ÖVP-Minister Rupprechter gegen Ehe-Öffnung Lesben und Schwule

Der Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, der vor wenigen Wochen für Aufsehen sorgte, als er sich für das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule aussprach, hat in der Pressestunde am Sonntag diese Forderung bekräftigt und revoltiert damit weiter gegen die homophobe und diskriminierende Parteispitze. Bei der Frage des Eherechts dagegen ist von Liberalität keine Spur.

Vor vier Wochen sorgte der ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter mit seiner Aussage, dass er für das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule ausspreche, für Aufsehen (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Pressestunde: Rupprechter bekräftigt Ja zu Adoptionsrecht

Seit dieser Aussage hat sich innerhalb der ÖVP von Bundesparteiobmann Michael Spindelegger ein intensiver Diskurs ergeben, doch selbst die Familienministerin Sophie Karmasin hat sich mit fragwürdigen und polemischen Azssagen disqualifiziert, nachdem sie meinte, es gäbe ohnehin mehr adoptionswillige heterosexuelle Familien und sich daher die Frage der vollständigen Öffnung der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare nicht stelle.

Parteiobmann Spindelegger, ohnehin ein erklärter Gegner der Gleichstellung von Lesben und Schwulen, versucht seitdem die Debatte abzudrehen. Andrä Rupprechter dagegen lässt sich das Wort weiter nicht verbieten und erklärte in der Pressestunde am Sonntag, dass er auch weiterhin zu seiner Meinung stehe.

Auf die Frage, ob seine Partei in diesen Fragen zu konservativ sei, meinte er: Weder noch„, denn die ÖVP sei eine „breit aufgestellte Volkspartei“ – „das muss auch so sein„.

Auch ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel sprach sich in der Vergangenheit vehement gegen das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule aus. An dieser diskriminierenden Politik der sich schimpfenden Volkspartei wird auch der gestartete Erneuerungsprozess wohl nichts ändern.

Rupprechter gegen Ehe-Öffnung

Mit der Forderung nach dem Adoptionsrecht für Lesben und Schwule zeigt Rupprechter den Hauch von liberalem Gedankengut, doch bei der Frage der Gleichstellung im Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare ist er ganz auf der offen diskriminierenden, reaktionären und homophoben Parteilinie von Obmann Michael Spindelegger.

Zwar befürworte er den Vorstoß von Familienministerin Sophie Karmesin, die Standesämter für die Schließung von Eingetragenen Partnerschaften zu öffnen, doch einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erteilte er eine deutliche Absage.

Für Rupprechter sei nämlich mit der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare die Gleichstellung bereits erreicht, wie er in der Pressestunde erklärte.

So begrüßenswert die Unterstützung von Rupprechter für das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ist, so bedauernswert ist es, dass er bei der Frage der Ehe-Öffnung gänzlich auf der diskriminierenden Parteilinie ist.

Auch negiert Rupprechter, dass es keine Gleichbehandlung aller BürgerInnen geben kann, wenn je nach sexueller Orientierung/geschlechtlicher Identität ein unterschiedliches Rechtsinstitut zugänglich ist und das jeweils andere verboten ist. Aber das kann und will die ÖVP (aus ideologischen Gründen) nicht kapieren.

(Bild: BMLFUW/photonews.at)
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