Regenbogenhauptstadt Wien: 1.000 Eingetragene Partnerschaften seit 2010

Dieser Tage feiert Österreichs Bundeshauptstadt Wien ein kleines Jubiläum. Am Freitag wird in Wien die 1.000. Eingetragene Partnerschaft von einem gleichgeschlechtlichen Paar geschlossen. Die Stadträtin Sandra Sandra Frauenberger (SPÖ) gratulierte dazu dem glücklichen Paar und erneuerte die Forderung nach Öffnung der Ehe.

Seit Einführung der Eingetragenen Partnerschaft Anfang 2010 haben laut Daten der Statistik Austria bis Ende 2013 1.892 Paare in Österreich eine Eingetragene Partnerschaft geschlossen. Seitdem gibt es ein starkes Stadt-Land-Gefälle, was auch auf zahlreiche Gemeinheiten, wie das zunächst von der ÖVP hineinreklamierte Standesamtsverbots für die Verpartnerung zurückzuführen sein wird.

Mittlerweile hat das Verfassungsgerichtshof in mehreren Urteilen mehrere dieser Gemeinheiten und Ungleichbehandlungen beseitigt. Erst im Jänner 2014 hat der Verfassungsgerichtshof erklärt, dass das Verbot der Samenspende für lesbische Frauen verfassungswidrig ist (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Im Juni 2013 hob der VfGH das Standesamtsverbot ebenfalls auf (thinkoutsideyourbox.net berichtete) und untermauerte somit die Bankrotterklärung der ÖVP als zukunftsorientierte Partei.

Wien ist Regenbogenhauptstadt Österreichs

Wien hat die Möglichkeiten, die das Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft ermöglichte, weitestgehend möglich ausgenutzt und ein Verpartnerungspaket geschnürt, das Lesben und Schwule jene Würde gewährt, die ihr schönster Tag des Lebens auch verdient. So euren auch sämtliche, heterosexuellen Paaren zugänglichen Traumhochzeitslocations, auch für lesbische und schwule Paare geöffnet.

So ist es wenig verwunderlich, dass Wien für fast 50 % aller Eingetragenen Partnerschaften verantwortlich zeichnet. Diese Woche wird in Wien die 1.000 Eingetragene Partnerschaft von einem gleichgeschlechtlichen Paar geschlossen.

Die SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger gratulierte am Mittwoch mit Hochzeitssträußen der Wiener Stadtgärten (MA 42):

„Wien ist nicht nur die Regenbogenhauptstadt, sondern auch die Verpartnerungshauptstadt. Nirgendwo in Österreich werden mehr Verpartnerungen gefeiert. Überall, wo geheiratet werden kann, können sich Paare in Wien auch verpartnern lassen und Zeremonien mit TrauzeugInnen waren von Beginn an möglich. Wir garantieren, dass die Verpartnerung als unvergesslich schönes Erlebnis in Erinnerung bleibt.“

Von den 1.000 Verpartnerungen entfallen 663 auf schwule und 337 lesbische Paare. Die meisten Paare begründeten ihre Eingetragene Partnerschaft in den Sommermonaten Juli/August und waren zwischen 31 und 40 Jahren alt.

Rot-grünes Wien fordert Ehe-Öffnung

Wien gilt in Österreich als Musterbeispiel für eine Gesellschaftspolitik, wo alle Familien gewürdigt und moderne Politik für alle BürgerInnen, unabhängig der sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität gemacht wird.

Frauenberger bekräftigte am Mittwoch auch die Forderung nach der Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule:

Die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft war ein wichtiger erster Schritt. Ich fordere aber die Öffnung der Ehe in einer reformierten Form. Das Ziel kann nur eine völlige Gleichstellung von heterosexuellen und gleichgeschlechtlichen Paaren sein.“

Erst am Montag hat der Wiener Landtag (mit den Stimmen von SPÖ und Grünen) mit einem Resolutionsantrag an die Bundesregierung die völlige Gleichstellung von LGBTs gefordert (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Dabei wird neben der Öffnung der Ehe auch eine Reform des Eherechts gefordert, damit diese den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht.

Ehe für alle. It’s time!

(Bild: Krieger/PID)
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