Schwere FPÖ-Angriffe: Rechtskomitee Lambda Teil einer „Pädophilen-Lobby“

Die rechtspopulistische FPÖ fährt schwere Angriffe gegen eine LGBT-BürgerInnenrechtsorganisation – das Rechtskomitee Lambda (RKL) rund um den Präsidenten und Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner. In einer Presseaussendung bezeichnet der Wiener FPÖ-Klubchef und stellvertretender FPÖ-Bundesparteiobmann Mag. Johann Gudenus das Rechtskomitee Lambda als Teil einer „Pädophilen-Lobby“. Anlass ist die Einsetzung einer Untersuchungskomission unter dem Vorsitz von Barbara Helige, ehemalige Präsidentin der Richtervereinigung und Mitglied im Kuratorium des RKL. Gudenus bezeichnet Graupner als „glühenden Verfechter generationenübergreifender Sexualität“ und unterstellt ihm damit ein Befürworter von Pädophilie zu sein.

Die Stadt Wien hat eine Kommission eingesetzt, die die Vorwürfe von Missbrauchsfällen in Kinderheimen der Stadt Wien untersuchen und aufklären soll. Vorsitzende der Komission soll Barbara Helige werden, die auch im Rechtskomitee Lambda tätig ist und früher die Vorsitzende der Richtervereinigung war. Helige war auch kurzfristig als SPÖ-Justizministerin im Gespräch. Aus diesem Grund schießen sich die Freiheitlichen auf das Rechtskomitee Lambda und insbesondere auf den Präsidenten des RKL, Dr. Helmut Graupner ein.

So schreibt Gudenus in einer Aussendung:

„Besonders geeignet ist Helige für Oxonitsch vermutlich auch wegen ihrer Kontakte zur österreichischen Pädophilen-Lobby. Sie sitzt im Kuratorium des Rechtskomitee Lambda. Der Chef von Lambda, Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, ein glühender Verfechter der – wie er es nennt – „generationenübergreifenden Sexualität“, schrieb im Jahr 1999: „Bis zur Hälfte der Beziehungen von 12- oder 13-jährigen zu Erwachsenen ist durch eine gegenseitige Zuneigung begründet. Diese Beziehungen gleichen oftmals normalen Partnerschaften homo- oder heterosexueller Natur; und es ist allein das Gesetz, das sie zu einem Objekt juristischer Untersuchung macht.“

Die Freiheitlichen kopieren damit Angriffe an Graupner, die bereits im April 2010 erhoben wurden. Damals war Graupner Feindbild deutscher Konservativer, die sich auf den gleichen Artikel im „Journal of Homosexuality“ im Jahr 1999 beriefen und ihm eine Nähe zu Pädophilie unterstellten. Offenbar versucht die FPÖ zu vermitteln, dass Homosexualität mit Pädophilie gleichzusetzen sei. Die Angriffe lassen diesen Rückschluss zu.

Die Freiheitlichen verschweigen in ihrer Kritik jedoch die Tatsache, dass sich Graupner in diesem Artikel ausdrücklich von sexueller Gewalt gegenüber Kindern distanziert hat. Bereits damals hat Graupner gegenüber ggg.at bekräftigt, dass

„…darin in keinster Weise ein Plädoyer für eine Straffreiheit von Pädophilie oder für ein Recht auf pädophile Kontakte enthalten ist.“

Weiters betonte Graupner:

„Ganz im Gegenteil arbeite ich darin sogar die grundrechtliche Verpflichtung zur Kriminalisierung pädophiler Kontakte heraus.“

Die Angriffe der FPÖ sind jedoch nichts Neues. In der Vergangenheit hat die FPÖ schon mehrfach gegen Lesben- und Schwulenvertretungen gewettert, die die gleichen Rechte für Lesben und Schwule einfordern und/oder auf gerichtlichem Weg einklagen. Mangels sachlicher Argumente wird regelmäßig in den Mistkübel der politischen Diskussionskultur gegriffen. Die FPÖ will bekanntlich laut Grundsatzprogramm bei einer Regierungsbeteiligung auch die Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule wieder abschaffen, mit der Österreich im Jahr 2010 einen ersten Schritt ins 21. Jahrhundert gemacht hat, sowie ist sie ein strikter Gegner von einem Adoptionsrecht und/oder künstlicher Befruchtung für homosexuelle Paare. Damit negiert die FPÖ gesellschaftliche Realitäten, fordert die nachhaltige Diskriminierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe und will Österreich gesellschaftspolitisch ins vorige Jahr zurück verfrachten.

(Logo: © Rechtskomitee Lambda)
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