MQW: Kiss-In gegen homophoben Überfall

Vergangenen Samstag wurde im Wiener Museumsquartier ein homosexuelles Pärchen verprügelt. 4 Jugendliche pöbelten zunächst ein händchenhaltendes Männer-Paar und verprügelte schließlich den jüngeren der beiden Männer. Dieser zu verurteilende Übergriff schlägt hohe Wellen. Der Direktor des Museumquartiers verurteilte den Vorfall in einer Presseaussendung. Nun wird zu einem Kiss-In im Innenhof des Museumquartiers aufgerufen.

Die Vorgeschichte: Letztes Wochenende wurde ein schwules Pärchen von Jugendlichen grundlos als „Schwuchteln“ beschimpft. Ein sachlicher Schlichtungs- und Aufklärungsversuch der beiden homosexuellen Männer scheiterte, wie Julian Wiehl vom Online-Magazin Vangardist gestern berichtete. Stattdessen wurde einer der beiden Männer verprügelt und selbst am Boden liegend noch getreten. Erst als andere MQW-Besucher_innen einschritten, flüchteten die homophoben Täter. Einer der beiden Männer erlitt eine Gehirnerschütterung und musste die Nacht im AKH verbringen.

Die Polizei wertet nun die Bilder der Überwachungskameras aus und hofft so, die Täter ausfindig machen zu können. Der Direkter des Wiener Museumquartierts verurteilte in einer Presseaussendung denhomophoben Überfall auf die beiden homosexuellen Männer und kündigte eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei an:

Der Vorfall ist für uns absolut inakzeptabel und verabscheuungswürdig, gerade weil wir uns als prototypischen Ort der Toleranz, der Vielfalt und des Miteinander definieren. Wir arbeiten intensiv mit der Polizei zusammen, um zu einer möglichst raschen Aufklärung beizutragen.

Kiss-In gegen Homophobie

Lesben und Schwule wollen nun ein öffentliches Zeichen gegen Homophobie und Intoleranz setzen und rufen via Facebook zu einem Kiss-In Flashmob im Museumsquartier Wien auf. Am 16. Juni sollen sich um kurz vor 18 Uhr möglichst viele Lesben und Schwule, sowie alle Menschen, die ein sichtbares Zeichen setzen wollen, im Haupthof des Museumsquartiers „zufällig“ treffen. Um Punkt 18 Uhr wird dann geknutscht. Geknutscht für Toleranz, Akzeptanz und für das Recht, gleichgeschlechtliche Liebe öffentlich ohne Ängste zeigen zu können.

(Bilder: Flickr maxintoshCC) & William Hamon CC-BY-NC-ND-2.0)

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4 Comments
  1. Andreas says

    Schöne Aktion :-)

    Das einzige was mich an diesen Kiss-In’s stört ist, dass du als Single ziemlich blöd da stehst…
    Von daher ohne mich – hoff‘ trotzdem, dass viele Leute kommen. Werd’s mir aber zumindest als Zaungast ansehn.

  2. Peter says

    Was mich in diesem erschütternden Fall von Dummheit und Böswilligkeit noch verwundert ist, dass in keinem der Berichte über diesen fall geschrieben steht, was der zweite angegriffene Mann tat, während sein Freund verprügelt wurde. Hat er ebenfalls zu intervenieren versucht? Hat er versucht, seinem am Boden liegenden Freund beizustehen? Hat er wenigstens laut um Hilfe gerufen?

    Weiß das wer?

  3. […] ist der Kiss-In ein Erfolg, doch andererseits fand dieser – ob des katastrophalen Wetters – unter […]

  4. […] Österreich Homophobie Alltag ist, zeigt sich leider viel zu oft. Erst vor wenigen Wochen wurde im Museumsquartier ein schwules Paar verprügelt, weil sie wagten, in der Öffentlichkeit ihre Liebe zu zeigen und Händchen gehalten haben. Aber […]

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