‚Schwuchteln hinters VOEST-Gelände‘-Sager auf Facebook: KPÖ zeigt FPÖ-Kitzmüller an

Der homophobe Kommentar auf der Facebook-Seite der FPÖ Linz zu einer Umfrage, ob der in finanzielle Nöte gerade ‚HOSI Linz‘ geholfen werden soll, des FPÖ-Gemeindevorstand von Kirchschlag, Wolfgang Kitzmüller, hat möglicherweise ein gerichtliches Nachspiel. Die KPÖ Oberösterreich hat bei der Staatsanwaltschaft Linz eine Anzeige wegen des Verdachts der Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz eingebracht.

Am 18. Jänner 2013 postete der FPÖ-Politiker aus Kirschlag, der mit der FPÖ-Nationalratsabgeordneten Anneliese Kitzmüller verheiratet, bei einer Umfrage der FPÖ Linz Stadt, ob die „HOSI Linz“ von der Stadt entschuldet werden solle, folgenden Eintrag:

„Ich habs schon mal zum Ausdruck gebracht: ab mit den Schwuchteln hinters Voest-Gelände.“

Kitzmüller Posting

Die „KPÖ Oberösterreich“ erstatte aufgrund dieses Postings, das mittlerweile gelöscht wurde, bei der Staatsanwaltschaft Linz eine Anzeige wegen des Verdachts der Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz.  Der Landessprecher der „KPÖ Oberösterreich“, Leo Furtlehner, fordert die Staatsanwaltschaft auf, den dargestellten Sachverhalt zu überprüfen und entsprechend den gesetzlichen Möglichkeiten die notwendigen Schritte einzuleiten.

 NS-Zeit: Außenstelle des KZ Mauthausen hinter VOEST-Gelände

Das besonders abscheuliche an dieser Aussage, abgesehen von der erneut offen zur Schau getragenen Homophobie der FPÖ, ist, dass eine gedachte Linie von Kirchschlag über Linz durch die VÖEST zuerst an die Donau und dann weiter nach Mauthausen führt.

Darüberhinaus befand sich auf diesem Gelände ein Außenlager des KZ Mauthausen. Bekanntlich wurden während des NS-Regimes Homosexuelle nicht nur diskriminiert, sondern verfolgt und viele in Konzentrationslagern inhaftiert und ermordet.

Für die „KPÖ Oberösterreich“ sei die Aussage Kitzmüllers daher

„eine Gutheißung der vom NS-Regime betriebenen Verfolgung von Homosexuellen“.

Für Kitzmüller kein Rücktrittsgrund

Während viele den umgehenden Rücktritt von Kitzmüller aufgrund dieserhomophoben und untragbaren Entgleistung fordern, sieht dieser dafür keinen Grund. Für Kitzmüller ist an seiner Aussage nichts Anstößiges“, sondern viel mehr sei „Schwuchteln“

„kein deftiger, sondern ein ganz üblicher Ausdruck“.

Damit liegt Kitzmüller definitiv falsch, denn „Schwuchteln“ ist sehr wohl ein Schimpfwort und beleidigt homosexuelle Männer.

Letztlich gibt Kitzmüller jedoch zu, dass er Posting so heute nicht mehr schreiben würde. Das macht es aber auch nicht besser.

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