Papst Benedikt XVI tritt ab und hinterlässt Hass-Pontifikat

Der 84-jährige Papst Benedikt XVI, Oberhaupt der römischen-katholischen Kirche hat angekündigt, sein Amt niederzulegen zu zurück zu treten. Damit tritt erstmals seit vielen Jahrhunderten wieder ein Papst zurück. Benedikt XVI wurde am 19. April 2005 in das Amt durch die Konklave gewählt und legt dieses am 28. Februar um 20:00 Uhr zurück. Sein Wirken in den vergangenen knapp 8 Jahren war geprägt von einer Radikalisierung innerhalb der römisch-katholischen Kirche, die vor allem gegen Andersgläubige und im Besonderen gegen Homosexuelle gerichtet war.

Erstmals berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA um 11:46 Uhr berichtete, hat der Papst seinen Rücktritt bekannt gegeben. Ein Sprecher bestätigte später am Montag, dass der Rücktritt von Papst Benedikt XVI aus gesundheitlichen Gründen erofolge. Für ihn sei die Last seines Amtes zur groß und nach langer Überlegung sei er zum Entschluss gekommen, dass dieser Schritt zum Wohl der Kirche sei.

Rücktritt aus Gesundheitsgründen

Der Papst erklärte in einer lateinischen Rede während der Ratssitzung zur Heiligsprechung der Märtyrer von Otranto, wie Radio Vatikan berichtet. So erklärte er:

„Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.“

Weiters begründete der Papst seinen Entschluss mit gesundheitlichen Gründen und erklärte, dass

„meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013 um 20.00 Uhr der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird.“

Der Rücktritt erfolgt per 28. Februar 2013 um 20:00 Uhr. Bis zu einer Wahl eines Nachfolgers, bleibt der „Heilige Stuhl“ unbesetzt. Die Wahl eines neue Papstes soll im März erfolgen.

Volker Beck: „Verpasste Chance“

In den vergangenen Jahren hat sich die römisch-katholische Kirche von ihrem grundlegenden Ansinnen, Nächstenliebe zu zeigen, immer weiter entfernt. Unter Papst Benedikt XVI haben sich zahlreiche oberste Glaubensvertreter mit immer neueren offen diskriminierenden und hetzerischen Aussagen in den Vordergrund gedrängt.

Für Volker Beck ist das Pontifikat von Benedikt XVI eine „verpasste Chance“. So erklärte Beck:

„Unter ihm ist die katholische Kirche teilweise wieder hinter Erneuerungen durch das zweite vatikanische Konzil zurückgefallen, beispielsweise durch die Aufhebung der Exkommunikation der antisemitisch-ausgerichteten Piusbruderschaft. Auch seine Worte gegen Homosexuelle waren stehts ein Angriff auf den säkularen Verfassungsstaat, auf die Menschenrechte und eine humanistisch orientierte Werteordnung. Von seinem Nachfolger erwarten wir, dass er sich seiner Verantwortung im Umgang mit Juden, Muslimen, Homosexuellen und Frauen bewusst ist und Gesellschaften hier nicht mehr spaltet, sondern eint.“

Damit hat der deutsche Politiker von „Bündnis 90/Die Grünen“ sehr recht. Unter Papst Benedikt XVI hat die römisch-katholische Kirche immer vehementer versucht, sich in innerstaatliche Angelegenheiten einzumischen und dem Gesetzgeber die Lehren der Kirche aufzudrängen.

Benedikt XVI hetzte regelmäßig gegen Homosexuelle

Im Besonderen die Gleichstellungsbestrebungen von Lesben und Schwulen waren für Papst Benedikt XVI und zahlreiche weitere Glaubensvertreter in den Vergangenheiten ein „besonderes Anliegen„. Kaum gab es Fortschritte in der sachlich nicht gerechtfertigten Ungleichstellung und Diskriminierung von Lesben und Schwulen, meldete sich die römisch-katholische Kirche zu Wort. Unter Papst Benedikt XVI reklamierte die römisch-katholische Kirche vehement wie selten zuvor die Definition des Ehebegriffes für sich.

