Schwulen- und Lesbenforschung für FPÖ “Blödsinn”

Dass die FPÖ wenig für Lesben, Schwule und Transgender übrig hat, ist keine Neuigkeit. Die FPÖ will ja auch die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft wieder rückgängig machen, wenn sie an der Macht wären. Nun stößt sich die Wiener FPÖ am „queeren Kleinprojektetopf“, wo die Stadt Wien gezielt lesBiSchwule und Transgender-Projekte fördert. Für Johann Gudenus, stellvertretender FPÖ-Bundesparteiobmann und Wiens FP-Klubchef, wird in Wien „jeder Blödsinn“ gefördert. Dazu zählen die Freiheitlichen eben auch Forschungen über Lesben, Schwule und Transgeder, welche die FPÖ umgehend einstellen würde.

Im Jahr 2010 wurde auf Initiative von Sandra Frauenberger, zuständige Stadträtin für Antidiskriminierung, der „Queere Kleinprojektetopf“ eingerichtet. Die Hälfte der zur Verfügung stehenden Mittel wurde im ersten Halbjahr vergeben. Für die zweite Jahreshälfte hat der ExpertInnenrat unter Vorsitz der WASt (Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen nun die Förderentscheidungen gefällt. In der zweiten Jahreshälfte 2011 werden insgesamt 7 Projekte eine Förderung erhalten. Dazu zählen folgende Projekte:

  • Forschungsprojekt zur Geschichte von Trans*Bewegungen in Österreich
  • Filmprojekt zum Thema Transgender
  • Diversity Unternehmenspreis
  • Gründung einer LGBT-Theatergruppe mit dem Anliegen der Enttabuisierung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen (thinkoutsideyoubox.net berichtete)
  • Projekt zur Sichtbarmachung von Diskriminierungsstrukturen und Gewalterfahrungen von lesbischen Frauen
  • Forschungsprojekt zum Thema Gewalt unter schwulen Männern und zu lesbischer Solidarität in der NS-Zeit

Für die zuständige Stadträtin, Sandra Frauenberger ist der Fördertop ein wichtiges (gesellschaftspolitisches) Instrument:

„Dieser Fördertopf ist ein wichtiges Instrument, um Lesben, Schwule und Transgenderpersonen in Wien konkret zu unterstützen und den gesellscahftlichen Diskurs über sexuelle Orientierungen und Identitäten voranzutreiben.“

FPÖ: „Jeder Blödsinn wird unterstützt“

Die Einführung und die vollständige Befüllung und einhergehenden Vergabe der finanziellen Förderungen an queere Projekt stört die rechtspopulistische FPÖ. Johann Gudenus meint, dass in Wien „jeder Blödsinn großzügigst unterstützt wird“. Die FPÖ versucht in der Begründung der Ablehnung der Förderungen zur wissenschaftlichen Behandlung queerer Fragen in typischer FPÖ-Manier verschiedene Bevölkerungsgruppen und Interessen gegeneinander auszuspielen. So wird argumentiert, dass die Stadt Wien für bedürftige Kinder, die aus zerrütteten Familienverhältnissen stammen, keine Gelder übrig hat.

In einer Presseaussendung schreibt die FPÖ:

„Jeder Blödsinn wird hingegen großzügigst unterstützt. So rühmte sich etwa erst heute SP-Stadträtin Frauenberger, den Steuer-Geldsack über der Schwulen- und Lesbenforschung ausgeschüttet zu haben.

Vermutlich hat die FPÖ diese Begründung einfach vorgeschoben. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der Grund ein gänzlich anderer. Nämlich, dass die Freiheitlichen einfach nicht wollen, dass mithilfe der queeren Projekte Vorurteile und Stereotypen von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in der Gesellschaft abgebaut und schrittweise aufgebrochen werden können. Immerhin kämpft die FPÖ für die traditionelle heterosexuelle Ehe, gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen und ist mit ihren Forderungen teilweise offen homophob. So behauptete sogar der FPÖ-Parteiobmann HC Strache im Jahr 2008, dass Homosexualität eine Krankheit sei.

(Foto: © thinkoutsideyourbox.net – CC-BY-NC-ND-3.0)
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