Serbien: Nächtlicher Protest gegen Belgrade Pride Verbot

Am Freitag Nachmittag verkündeten die Sicherheitsbehörden in der serbischen Hauptstadt Belgrad, dass die für Samstag geplante ‚Belgrade Pride‘, wie bereits in den Jahren 2011 und 2012, auch 2013 wegen ‚Sicherheitsbedenken‘ untersagt wird. Am Abend demonstrierten LGBT-AktivistInnen in Belgrad gegen das Verbot. Die Kundgebung gegen die erneute Kapitulation des Rechtsstaates verlief friedlich.

Am Freitag Nachmittag wurde bekannt, dass die serbischen Sicherheitsbehörden die Durchführung, der für Samstag geplanten „Belgrade Pride“ wegen Sicherheitsbedenken untersagt haben (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Auch wenn Premier Dacic erklärte, dass das Verbot „keine Kapitulation vor Hooligans“ sei, so ist es exakt das.

Wie in den Jahre 2011 und 2012 gab es im Vorfeld der „Belgrade Pride“ massive Gewaltdrohungen gegen die friedliche Durchführung des Christopher-Street-Days in den Straßen von Belgrad. Die Behörden erklärten, dass sie die öffentliche Sicherheit und jene der TeilnehmerInnen nicht gewährleisten könnten. Damit kapituliert der Rechtsstaat erneut vor rechten Drohungen. Fundamentale Grund- und Menschenrechte werden Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen erneut vorenthalten.

LGBT-AktivistInnen demonstrierten gegen Verbot Belgrade Pride

Noch Freitagabend haben sich rund 100 LGBT-AktivistInnen in Belgrad versammelt, um mit einem Protestzug zur Nationalversammlung gegen die Kapitulation des Rechtsstaates zu demonstrieren. Die spontane Kundgebung wurde über SMS und soziale Netzwerke organisiert und trug den Titel „Pride 2013“. Auch sahen die AktivistInnen die spontane abendliche Kundgebung als Vorbereitung für die LGBT-Demonstration 2014.

Die TeilnehmerInnen der spontanen Demonstration gegen das Verbot der „Belgrade Pride“ wurden von Sicherheitskräften und Reportern auf ihrem Fußmarsch durch die Straßen von Belgrad begleitet. Mit Regenbogenfahnen und Slogans, wie

Das ist Stolz, das ist Serbien“ oder „Lang lebe die Liebe

demonstrierten sie für das Recht auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung, sowie dem Schutz von LGBTs vor Verfolgung, Diskriminierung und Homophobie.

Maja Micic, Mitglied des „Belgrade Pride“-Organisationskomitees erklärte, wie „B92“ berichtet, dass dies der erste Schritt sei. In ein paar Jahren werde der CSD ohne Zwischenfälle durchgeführt werden könne und mensch müsse sich nicht länger verstecken.

Der Protest der rund 100 AktivistInnen ging friedlich und ohne Zwischenfälle zu Ende.

(Bild: © B92/Miloš Milovanovic)
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