UK-Premier Cameron: Ich will nicht, dass die Liebe von Menschen per Gesetz geteilt ist

Während in Deutschland und Österreich die konservativen Regierungsparteien die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren mit immer haltloseren ‚Argumenten‘ bislang ‚erfolgreich‘ zu verhindern wissen, hat der britische Premierminister David Cameron mit seiner konservativ-liberale Koalitionsregierung, trotz Widerstand in seiner Partei, die Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Eherecht mit Unterstützung der Oppositionsparteien geschafft. Nun erklärte er, dass es für ihn wichtig sei, dass die Liebe zwischen Menschen nicht per Gesetz geteilt werden dürfe und alle Menschen die gleichen Rechte verdienen.

In Deutschland betreibt die Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine offen diskriminierende Politik – trotz Urteilen des deutschen Bundesverfassungsgerichts und auch bei den 10 vom LSVD gestellten Fragen zeigt sich, dass mit Merkels Konservativen keine Gleichstellung von Lesben und Schwulen zu machen ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

In Österreich ist die Situation nicht anders. Die ÖVP weigert sich die gesellschaftliche Realität anzuerkennen und Politik für alle BürgerInnen und Familien zu betreiben, doch stattdessen betreibt sie gerade Politik wider dem Kindeswohl (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und wider den gleichen Rechten für alle BürgerInnen, zumal teilweise gar gegen Erkenntnisse des VfGH negiert werden (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

UK-Premierminister Cameron: Eherecht, weil ich ein Konservativer bin

In dieser Woche ging es plötzlich in Großbritannien ganz schnell, nachdem zuvor der Gesetzgebungsprozess sich über viele Monate gezogen hat. Am Montag hat das britische Oberhaus den Gesetzesentwurf zur Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule in England und Wales verabschiedet. Am Dienstag folgte in einer weiteren Abstimmung das Unterhaus und bereits am Mittwoch unterzeichnete Queen Elizabeth II das verabschiedete Gesetz (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Damit können in England und Wales ab 2014 gleichgeschlechtliche Paare heiraten.

Im Frühjahr 2012 bekundete David Cameron am Parteitag seiner konservativen Tories, dass er für die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare mit folgender Aussage eintrete (thinkoutsideyourbox.net berichtete):

“Ich unterstütze nicht die gleichgeschliche Ehe, obwohl ich ein Konservativer bin. Ich unterstütze die gleichgeschlechtliche Ehe, weil ich ein Konservativer bin.”

Von dieser Erkenntnis sind die konservativen Angela Merkel in Deutschland, samt deren Union, sowie in Österreich die ÖVP von Michael Spindelegger weit entfernt. Und anstatt sich mit Fakten zu beschäftigen, wird sogar die nähe zu religiösen Kreisen gesucht, wie in Deutschland, als Merkel mit „Homo-Heilern“ „flirtete“. In Österreich wiederrum erklärte die Justizministerin, dass sie quasi Politik „von Gottes Gnaden“ betreibt.

Cameron: „Ich will nicht sehen, dass die Liebe von Menschen per Gesetz geteilt ist“

Nachdem die Ehe-Öffnung in England und Wales mit der royalen Unterschrift von Queen Elizabeth II in Kraft treten kann, erklärte gegenüber dem LGBT-Magazin „PinkNews“ der britische Premierminister David Cameron, dass ihm dieses Gesetzesvorhaben enorm wichtig war und es ein Beleg dafür ist, dass Großbritannien für LGBTs der beste Platz zum Leben sei.

Weiters dankte er LGBT-AktivistInnen für deren Kampf nach Öffnung der Ehe, da die Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen im Eherecht ein Zeichen dafür sei, wie die Gesellschaft funktioniert. Weiters erklärte Cameron:

„Ich habe diese Reform unterstützt, weil ich an Engagement, Verantwortung und Familie glaube. Ich will nicht sehen, dass die Liebe zwischen Menschen per Gesetz geteilt ist.“

Die Gleichbehandlung aller BürgerInnen im Eherecht in ein Zeichen von Respekt. Wenn BürgerInnen immer und immer wieder mitgeteilt wird, so Cameron weiter, dass sie weniger Wert sind, dann glauben sie dies irgendwann. Daher ist für ihn die Gleichbehandlung aller BürgerInnen wichtig.

(Bild: Downing Street)
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