Uruguay: Senat stimmt für Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule

Demnächst könnte ein 12. Staat die Diskriminierung von Lesben und Schwulen im Eherecht beenden.  Bereits im Dezember stimmte das Unterhaus des Parlaments für den Gesetzesentwurf. Am Dienstag verabschiedete auch der Senat einen entsprechenden Gesetzesentwurf mit großer Mehrheit. Geht alles glatt, folgt Uruguay Argentinien, das im Jahr 2010 als erster Staat in Lateinamerikas die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete.

Am Dienstag nahm das Parlament in der Hauptstadt von Uruguay, Montevideo eine große Hürde am Weg zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen und der überfälligen Beendigung vieler Jahre an Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Senat mit deutlicher Mehrheit für Ehe-Öffnung

Diese Woche am Dienstag stimmten die SenatorInnen mit großer Mehrheit für einen Gesetzesentwurf, der die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet. Insgesamt stimmten 23 SenatorInnen für den Gesetzesentwurf und lediglich 8 stimmten dagegen.

Bereits im Dezember passierte das Gesetz das Abgeordnetenhaus, die untere Kammer des Parlaments. Nun wird der Gesetzesentwurf mit den angenommenen Änderungen an das Abgeordnetenhaus retourniert, wo erneut darüber abgestimmt werden muss.

Dem Gesetzesentwurf werden gute Chancen zur neuerlichen Annahme eingeräumt. Wenn dies der Fall ist, dann ist Uruguay das zweite lateinamerikanische Land nach Argentinien (2010), das die Ehe für Lesben und Schwule öffnet.

Unterstützer Frente Amplio: Es geht um gleiche Rechte und Pflichten

Erfreut über die Verabschiedung im Senat zeigte sich der Unterstützer des Gesetzesentwurfes, Frente Amplio:

„Es geht um mehr als Homosexualität. Es geht um ein Gesetz, wo jedeR die gleichen Rechte und Pflichten teilt.“

Das Gesetz ist äußerst umfangreich gestaltet und regelt unabhängig der sexuelen Orientierung der Eheleute das Namens-, Adoptionsrecht sowie das Recht auf medizinisch unterstützte Fortpflanzung. Auch wurde der Begriff der Eheleute geschlechtsneutral ausformuliert.

Auch werden im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen in Uruguay bei Annahme des Gesetzs anerkannt. So erklärte Senator Rafael Michelini:

„Das ist ein Thema von Freiheit, der Wahlfreiheit und Gerechtigkeit von Menschen. Freiheit, weil der Staat sich nicht einmischen sollten, wen wer heiratet. Gerechtigkeit, denn wenn man im Ausland eine Person des gleichen Geschlechts heiratet und man nach Uruguay zurückkehrt, sollte die Ehe anerkannt werden.“

Die römisch-katholische Kirche ist vehement gegen den Gesetzesentwurf, doch der Präsident von Uruguay, Jose Mujica hat bereits angekündigt, dass er bei Verabschiedung des Gesetzes im Parlament, dieses unterzeichnen werde.

(Bild: Strange de Jim – CC-BY-2.0 – Flickr)
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