlechtliche Paare eine Eingetragene Partnerschaft (thinkoutsideyourbox.net berichtete). 2011 wurde ein deutlicher Rückgang von 38,6 % verzeichnet. 2011 wurden noch 433 Eingetragene Partnerschaften in Österreich neu geschlossen (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

2012 wurden 386 Eingetragene Partnerschaften geschlossen

Am Mittwoch gab die „Statistik Austria“ die Anzahl der im Jahr 2012 geschlossenen Eingetragenen Partnerschaften bekannt. Der Trend des Jahres 2011 setzte sich fort und es gab im Jahr 2012 einen weiteren Rückgang bei der Schließung von Eingetragenen Partnerschaften.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 386 Eingetragene Partnerschaften auf den Bezirksverwaltungsbehörden bzw. in wenigen Stataturstädten sowie der Bundeshauptstadt Wien in den Standesämtern geschlossen. Dies bedeutet einen Rückgang um 10,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das rot-grün regierte Wien ist das einzige Bundesland, das die gesetzlichen Möglichkeiten weitestgehend ausnutzt und Lesben und Schwulen jene Würde zuteil werden lässt, die ihre Liebe auch verdient.

Fast 50 % der Verpartnerungen in Wien

Wie bereits in den Jahren 2010 und 2011 zeichnete – auch aufgrund der größtmöglichen Ausnutzung der gesetzlichen Möglichkeiten – die Bundeshauptstadt Wien für einen Großteil der neu geschlossenen Eingetragenen Partnerschaften verantwortlich.

So wurden in Wien insgesamt 46,4 % aller Eingetragenen Partnerschaften von Lesben und Schwulen in Wien geschlossen. In absoluten Zahlen sind dies 179 PartnerInnenschaftsbegründungen.

Gegenüber 2011 ist dies ein Rückgang von 20,4 %. Dahinter folgen die Bundesländer Niederösterreich mit 52, wo es auch einen Anstieg gegenüber 2011 von 6,1 % gab, die Steiermark mit 46 (+/- 0 %), sowie Oberösterreich mit 41 (-4,7 %). Die wenigsten Eingetragenen Partnerschaften wurden 2012 in Vorarlberg und dem Burgenland mit je 7 Begründungen geschlossen.

Fast 60 % Männerpaare

Wei auch schon in den Jahren davor überwogen auch im Jahr 2012 bei der Zahl der Partnerschaftsbegründungen männliche Paare. Österreichweit handelte es sich bei 59,8 % aller geschlossenen Eingetragenen Partnerschaften um männliche Paare. Nur in den Bundesländern Tirol und Niederösterreich gab es mehr weibliche Paare.

Auch dieser Umstand ist wohl auf die rechtlichen Beschränkungen bei der Frage des Adoptionsrechtes und der medizinisch unterstützten Fortpflanzung zurückzuführen ist. Beides ist homosexuellen Paaren unter Strafe im Partnerschaftsgesetz verboten.

Daran änderte auch nichts der gestern ergangene Entscheid des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Diesen Umtand kritisiert auch der Verein „FAmOs – Verein Familien Andersrum Österreich“ und fordert die Regierung auf, Regenbogenfamilien endlich komplett gleichzustellen und gleichgeschlechtliche Paare nicht noch länger zu diskriminieren und Kinder in Regenbogenfamilien zu benachteiligen – zum Kindeswohl (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Meisten Paare zwischen 30 und 50 Jahre

Die gleichgeschlechtlichen Partner sind überwiegend zwischen 30 und 50 Jahre alt (57,5%) und waren vor der Begründung der eingetragenen Partnerschaft überwiegend ledig (84,1%).

Bei 64,2% der eingetragenen Partnerschaften hatten beide Partner bzw. Partnerinnen die österreichische Staatsbürgerschaft, in 29,3% der Fälle nur einer bzw. eine. In den restlichen 6,5% der Fälle hatte keiner bzw. keine der beiden die österreichische Staatsbürgerschaft.

(Bild: Anthony Kelly – CC-BY-2.0 – Flickr)
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