Nach Schönborns „Homo-Ehe“-Aussage: Unterschreibt das „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“!

Seit 15. März 2011 läuft in Österreich das „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“. Seit die Massenmedien ausführlich über die „konfessionelle“ Kopfbedeckung von Niko Alm, Unternehmer und Mitinitiator des Volksbegehrens, auf seinem Führerscheinfoto berichten, ist auch wieder das Kirchenprivilegien-Volksbegehren in aller Munde. Die InitiatorInnen fordern eine strikte Trennung  von Glaubensgemeinschaften und Staat, welche in Österreich nicht konsequent umgesetzt wurde und wird. Gerade die römisch-katholische Kirche als größte Glaubensgemeinschaft genießt zahlreiche (nicht rechtfertigbare) Privilegien. Jene Glaubensinstitution, die glaubt, das Recht zu haben, gesellschaftspolitische Fragen kommentieren zu müssen (und zu dürfen) und gegen die gleichen Rechte von zehntausenden ÖsterreicherInnen wettert.

Es könnten nun dutzende Beispiele genannt werden, wieso die Unterschrift und die Unterstützung des Kirchenvolksbegehrens wichtig und richtig ist. Seien es die fragwürdige und höchst unzureichende Aufarbeitung und Aufklärung von zahlreichen Missbrauchs-Vorwürfen, oder die milliardenteuren Zuwendungen in kirchliche Institutionen, oder sei es das Anbringen des Kreuzes in öffentlichen Gebäuden. Zahlreiche Argumente können auf der Homepage des Volksbegehrens unter www.kirchen-privilegien.at nachgelesen werden.

Hier das Kampagnen-Video mit den wichtigsten Forderungen der InitiatorInnen:

Gerade Lesben und Schwule sowie deren UnterstützerInnen und all jene, die für Toleranz und Akzeptanz eintreten, haben aber noch weitere Gründe, das Volksbegehren zu unterstützen. Ist es doch gerade die römisch-katholische Kirche in Österreich, die sich regelmäßig das Recht heraus nimmt, innenpolitische Fragen der Gesellschaftspolitik kommentieren zu müssen, obwohl sie diese Angelegenheiten im Grunde nichts angehen würden, da sie nichts mit der Glaubensgemeinschaft zu tun haben oder diese auch nur ansatzweise berühren.

Römisch-katholische Kirche entschiedener Gegner der Gleichstellung von Lesben und Schwule

Die römisch-katholische Kirche und zahlreiche ihrer Vertreter waren und sind nachwievor forderste Kämpfer gegen die Rechte einer ganzen Bevölkerungsgruppe. Von Nächstenliebe keine Spur verlangt die römisch-katholische Kirche, dass Lesben und Schwule nicht das Recht haben dürfen, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen, nicht das Recht haben dürfen, Familie zu sein, nicht das Recht haben dürfen, ihrer natürlichen Sexualität und sexuellen Orientierung nachzugehen, nicht das Recht haben dürfen, ihrer Liebe auch vor dem Gesetzgeber die Liebe zu erklären.

All diese Themenfelder tangieren die römisch-katholische Kirche, den Glauben und ihre Institution auch nicht mal ansatzweise, da es nie um die kirchliche Ehe vor Gott ging. Es ging um die zivilrechtliche Erklärung der Fürsorge. Neuerdings hat der Wiener Kardinal Christoph Schönburn die Erkenntnis kundgetan, dass es „keine Homo-Ehe“ gäbe oder ChristInnen gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen auftreten müssen. Damit zeugt auch er erneut, dass er ein realitätsfremder und intoleranter Glaubensvertreter ist und er die hart erkämpften Rechte einer aufgeklärten Gesellschaft wieder zurücknehmen lassen möchte.

Hinsichtlich der „Homo-Ehe“ erklärte er:

Die Kirche ist nicht gegen die Homo-Ehe, denn die Kirche ist nicht gegen etwas, was es nicht gibt.“

Mh. Offenbar geht der Kardinal mit Scheuklappen durch seine eigene Glaubenswelt. Tagtäglich leben Lesben und Schwule in PartnerInnenschaften, tragen Fürsorge füreinander und schenken sich das größte Glück der Welt, Liebe. Möglicherweise wollte der Kardinal auch nur feststellen, dass es in der römisch-katholischen Kirche keine „Homo-Ehe“ gebe. Da hat er Recht. Aber in einer Glaubensgemeinschaft, wo zahlreiche Glaubensvertreter regelmäßig gegen Homosexuelle hetzen, diese diffamieren und ihnen die Existenzberechtigung absprechen, indem sie als „gescheiterte Menschen“ bezeichnet werden, wollen wohl ohnehin nur die Wenigsten aufgenommen sein. Kein Wunder, dass seit Jahren jährlich zehntausende Menschen diesem mittelalterlichen Gedankengut den Rücken kehren… Jeder Austritt mehr ist ein Schritt näher zum Ende der Dominanz dieser Glaubensgemeinschaft.

Homosexualtät eine Krankheit

Nicht nur dass die römisch-katholische Kirche die Existenz von glücklichen homosexuellen PartnerInnenschaften negiert, hetzen zahlreiche Vertreter auch regelmäßig gegen Lesben und Schwule. Einmal werden ihnen die zustehenden Rechte abgesprochen, dann wird eine nicht gegebene Gefahr für die Gesellschaft skizziert, dann wird davon gesprochen, dass Homosexualität eine schwere Sünde sei oder dass Homsoexualität gar eine Krankheit sei und therapiert und geheilt werden könne.

Die römisch-katholische Kirche nimmt sich das Recht heraus, gesellschaftspolitische Fragen zu kommentieren und Stimmung für oder gegen bestimmte Fragen zu machen. Dabei „gehen die Kirche derartige Fragestellungen gar nichts an“. Das dennoch herausgenommene Recht, spielt die Kirche beinhart aus und ist damit massiv mitverantwortlich, dass Österreich bei der Gleichstellung von Lesben und Schwulen in keinster Weise im 21. Jahrhundert angekommen ist… Doch damit muss endgültig Schluss sein.

Nutzt das demokratische Recht und unterschreibt das Volksbegehren

Wenn ihr für eine klare Trennung von Staat und Kirche seit, sowie eine Abschaffung der kirchlichen Privilegien in Österreich fordert, dann solltet ihr das „Volksbegehren gegen Kirchen-Privilegien“ unterschreiben.

Die Unterschriften können seit 15. März und noch bis 15. Oktober 2011 von allen wahlberechtigten ÖsterreicherInnen geleistet werden. Wo? In jeder Gemeinde des Hauptwohnsitzes bzw. in Wien in jedem Bezirksamt. Das Unterstützungsformular kann hier downgeloadet (PDF, 620 kb) werden.

Alle Infos und FAQs gibt es unter www.kirchen-privilegien.at.

(Bild: © kirchen-privilegien.at)
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2 Comments
  1. Alexander7

    Need cheap generic LEVITRA?…

  2. […] Kardinal Christoph Schönborn: “Die Kirche ist nicht gegen die Homo-Ehe, denn die Kirche ist nicht gegen etwas, was es nicht gibt.” […]

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