ÖVP-Wahlplakate: Österreich gehört den Homophoben

Die ÖVP von Bundesparteiobmann und Spitzenkandidaten Michael Spindelegger hat am Dienstag die Plakate für die Nationalratswahl im September vorgestellt. Die Vizekanzlerpartei hat es sich zum Ziel gesetzt, wieder den Bundeskanzler zu stellen, um damit die durchgehende Regierungsbeteiligung von 27 Jahren zu prolongieren. Auf den Plakaten stellt die Partei ihren Anspruch an Österreich in den Vordergrund und negiert dabei, dass sie gerade gesellschaftspolitisch genau das Gegenteil macht.

Die ÖVP von Vizekanzler Michael Spindelegger hat es auch im 21. Jahrhundert nicht geschafft, die gesellschaftliche Realität anzuerkennen. Wenn es nach dem vorgestellten Wahlprogramm geht, so wird sie das auch weiterhin nicht tun. Während Grüne und SPÖ in ihrem Wahlprogramm die gesellschaftliche Realität und heutige Familienformen ansprechen und entsprechende Reformen einfordern, gibt es für die „Volks“partei weiterhin nur die traditionelle Familie, bestehend aus Vater-Mutter-Kind(er).

ÖVP ist und bleibt homophob

Gerade auch bei der Frage der Gleichstellung von Lesben und Schwulen, sowie der Anerkennung und rechtlichen Absicherung von Regenbogenfamilien betreibt die ÖVP eine Politik der Verdrängung und handelt somit klar gegen das Kindeswohl – eine Schande für eine Partei, die vorgibt, weltoffen zu sein und das Kindeswohl in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen.

Die Liste der homophoben Entgleisungen von ÖVP-PolitikerInnen ist beinahe unendlich. Daher nur die 5 jüngsten Aussagen:

  • Ursula Stenzel (ÖVP-Bezirksvorsteherin Wien, Innere Stadt): ÖVP bei Homosexuellen-Rechten „zu liberal“
  • Beatrix Karl (ÖVP-Justizministerin): Vater-Mutter-Kind(er) „Idealzustand“ und Eingetragene Partnerschaft „verhindert Diskriminierung“
  • Manfred Juraczka (ÖVP Wien-Obmann): Vater und Mutter für „Kindesentwicklung sinnvoll“
  • Josef Pühringer (ÖVP Oberösterreich-Obmann, Landeshauptmann): Gleichstellung von Lesben und Schwulen entwertet „heilige Familie“. Daher „warne ich dringend vor Gleichstellung“.
  • ÖVP-Fibel“ warnt vor „Abschaffung der Ehe“ und Adoptionsrecht für Regenbogenfamilien.

Mit diesen Aussagen handelt die ÖVP wider dem Kindeswohl und bedient sich ungeniert längst widerlegten „Argumenten“ von GleichstellungsgegnerInnen.

ÖVP-Vorstellung: Österreich gehört den Homophoben.

Da mutet das nun vorgestellte Plakat der ÖVP, auf dem es heißt „Österreich gehört den Weltoffenen.„, wie eine Tragikomödie an. Auch stellt sich die Frage: Wenn Österreich den Weltoffenen gehört, was macht dann die ÖVP in der Regierung?

Die ÖVP steht für ein Österreich, das weder weltoffen, noch anti-diskriminierend ist. Die ÖVP will ganz ungeniert BürgerInnen ihre zustehenden Rechte einzig aufgrund ihrer sexuellen Orientierung/geschlechtlichen Identität vorenthalten und somit diskriminieren.

Die ÖVP hat bis heute nicht verstanden, was BürgerInnenrechte sind und dass diese allen BürgerInnen in gleichem Maße zustehen. Richtigerweise müsste das Plakat der ÖVP daher heißen:

„ÖVP: Willkommen Vergangenheit: Österreich gehört den Homophoben.“

Solange die ÖVP in der Regierung ist, wird sich daran leider nichts ändern, denn sie versucht mit allen Mitteln, das gesellschaftspolitische Ankommen Österreichs im 21. Jahrhundert und die längst überfällige völlige Gleichstellung von Lesben und Schwulen zu verhindern. Daher gehört die Partei abgewählt und ihre ideologische Ewiggestrigkeit in die Opposition verbannt. 27 Jahre durchgehende ÖVP-Regierungsbteiligung sind mehr als genug. Österreich gehört nicht der homophoben ÖVP.

(Originalbild: oevp.at/Adaptierung: thinkoutsideyourbox.net)
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2 Comments
  1. […] ÖVP-Wahlplakate: Österreich gehört den Homophoben — Die ÖVP von Bundesparteiobmann und Spitzenkandidaten Michael Spindelegger hat am… […]

  2. […] Österreich soll den ÖVP-Homophoben gehören, reaktionäres Gedankengut prolongiert und manche ÖVP-PolitikerInnen fordern eine noch […]

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