Martina Fink, Vorstandsmitglied der HOSI Wien erklärte zum Papst Rücktritt und seinem Kampf gegen die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften:

„Der Papst erhob etwa immer wieder seine Stimme, um sich vehement gegen die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und die Öffnung der Zivilehe auszusprechen. Sein erbitterter Widerstand erreichte erst in den letzten Wochen einen Höhepunkt, als u. a. die röm.-katholische Kirche zehntausende DemonstrantInnen mobilisierte, um das entsprechende Gesetzesvorhaben in Frankreich zu verhindern.“

Weiters wurden Bedrohungsszenarien dargelegt, welche fern jeglichem Faktum sind. So erklärte der Papst, dass die Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Eherecht eine Gefahr für den Weltfrieden sei und die Gesellschaft massiven Schaden nehmen könnte. Ähnlich sieht es auch der Obmann der HOSI Wien, Christian Högl:

„Mit dem Rücktritt Benedikts XVI. wird ein Pontifikat zu Ende gehen, das von Homophobie geprägt war.“

Vom Pontifikat von Papst Benedikt XVI bleibt viel verbrannte Erde zurück. Der Papst hat die römisch-katholische Kirche noch weiter in die Vergangenheit geführt, anstatt diese grundlegend zu reformieren. Auch hat sie – die Austritte aus der Kirche zeigen dies – den Bezug zu den Gläubigen verloren. Papst Benedikt XVI war ein Papst, der Intoleranz und Homophobie im Namen Gottes verbreitete.

Sein Rücktritt kann ein Neuanfang sein, doch dieser wird schwer und ist wohl auch kaum zu erwarten. Zu sehr scheint die religiöse Intoleranz gegenüber AtheistInnen, Andersgläubigen und beispielsweise Homosexuellen in der römisch-katholischen Kirche und im Besonderen bei den „hohen Würdenträgern“ verankert zu sein.

(Bild: Sergey Gabdurakhmanov – CC-BY-2.0 – Flickr)
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6 Comments
  1. […] Stuhl bekannt gegeben. Der Rücktritt wird per 28. Februar 2013 um 20:00 Uhr wirksam werden (thinkoutsideyourbox.net berichtete). In den vergangenen Jahren hat die römisch-katholische Kirche alles getan, um sich noch weiter […]

  2. […] möglichen Nachfolger. Josef Ratzinger hinterlässt jedenfalls ein “Hass-Pontifikat” (thinkoutsideyourbox.net berichtete). War es doch während seiner Papstzeit, wo sich die Kirche von der christlichen Nächstenliebe […]

  3. […] XVI genannt worden und hätte damit das homophobe Pontifikat von Joseph Ratzinger fortgesetzt (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Der von Buchmachern nunmehrige Favorit auf die Papstnachfolge, Peter Turkson aus Ghana wäre […]

  4. […] Exakt das beweisen tagtäglch viele Familien abseits des tradionellen – und der ÖVP heiligen – Familienbildes. Einzig das Verweigern der gleichen Rechte für alle Familien ist entgegen dem Kindeswohl. Stattdessen macht die ÖVP lieber Politik auf Zuruf der römisch-katholischen Kirche, die unter dem gestern aus dem Amt geschiedenen Papst Benedikt XVI offen homophob agierte und gegen die Gleichstellungsbestrebungen hetzte (thinkoutsideyourbox.net berichtete). […]

  5. […] den verkündeten Rücktritt von Papst Benedikt XVI, der ein Hass-Pontifikat hinterlässt (thinkoutsideyourbox.net berichtete), mit einer Aktion in der Pariser Notre Dame Kathedrale (thinkoutsideyourbox.net […]

  6. […] Damit würde das “Hass-Pontifikat”, das Papst Benedikt XVI zurück gelassen hat (thinkoutsideyourbox.net berichtete), fortgesetzt […]

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