Studie: Kinder von gleichgeschlechtlichen Elternpaaren gesünder und glücklicher

Kinder von gleichgeschlechtlichen Elternpaaren sind gesünder und glücklicher als Kinder, die in traditionellen Familien aufwachsen. Dies ist das Ergebnis einer Studie eines Forscher_innenteams der Universität Melbourne, für die 315 gleichgeschlechtliche Elternpaare mit insgesamt 500 Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren befragt wurden. Es handelt sich um die erste Studie dieser Art in Australien und um die bisher umfangreichste Studie zu Kindern mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren weltweit. Ein knappes Fünftel der Kinder hat zwei Väter.

Die Eltern mussten einen umfangreichen Fragebogen mit Fragen zur körperlichen, geistigen und emotionalen Gesundheit der Kinder, ihrem Selbstbewusstsein, ihrem Verhalten, der mit dem Kind (den Kindern) verbrachten Zeit, der Arbeitsaufteilung in der Familie und so weiter beantworten. Es wurde auch danach gefragt, wie die Paare zu ihren Kindern gekommen sind (leibliches Kind eines Elternteils, durch Geschlechtsverkehr oder durch Samenspende gezeugt, mit Hilfe einer Leihmutter, adoptiert, Pflegekind usw.) und ob das Kind der derzeitigen Partnerschaft entstammt oder einer früheren hetero- oder homosexuellen Beziehung. Dazu kamen die üblichen Fragen zur Demographie (Alter, Wohnort, Haushaltseinkommen, Schulbildung). Die Ergebnisse der Auswertung der Fragebogen wurden mit den Ergebnissen aus drei anderen Studien zum Gesundheitszustand und Wohlbefinden australischer Kinder verglichen.

Die Kinder der Studie zeigten in den Bereichen allgemeine Gesundheit und Familienzusammenhalt um 6 Punkte bessere Ergebnisse als der australische Durchschnitt. In den übrigen Bereichen gab es keine signifikanten Unterschiede zu Kindern, die in heterosexuellen Familien aufwachsen. Die Forscher_innen erklären sich das einerseits damit, dass die gleichgeschlechtlichen Elternpaare der Studie besser ausgebildet sind als der australische Bevölkerungsdurchschnitt (fast drei Viertel mit Hochschulabschluss) und andererseits damit, dass bei gleichgeschlechtlichen Paaren die Arbeitsaufteilung nicht nach vorgegebenen Geschlechtermustern erfolgt, sondern je nach den konkreten Umständen vereinbart und organisiert wird und dass das Familienleben dadurch harmonischer verläuft.

Ein Problem, mit dem viele der Kinder (und ihre Eltern) sich herumschlagen müssen, ist die Stigmatisierung wegen der Tatsache, dass sie zwei Mütter oder zwei Väter haben. Die Forscher_innen weisen darauf hin, dass empfundene Stigmatisierung die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder belasten kann und dass es für die Kinder insbesonders nachteilig sein kann, wenn die Eltern sich von Ärzten. Ärztinnen und sonstigem medizinischen Personal nicht akzeptiert fühlen und daher diesen gegenüber mit Informationen über die Familiensituation zurückhaltend umgehen.

Die Studie: Simon R Crouch, Elizabeth Waters, Ruth McNair, Jennifer Power and Elise Davis, Parent-reported measures of child health and wellbeing in same-sex parent families: a cross-sectional survey. BMC Public Health 2014, 14:635  doi:10.1186/1471-2458-14-635. Online veröffentlicht am 21. Juni 2014 (QueerNews.at – CC-BY-NC-SA-3.0)

Link: Studienhomepage Achess.co.uk

(Bild: Matt Scott – CC-BY-2.0 – Flickr)
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