SP-Kanzler Kern fordert Ehe-Öffnung, VP-Lopatka dagegen

Nach den Forderungen von Sozialminister Alois Stöger und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (beide SPÖ) hat nun auch der SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern bekräftigt, dass auch er die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare befürwortet.

Zwei Drittel der ÖsterreicherInnen befürworten gleiche Eherechte für alle (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und über den Sommer haben sich wieder mehrere SPÖ-SpitzenvertreterInnen, allen voran Alois Stöger und Sabine Oberhauser für die Öffnung der Ehe ausgesprochen (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Bundeskanzler Christian Kern für Ehe-Öffnung

Nachdem Christian Kern bei der Regenbogenparade schon erklärte, dass er für gleiche Rechte für LGBTs eintritt, jedoch die Öffnung der Ehe nicht klar formulierte (thinkoutsideyourbox.net berichtete), präzisierte und bekräftigte der Kanzler und SPÖ-Vorsitzende nun in einem Statement für die „Parlamentarische Bürgerinitiative Ehe gleich zur Aufhebung des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare“ seine Haltung.

In seinem Statement für die Initiative Ehe gleich liefert Bundeskanzler Christian Kern, nachdem zuvor auf Beamtenebene aus dem Kanzleramt kein klares Bekenntnis zur Ehe-Öffnung gekommen ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete), ein klares Bekenntnis für gleiche Eherechte für alle und eine Forderung an die blockierende ÖVP:

„Vielfalt, Offenheit und Toleranz – das ist das Leben im 21. Jahrhundert. Diskriminierung darf in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben. Am stärksten ist unsere Gesellschaft, wenn alle gleich an Chancen und Rechten sind. Die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare ist hoch an der Zeit.“

Damit fordern nun drei RegierungsvertreterInnen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, nachdem auch vor kurzem Andreas Schieder (SPÖ) einen diesbezüglichen Vorstoß hatte und die ÖVP aufforderte, gesellschaftspolitisch liberale Politik zu betreiben (thinkoutsideyourbox.net berichtete), denn für Schieder sei das Eheverbot „völlig daneben„.

ÖVP-Lopatka: Ehe-Öffnung kommt „überhaupt nicht in Frage“

Während die ÖVP auf die diversen Statements der SPÖ und ihrer Forderung nach gleichen Rechten für LGBTs versuchte, schweigend durchzutauchen, hat schließlich der ÖVP-Klubchech Reinhold Lopatka im Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ klar gemacht, dass mit der ÖVP keine zukunftsgestaltende, gleichberechtigte Politik für alle machbar ist.

So erklärte Lopatka auf eine Frage, nachdem SPÖ-Klubchef Andreas Schieder einen Kompromiss vorschlug, dass die ÖVP bei Zustimmung der SPÖ zu einem Burka und Niqab-Verbot der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zustimmt, weil damit ein liberales Gesellschaftsstatement gesetzt werden würde.

Lopatka machte klar, dass er und seine ÖVP weiter für Ungleichbehandlung und Diskriminierung steht, denn die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare, so Lopatka:

„Das kommt für die ÖVP überhaupt nicht infrage.“

Damit bekräftigt Lopatka, dass er für rechtskatholische Fundamentalpolitik und diskrimierenden Populismus steht, der mit allen Mitteln versucht, Menschen, das Recht zu geben, einfach glücklich sein zu dürfen, indem sie ihre Liebe mit der Ehe besiegeln dürfen.

Die ÖVP ist und bleibt „die“ faktenresistente, diskriminierende und homophobe Bastion mit Regierungsverantwortung in Österreich. Leider.

Über 50.000 fordern Ehe-Öffnung

Nachdem Umfragen bestätigen, dass eine große Mehrheit der ÖsterreicherInnen die Öffnung der Ehe befürworten, haben auch schon zehntausende Wahlberechtigte auf der Homepage des Parlaments die Petition unterschrieben.

Bereits über 50.000 ÖsterreicherInnen fordern von der Politik, das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare zu beenden. Diese über 50.000 Unterschriften sind im Besonderen ein Auftrag an die ÖVP, endlich im 21. Jahrhundert anzukommen und es zahlreichen anderen westlichen Staaten gleich zu tun.

Die ÖVP soll gemeinsam mit SPÖ, Grünen und NEOS endlich die ihr übertragene Verantwortung wahrnehmen und Politik für alle – abseits des homophoben Rechtskatholizismus – machen.

Liebe ist Liebe und verdient die gleichen Rechte! Jetzt, denn es ist wirklich an der Zeit!

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