Videoprojekt ‚queer durch Deutschland‘ porträtiert LGBTIQ-Jugendliche

Wie queer ist die junge Generation in unserem Land? Dieser Frage sind vier Reporter vom Videoprojekt ‚queer durch Deutschland‘ nachgegangen. Zum internationalen Coming-out-Tag am 11. Oktober zeigen sie ihre Ergebnisse auf YouTube.

Sie heißen Kevin, Tobias, Luigi, Julia und Brigitte. Sie sind schwul, lesbisch, bi, trans* oder einfach nur queer. Sie haben Migrationshintergrund, sind gläubig, im Militär, im Sportverein oder haben Kinder. Sie sind 16 Personen wie sie unterschiedlicher nicht sein können – und sie kommen aus allen Ecken Deutschlands, eine Person pro Bundesland.

Auf ihrer Videoreise haben vier Reporter von „queer durch Deutschland“ jede dieser Personen einen Tag lang in ihrem Alltag begleitet. Wie lebt es als sich Trans*-Frau in Westfalen? Wie findet man Anschluss zu anderen Schwulen, wenn man selbst gehörlos ist? Wie wird man als lesbisches Pärchen auf einem niedersächsischen Campingplatz behandelt?

Jugendlichen Mut machen

„Wir wollen mit diesen Portraits Jugendlichen und jungen Erwachsenen Mut machen – für ein Coming-out, aber auch um sich selbst zu akzeptieren“,

sagt Falk Steinborn vom Reporterteam. Das ist wichtig, weil Schwul-, Lesbisch-, Bi- und Trans*-Sein immer noch nicht so selbstverständlich ist wie Heterosexualität.

„Andernfalls bräuchte es kein Coming-out mehr.“

Da dies aber leider noch eine Zukunftsvision ist, sollen die Videos Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigen, dass es ganz normal ist, queer zu sein. Deshalb hat das Reporterteam junge Erwachsene ausgewählt, die heute wunderbar mit ihrer sexuellen Identität klarkommen – wenngleich die verschiedenen Geschichten auch von späten und problematischen Coming-outs berichten.

„Aber das ist nur der Beweis, dass nach so mancher Herausforderung alles besser wird. Das macht Mut.“

Vielfältige Vorbilder schaffen

Gleichzeitig sollen die Videos auch zeigen, dass Queersein viele verschiedene Facetten hat. Die Portraits sollen Stereotype brechen, die einigen Jugendlichen Angst machen und nicht besonders förderlich für die Selbstakzeptanz sind.

„Wenn sich ein junger Mensch lesbisch, schwul oder bi fühlt, dann braucht er Rollenmodelle, mit denen er sich identifizieren kann und die ihn sogar als VorBILD dienen können“,

so Steinborn. Deswegen hat das Reporterteam möglichst viele verschiedene Personen ausgewählt.

Des Weiteren beweisen die Videos: Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans*- Personen sind überall – in jedem Winkel Deutschlands, in jeder Bevölkerungsgruppe.

„Gibt’s bei uns nicht oder betrifft mich nicht, kann niemand behaupten“,

sagt Steinborn. Jeder hat in seinem persönlichen Umfeld queere Mitmenschen – vielleicht haben sie sich noch nicht zu einem Coming-out getraut. Das hängt oft auch vom Lebensumfeld ab. Menschen zu erreichen und für die Belange von jungen Queers zu sensibilisieren, ist gleichfalls ein Anliegen der Reporter.

„Selten gab es einen so umfassenden, vielfältig und gleichzeitig unvoreingenommenen Blick auf die junge, queere Generation im Video“,

sagt Falk Steinborn und wünscht allen Jugendlichen viel Erfolg für Ihr Coming-out.

Videoporträts: „16 x queeres Leben in Deutschland“

Die vier Reporter Christopher Grigat, Vincent Beringhoff, Fabian Witala und Falk Steinborn waren im Mai diesen Jahres einen Monat lang mit einem Caravan auf Reisen. Dabei haben sie mehr als 4000 Kilometer zurückgelegt. Auf ihrer Reise wurden die Reporter unterstützt durch das Programm „Jugend in Aktion“ der Europäischen Union und von der BP Europa SE.

(Bild/Text/Videos: queerblick e.V)
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