Rom: 14-Jähriger verübt Selbstmord nach homophoben Mobbing

Erneut hat ein junger Homosexueller seinem Leben ein Ende gesetzt, da er wegen den Anfeindungen und der Ablehnung in seiner Familie aufgrund seiner sexuellen Orientierung keinen anderen Ausweg mehr sah. Dieses tragische Schicksal erschüttert gerade die italienische Hauptstadt Italien, Rom und sorgt für eine erneute Debatte über den fehleden Schutz von LGBTs gegen Homophobie und Transphobie.

In Italien gibt es derzeit weder einen Schutz gegen Anti-Diskriminierung beim Bezug von Gütern und Services oder gegen Hassreden für Lesben, Schwule und Transgender-Personen. Weiters gibt es – mit Ausnahme einzelner lokaler Anerkennungen – keine landesweiten Rechtsinistitute für die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften. Von einer Öffnung der Ehe im von der katholischen Kirche geprägten Land ganz zu schweigen.

Schwuler Teenager verübt Selbstmord nach Mobbing

Nun erfährt dieser fehlende Schutz und Aufklärungskampagnen eine erneute Diskussion. Der Anlass ist leider – wie so oft – eine Tragödie. Wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet hat sich in Rom ein erst 14 Jahre alter junger Teenager das Leben genommen, da er mit den Anfeindungen aufgrund seiner sexuellen Orientierung nicht mehr fertig wurde und auch keinen Ausweg mehr sah.

Bereits vor seinem Freitot hat der Teenager sich Verletzungen durch Ritzen zugefügt. Am Freitag schließlich hat sich der Teenager vom Balkon aus in die Tiefe gestürzt.

Vor seinem Selbstmord hat der Teenager zwei Abschiedsbriefe hinterlassen, wie „La Repubblica“ berichtet, wo er sich bei seiner Familie für seine Tat entschuldigt. Auf einem der Abschiedsbriefe heißt es:

„Ich bin schwul, niemand versteht mein Drama und ich weiß nicht, wie ich es für meine Familie akzeptabel machen soll.“

FreundInnen erklärten, dass sie die dramatische Situation ihres Freundes nicht realisiert gehabt hätten.

Polizei: Teenager Opfer von Gay-Bullying

Bereits im November 2012 hat ein Teenager durch Erhängen seinem Leben ein Ende gesetzt, da auch er Opfer von Anfeindungen aufgrund seiner sexuellen Orientierung wurde.

Nun bestätigte die ermitteltende Polizei in Rom, dass auch der 14-Jährige Opfer von homophoben Mobbing wurde und als Ergebnis dessen seinem Leben ein Ende setzte.

Auf dem Mobiltelefon des Teenagers wurden von den Behörden entsprechende Mitteilungen gefunden. Im italienischen Rechtssystem gibt es keinen Schutz vor Hassreden aufgrund der sexuellen Orientierung bzw. geschlechtlichen Identität.

(Bild: Elliot Brown – CC-BY-2.0 – Flickr)
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