NEOS-Vavrik: Rücktritt nach Sklaverei-Vergleich zu LGBTIQ-Adoptionsrecht

Der Nationalrat der NEOS, Christoph Vavrik, der in einem Facebookposting einen fragwürdigen Vergleich des Adoptionsrechtes von gleichgeschlechtlichen Paaren zur Sklaverei zog, zieht nach einem Gespräch mit dem NEOS-Bundesvorstand die Konsequenzen und wird in den nächsten Wochen zurücktreten und sein Mandat übergeben.

Am Wochenende hat der NEOS-Nationalrat Christoph Vavrik auf seinem Facebook-Profil einen Kommentar – welchen er kurze Zeit später wieder löschte – zur ersten Adoption eines Kindes durch ein gleichgeschlechtliches Paar veröffentlicht, wo er einen fragwürdigen, menschenverachtenden Vergleich des Adoptionsrechtes für gleichgeschlechtliche Paare mit der Sklaverei zog und von „gesellschaftlichen Abartigkeiten“ gesprochen hat.

Es folgte ein Sturm der Entrüstung gegen diese menschen-verachtende Aussage, zumal diese sich gegen alle wissenschaftliche anerkannte Studien zum Kindeswohl in Regenbogenfamilien widerspricht.

Trotz einer Entschuldigung wurde der Druck auf Vavrik immer größer, die Konsequenzen für diese Entgleisung zu tragen, denn: Der Kommentar konnte auch durch eine veröffentliche – wenig glaubwürdige – Entschuldigung nicht entschuldigt werden, denn in dieser Formulierung und Härte war er schlicht unentschuldbar.

NEOS ziehen Konsequenzen – Rücktritt von Vavrik

Zunächst wurde berichtet, dass Vavrik sich dazu entschlossen habe, mit dem Ende seines gewählten Mandats nicht mehr zu kandidieren und aus dem Parlament auszuscheiden, doch für die NEOS stand auch ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

Betont die junge Partei doch regelmäßig, dass sie für die vollständige Gleichstellung von LGBTIQ eintreten, die Ehe-Öffnung fordern und marschieren sie auch auf diversen CSDs in Österreich mit.

Nun wurde erklärt, dass Vavrik in den nächsten Wochen bereits sein Mandat im Hohen Haus zurücklegen und für eine geordnete Übergabe an seine Nachfolgerin sorgen wird:

„Abgeordneter Christoph Vavrik hat sich in seinem Posting eine massive verbale Entgleisung geleistet, von der sich NEOS distanzieren und die wir zutiefst bedauern.

Inhalt und Wortwahl haben nichts mit dem zu tun, wofür NEOS mit dem Ziel „Gleiche Rechte“ seit Jahren kämpfen. Dieser Kampf umfasst gerade auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare.

Christoph Vavrik hat seine Aussagen intern und extern mehrfach mit Bedauern zurückgenommen und um Verzeihung gebeten – das respektieren NEOS.

Darüber hinaus hat Christoph Vavrik von sich aus angekündigt, keine Verlängerung seines Mandats mehr anzustreben. Es wurde vereinbart, dass er nach geordneter Übergabe der Agenden sein Mandat vor Ablauf der Periode zurücklegt.“

Die Nachfolge von Vavrik soll in den nächsten Wochen planmäßig Daniela Schwarz antreten, welche in der Vergangenheit – indirekt – für LGBTIQ-Rechte ausgesprochen hat:

„Ich bin der Überzeugung, dass jeder Mensch, ungeachtet seines Geschlechts, Liebe, Verantwortung und Sorge für ein Kind tragen kann.“

Vavrik bei LGBTIQ-Rechten nicht auf Parteilinie

Die Entscheidung von Vavrik und den NEOS verdient Respekt und Anerkennung. Anders als von vielen anderen rücktrittsreifen Personen in der Politik zieht der Noch-NEOS-Nationalrat die Konsequenzen für seine nicht tolerierbaren Aussagen.

Mit Vavrik scheidet auch ein Politiker aus, der regelmäßig gegen die Parteilinie der NEOS gestimmt hat. Auch wenn diese keinen Klubzwang in der Partei im Hohen Haus haben und das freie Mandat propagieren, ist es dennoch unglaubwürdig, wenn ein Vertreter der Partei gegen fundamentale Positionen stimmt, wie eben bei der Abstimmung zum Entschließungsantrag zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

Die NEOS haben mit diesem Wechsel Glaubwürdigkeit zurück gewonnen und es ist erfreulich, dass sich die Partei und der Vorstand wieder auf den gemeinsamen Grundwert berufen haben, für den es gilt zu kämpfen: Gleiche Rechte für gleiche Liebe. #LoveIsLove

(Bild: thinkoutsideyourbox.net)
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